Homöopathie
07. Februar 2007 - Naturheilkunde News
Das Grundprinzip der Homöopathie (griechisch: „homoios” = ähnlich; „pathos” = Leid) lautet: „Ähnliches heilt Ähnliches: Was Krankheiten verursacht, kann sie auch heilen” (= Ähnlichkeitsprinzip), d.h. Stoffe, die Gesunde krank machen, können Kranke in entsprechender Verdünnung (= Potenzierung) heilen. Begründer der Homöopathie ist der Arzt Samuel Hahnemann (1755-1843), der in Selbstversuchen feststellte, dass Chinarinde, die bei Malariakranken eine Fiebersenkung bewirkt, beim Gesunden malariaähnliche Beschwerden hervorruft.
Homöopathische Arzneien verstehen sich als „Verbündete” des Körpers, indem sie ihn in dessen Sprache ansprechen und ihm Informationen (Signale) übermitteln, die ihm den Weg zur Heilung zeigen. Nur die richtig ausgewählte Arznei wird vom Körper „verstanden” und blockierte Regelkreise durchbrechen. Wichtigste Voraussetzung für die homöopathische Behandlung ist, dass der Körper über ausreichende Energiereserven verfügt, um auf das „Signal” zu reagieren und darauf „antworten” zu können. Um das richtige Mittel auswählen zu können, ist der Therapeut auf die geduldige Mithilfe des Patienten angewiesen. Die Homöopathie ist daher keine „schnelle” Behandlungsform. Entscheidend beim Einsatz homöopathischer Mittel ist die Potenzierung des Arzneistoffes: Die mineralischen, pflanzlichen oder tierischen Inhaltstoffe werden stufenweise, nach einem exakt festgelegten Prozess, verdünnt, entweder in Alkohol geschüttelt oder aber mit Milchzucker verrieben. Im allgemeinen beginnt man eine homöopathische Behandlung mit niedrigen Potenzen, die dann – je nach Ansprechbarkeit und Wirkung – allmählich gesteigert werden.
Da der Mensch bei der Homöopathie in seiner Ganzheit (körperliche, seelische und geistige Eigenschaften) erfasst wird, wird diese Form der Heilkunde auch als „Individualtherapie” bezeichnet. Mit anderen Worten: Wenn zehn Patienten an Migräne leiden, kann es durchaus sein, dass jeder eine andere Arznei braucht, auf die er anspricht; daher erfordert eine homöopathische Behandlung mitunter viel Zeitaufwand, zumal jeder Mensch anders auf das verordnete Mittel reagiert. Gelegentlich ist eine längere Zeitspanne erforderlich, bis man das richtige Arzneimittel und die richtige Potenz herausgefunden hat.
Anwendungsgebiete:
Rheumatische Erkrankungen, akute Infektionskrankheiten und Infektanfälligkeit, Allergien, Asthma bronchiale, Magengeschwüre, chronische innere Krankheiten, Kreislaufbeschwerden, gynäkologische Erkrankungen, psychosomatische Erkrankungen, Hauterkrankungen, akute Erkrankungen im Säuglings- und Kindesalter.
Biochemie nach Schüssler
Dr. med. Wilhelm Schüssler war jahrelang homoöpathisch tätig bis er zu der Erkenntnis gelangte, dass alle in den Arzneimittelbildern beschriebenen Mineralsalze im menschlichen Organismus vorkommen und man mit nur zwölf anorganischen Stoffen genauso behandeln kann, wie mit der Vielzahl homöopathischer Mittel. Diese zwölf anorganischen Stoffe sind homöopathisch aufbereitet, werden aber nach biochemischen Aspekten und nicht nach dem Ähnlichkeitsprinzip der Homöopathie eingesetzt.
Homotoxikologie
Die Homotoxikologie beruht auf der von dem Homöopathen Dr. med. Reckeweg entwickelten Lehre, dass Krankheiten infolge von Vergiftungen (Homotoxine) entstehen. Die Behandlung erfolgt mit Homöopathika, die das Abwehrsystem stimulieren und die Homotoxine neutralisieren sollen. Die Therapie ist als erweiterte Homöopathie zu sehen, wobei vorrangig Komplexmittel eingesetzt werden. Anders als bei der Homöopathie erfolgt die Behandlung aber nicht nach dem Ähnlichkeitsprinzip, sondern nach dem Prinzip „Gleiches wird mit Gleichem behandelt”, d.h., dass die Stoffe bzw. Gifte, die krankheitsauslösend sind, in Form der mit diesen Stoffen aufbereiteten Präparate zugeführt werden.
Spagyrik nach den Richtlinien des Homöopathischen Arzneimittelbuches
Die ursprüngliche Anwendung der Zimpelschen Spagyrik beruhte auf der These, dass Veränderungen der Lymphe und des Blutes Krankheiten auslösen. Heute werden für die Anwendung spagyrischer Arzneien die Arzneimittelbilder aus der klassischen Homöopathie nach Hahnemann zugrunde gelegt. Die Substanzen werden nach den Richtlinien des Homöopathischen Arzneimittelbuches hergestellt.
