Musiktherapie
14. März 2007 - Naturheilkunde News
Die Musiktherapie ist eine vergleichsweise junge psychotherapeutische Disziplin, die erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand und sich seitdem wissenschaftlich immer weiter entwickelt. Im Jahr 1996 erkannte die Weltgesundheitsorganisation WHO die Musiktherapie als förderungswürdiger Gesundheitsberuf an.
Musiktherapie gehört in den Bereich der Psychotherapie, denn es werden psychologische Mittel zur Erreichung therapeutischer, rehabilitativer und präventiver Ziele eingesetzt.
Der Musikbegriff ist weit gefasst. Eingeschlossen sind nicht nur Klänge, Rhythmen, Harmonien und Melodien, sondern auch Geräusche. Es wird grundsätzlich davon ausgegangen, dass Musik eine Artikulation menschlichen Erlebens ist und somit subjektive Bedeutung hat.
Methoden
Musiktherapie gibt es sowohl in Einzel- als auch in Gruppensitzungen und zwar in Form der sogenannten aktiven Musiktherapie und der sogenannten rezeptiven Musiktherapie.
Als aktive Musiktherapie wird jene Arbeitsform bezeichnet, bei der der Patient selbst mit Instrumenten und/oder seiner Stimme kreativ beteiligt ist. Musikalische Vorkenntnisse sind nicht notwendig, den Beteiligten wird ein breitgefächertes Instrumentarium angeboten.
Während der Improvisationen des Patienten bringt sich der Therapeut meistens als aktiver und gestaltender Spielpartner ein, der das Geschehen begleitend, stützend, verstärkend oder konfrontierend bestimmt.
Ebenfalls mit komponierter Musik arbeitet die sogenannte rezeptive Musiktherapie, bei der das gemeinsame Hören und Erleben von Musik von Tonträgern und die Reflexion der durch sie ausgelösten Prozesse im Mittelpunkt des Geschehens stehen. In einer anderen Variante der rezeptiven Musiktherapie spielt oder singt der Therapeut live für den Patienten. Dazu gehören zum einen die als Klangtherapie, Klangtrance, Klangmeditation bezeichneten Therapieformen.
Wirkungen und Ziele
Als allgemeine Ziele von Musiktherapie gelten das Erleben einer vertrauensvollen, therapeutischen Beziehung, die Stärkung des Selbst-Erlebens durch aktives Handeln,
Förderung des Problembewusstseins, Anregung zur Kreativität, Üben sozialer Kompetenzen und das Erkennen und die Nutzbarmachung von Ressourcen.
Anwendungsgebiete
Die Musiktherapie findet vor allem Anwendung in psychotherapeutischen und somatischen Spezialkliniken für Patienten aller Altersgruppen – d. h. überall dort, wo schwere Erkrankungen auch psychosoziale Folgen haben, die, um Heilungen oder Besserungen zu erzielen, bei der Behandlung entsprechend zu berücksichtigen sind.
Besonders gefragt ist Musiktherapie auch bei Kindern mit emotionalen und gravierenden Verhaltensstörungen, bei geistig behinderten und bei alten, auch dementen Menschen, bei neurologischen und onkologischen Patienten: Die Musik schafft eine Zugangsmöglichkeit zu den schwer gestörten Patienten und Patientinnen, wo andere Psychotherapieformen versagen.
