Naturheilverfahren liegen im Trend. Ob zur Vorbeugung und zum Auskurieren kleinerer Beschwerden, zur Stressreduktion und der Erhaltung der inneren Balance oder als langfristig eine schulmedizinische Behandlung komplettierende Therapie – viele Patienten sehen die Inanspruchnahme von Heilpraktikern und alternativer Medizin als wichtigen Bestandteil ihrer optimalen medizinischen Versorgung.

Damit aber sind Kostenfragen verbunden: Muss man die Kosten für eine Behandlung beim Heilpraktiker grundsätzlich selbst tragen oder erstattet die Krankenversicherung mindestens einen Teil dieser Leistungen? Wo liegen bei einer Erstattung die Grenzen?

Falls man eine private Krankenversicherung abgeschlossen hat, ist es unkompliziert. Wenn der gewählte Tarif die Behandlung beim Heilpraktiker einschließt, übernimmt die Versicherung je nach Vertrag bis zu 100 Prozent der Kosten für die entsprechenden Behandlungen und Medikamente.
Vor Vertragsabschluss lohnt sich allerdings trotzdem ein Blick ins Kleingedruckte. Der Haken liegt in der seit 1985 unveränderten Gebührenordnung für Heilpraktiker (GebüH), mit deren Sätzen eine Praxis heute nicht einmal kostendeckend arbeiten kann. Wenn der Versicherungsvertrag lediglich die Erstattung des Gebühr-Mindestsatzes vorsieht, wird man trotz privater Krankenversicherung den größten Teil seiner Rechnungen für Heilpraktiker selbst übernehmen müssen. Wie bei allen anderen Leistungen hilft für die persönlich optimale Versicherung ein Anbietervergleich – gute Versicherer erstatten eine Heilpraktikerbehandlung außerhalb dieses Limits oder orientieren sich generell an den Erstattungsrichtlinien für die privatärztliche Behandlung.

Gesetzliche Krankenkassen übernehmen grundsätzlich keine Behandlung beim Heilpraktiker. Eine Ausnahme sind Patienten, bei denen eine schulmedizinische Therapie keine Behandlungsoptionen mehr bietet – die Kassen können dann eine begründete Einzelfallentscheidung treffen. Ansonsten gilt, dass Kassenleistungen nur von Ärzten erbracht und mit der Krankenversicherung abgerechnet werden können. Trotzdem übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung zum Teil Therapien aus dem Bereich von Naturheilkunde und alternativer Medizin, sofern sie von Ärzten mit einer entsprechenden Zusatzqualifikation und Kassenzulassung durchgeführt werden und der Nutzen des Verfahrens wissenschaftlich anerkannt ist. Das Leistungsspektrum der verschiedenen gesetzlichen Kassen lässt sich im Internet gut anhand detaillierter Vergleichstabellen recherchieren und ist oft recht umfangreich.

Für gesetzlich Versicherte, die sich regelmäßig durch ihren Heilpraktiker behandeln lassen wollen, ist der Abschluss einer privaten Zusatzversicherung eine bedenkenswerte Option. Inzwischen haben viele Versicherer diese Möglichkeit im Programm. Die Tarife dafür sind meist günstig – der Leistungsumfang wird individuell vereinbart und umfasst je nach Vertrag die vollständige Erstattung, Jahreshöchstbeträge oder eine prozentuale Beteiligung an den Heilpraktikerkosten.

Weitere Informationen zum den Krankenversicherungen gibt es auf www.krankenversicherung-vergleich.de.

One Response to “Kostenübernahme für Heilpraktiker – Was zahlen die Kassen wirklich?”

  1. on 21 Jul 2014 at 17:42Marie Lange

    Hallo, ich würde gerne wissen, welche Naturheilverfahren sich wirklich lohnen. Hier (berlin) schießen neue Naturheilpraxen aus dem Boden wie Pilze.

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