Auch wenn sehr viele naturheilkundliche Therapien mittlerweile bei vielen Menschen bekannt sind, so ist die Nosodentherapie doch ein Heilverfahren, von dem bisher nur wenige gehört haben.

In der naturheilkundlichen Medizin wird die Nosodentherapie vor allem bei der Behandlung von chronischen Krankheiten und auch als prophylaktisches Mittel eingesetzt. „Nosos“, der erste Bestand der Therapiebezeichnung, stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Krankheit“.

Während die klassische Homöopathie auf dem Ähnlichkeitsprinzip aufsetzt, wendet die Nosodentherapie das Gleichheitsprinzip an, was heißt, dass die Mittel zur Bekämpfung der Krankheit Informationen der Krankheit selbst enthalten.

Die Anfänge dieser Therapie liegen Ende des 18. Jahrhunderts, als bei Impfungen Immunreaktionen durch die Behandlung mit abgeschwächten Krankheitserregern hervorgerufen wurden. Durch diese Reaktionen entwickelten die Patienten eine Immunität gegen die entsprechende Krankheit, die dadurch nicht zum Ausbruch kam. Um 1820 wurde dieses Prinzip in eine homöopathische Form umgewandelt, indem Sekrete von kranken Tieren für die Impfung und Heilung aufbereitet wurden. Der Therapiebegriff „Nosodentherapie“ entstand aber erst ein paar Jahre später.

Während die Homöopathie auf mehr als 2.000 Substanzen, die aus pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Stoffen hergestellt werden, zurückgreift, setzt die Nosodentherapie Mittel ein, die aus kranken Geweben oder Körpersekreten aufbereitet wurden. In diesen Stoffen sind genetische Informationen der Krankheit enthalten. Man unterscheidet fünf verschiedene Arten von Nosoden: die viralen Nosoden, die bakteriellen Nosoden, die Autonosoden, die aus den Körperflüssigkeiten des Patienten individuell hergestellt werden, Kombinationspräparate und als fünfte Art aufbereitete Substanzen aus pathologisch veränderten Organen oder Geweben.

Die Nosodentherapie arbeitet mit D-Potenzen (1 : 10), C-Potenzen (1 : 100) oder LM-/Q-Potenzen (1 : 50.000), die als Tabletten, Tropfen, Globuli oder Ampullen verabreicht werden. Je höher die Potenz ist, desto stärker soll sie wirken. Dennoch liegen auch für die Nosodentherapie – wie für die gesamte Homöopathie – keine wissenschaftlichen Ergebnisse für ihre Wirkungsweise vor. Daher wird auch hier gern vom Placeboeffekt gesprochen.

Neben der Behandlung einer bestehenden Krankheit kann eine Nosode auch als Prophylaxe zum Schutz vor Krankheiten eingesetzt werden.

Die Nosodentherapie hat keine Nebenwirkungen, kann aber in der Anfangsphase der Behandlung zur Erstverschlimmerung führen. Diese Reaktion des Organismus sollte als ein gutes Zeichen angesehen werden, denn sie zeigt, dass die Behandlung anschlägt.

Aber auch wenn die Nosodentherapie keine Nebenwirkungen auslöst, so sollte sie doch immer von einem fachkundigen Arzt oder Heilpraktiker durchgeführt werden.

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