Ausleitende Verfahren
07. Februar 2007 - Naturheilkunde News
Aderlass
Aderlässe bewirken eine Anregung zur Leistungssteigerung der blutbildenden Zentren. Der Blutentzug kann fehlgesteuerte Organfunktionen wieder ins Gleichgewicht bringen, da er in vegetativ-hormonale Abläufe eingreift.
Der Aderlass kann überall ausgeführt werden, wo Venen an der Oberfläche fühl- und sichtbar sind. Als klassische Stelle gilt die Ellenbogenbeuge. Normalerweise werden ca. 200 – 300 ml Blut entnommen.
Baunscheidtieren
Das Baunscheidtieren regt die Stoffwechseltätigkeit und Organfunktionen an, aktiviert das Immunsystem und stimuliert das Hormonsystem.
Bei der Behandlung wird ein Apparat, der mit feinen Nadeln versehen ist, über mehrere Hautpartien gerollt. Die Nadeln dringen ein bis zwei Millimeter tief in die Haut ein. Die dabei entstehenden Wunden werden mit hautreizenden Salben oder Ölen bestrichen. Der so erzeugte künstliche Hautausschlag bewirkt, dass schädliche Stoffe aus dem Körper abgeleitet werden.
Anwendungsgebiete:
Schmerzzustände bei Gicht, rheumatischen Erkrankungen und Osteoporose; muskuläre Verspannungen, allgemeine Infektanfälligkeit, Reizmagen und Reizdarm, Harnwegsinfekte, hormonelle Störungen.
Biersche Stauung
Mit diesem, von derm Chirurgen August Bier entwickelten Verfahren wird mittels elastischer Binde oder einer Saugglocke eine venöse Stauung erzeugt. Die dadurch hervorgerufene Blutüberfüllung soll eine schnellere Heilung durch Erhöhung der Abwehr bewirken.
John B. Haycraft hat 1884 mit den Untersuchungen über die wirksamen Sekrete des medizinischen Blutegels experimentell begonnen. Es wurde festgestellt, dass die vom Blutegel beim Biss abgesonderte Flüssigkeit, das Hirudin, gerinnungshemmend, lymphstrom-beschleunigend, antithrombotisch, immunisierend und gefässkrampflösend wirkt.
Anwendungsgebiete:
Latente und akute Venenentzündungen, die mit Stauungserscheinungen, Druckschmerzhaftigkeit und örtlicher Erhöhung der Hauttemperatur einhergehen, sowie Mittelohrentzündungen, Furunkel, Mandelentzündungen mit Abzessbildung, Stauungszustände der Leber, vegetative Dystonie und Hyperthyreose.
Cantharidentherapie/-pflaster
Die Cantharidentherapie soll schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken, das Immunsystem aktivieren und die regionale Durchblutung anregen. Bei der Behandlung werden hautreizende Salben (sog. „Vesikanzien”) auf bestimmte Hautareale aufgetragen und anschließend mit einem Pflaster überklebt. Die dadurch entstehende Brandblase wird nach rund 24 Stunden punktiert; durch das darin angesammelte Sekret werden schädliche Stoffe aus dem Körper ausgeleitet, was sich auch auf tieferliegende Organe oder Gelenke positiv auswirkt (siehe auch Pustulantien-Therapie).
Anwendungsgebiete:
Gicht, rheumatische Erkrankungen (Arthritis, Arthrose, Wirbelsäulenleiden etc.), chronische Ekzeme, Neurodermitis, Depressionen.
Fontanellen-Behandlung
Bei dieser in die Frühzeit der Medizin zurückgehenden Methode werden künstliche Eiterherde (Entzündungen) gesetzt, die einen chronisch entzündlichen Prozess eindämmen sollen. Der künstliche Entzündungsherd wird vom Behandler so lange gefördert, bis die Wunde etwas Flüssigkeit (lateinisch „Fontanelle” = kleiner Brunnen, kleine Quelle) absondert. Dann wird die Wunde so versorgt, dass sie wieder abheilen kann. In der Zwischenzeit ist unter Umständen – unter dem künstlichen Zusatzreiz – eine andere bestehende chronische Entzündung zurückgegangen.
Pustulantien-Therapie
Hier wird die Ausleitung über die Haut durch einen künstlich erzeugten Ausschlag bewirkt, hervorgerufen durch das Einmassieren von sog. „Pustulantien”, also Mitteln, die ein pustulöses Exanthem erzeugen können. Sinn und Ziel dieser Reiztherapie ist es, dass der Organismus auf die künstlich gesetzte Wunde mit einer Selbstheilungsreaktion „antwortet”. Von dem französischen Arzt Rayer stammt der Ausspruch: „Es gibt kaum eine chronische Krankheit, bei welcher ich nicht künstliche Hautausschläge mit mehr oder minder günstigem Erfolg anwenden wollte.”
Rödersches Behandlungs- und Mandelabsaugverfahren
Die Therapie hat ihren Namen von dem Wuppertaler Arzt Dr. med. Heinrich Röder. Es soll zur Entgiftung beitragen, wenn man den Lymphfluss der Mandeln durch das Absaugen anregt. Die Gaumenmandeln werden hierzu mit einem Glasröhrchen abgesaugt, wodurch Substanzen herausbefördert werden. Anschließend werden die Mandeln massiert. Mit einem speziell gebogenen Haken gelangt man hiter die Zäüfchen an die Rachenmandel, die ebenfalls leicht massiert wird.
Der letzte Vorgang schließlich betrifft das Massieren des unteren Nasenaufganges. Mit dieser Methode soll die Funktionstüchtigkeit der Mandeln erhalten werden un der Patient vor einer Herausnahme der Mandeln bewahrt werden.
Schröpfkopfmassage
Bei dieser auch als chinesische Münztherapie bekannten Heilmethode, die zu den “trockenen Schröpfverfahren” zählt, wird das zu behandelnde Hautareal mit gereinigtem Pfefferminz- oder Mandelöl eingerieben und anschließend zwei bis vier Minuten fest mit dem Rand eines Schröpfglases gerieben. Ziel ist es, durch die wiederholte Anwendung sowohl einen Beruhigungs- als auch einen Entspannungseffekt der entsprechenden Muskulatur zu erreichen.
