Akne, Haarausfall, Zeugungsunfähigkeit, Neurodermitis – vier unterschiedliche Erkrankungen, aber sie alle könnten ein und dieselbe Ursache haben: Zinkmangel, eine unterschätzte Mangelerscheinung, die mehr als die Hälfte der Deutschen betrifft. Im Schnitt wird heute nur ein Drittel (knapp 5 mg) des Tagesbedarfs gedeckt.

Power für den Stoffwechsel
Zink ist ein Schwermetall und gehört zu den essentiellen Spurenelementen. Es muss von außen zugeführt werden, da der Körper es nicht selbst bilden kann. Pflanzen und Tiere sind unsere Zinklieferanten, und von ihrer Ernährung wiederum ist unsere Nahrungsqualität abhängig.
Fehlt dem Körper Zink, entgleist der Stoffwechsel, weil bestimmte Enzyme nicht mehr arbeiten. Diese Enzyme aber stützen das Abwehrsystem, wirken gegen Infektionen und Schwellungen, beugen Herzinfarkten und Krebs vor, verhindern die Entstehung von Metastasen bei Tumorerkrankungen und sorgen für guten Schlaf.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung hat festgestellt, dass Zinkmangel gerade bei Frauen immer häufiger auftritt. Besonders leicht ins Minus rutscht, wer raucht, die Pille nimmt oder regelmäßig Abführmittel schluckt. Gynäkologen wissen: Zink ist an der Bildung von Sexualhormonen beteiligt. Darum klagen Frauen mit Zinkmangel über Zyklusstörungen, Schwangere erleiden häufiger Fehlgeburten. Und auch wenn Paare kinderlos bleiben, fehlt womöglich Zink. Bei Männern kann ein Mangel Potenzschwierigkeiten auslösen, es werden weniger Spermien produziert – Urologen geben Zink, um die Samenqualität zu verbessern.
Vor allem kleine Krankheiten lassen sich mit Zink behandeln. Selbst starke Erkältungen dauern maximal vier Tage, wenn man alle zwei Stunden 25mg Zink einnimmt.

Außerdem ist Zink ein preiswertes Schönheitsmittel: Da die Zellen von Haut und Haaren sich sehr schnell teilen und einen intensiven Stoffwechsel haben, sind sie auf das Spurenelement angewiesen. Ist zu wenig im Körper, sind brüchige, glanzlose Haare und eine schlecht versorgte Haut (Blässe, Akne) die Folge. 

Die besten Zink-Lieferanten
Die besten Zinkquellen sind Fleisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte und Eier. Vorsicht: Zwar essen wir viel Fleisch, doch da steckt auch Eisen drin – und das, genauso wie Kalzium in Milchprodukten, behindert die Zinkresorption.

Wer vorbeugen will, kann Kapseln mit 10 mg Zink einnehmen. Mehr ist nicht schädlich, aber überflüssig. Von Kombipräparaten raten Ärzte ab: Sie enthalten noch andere Mineralstoffe – und das stört die Zink-Verwertung.

One Response to “Zink – Powerlieferant für unseren Stoffwechsel”

  1. on 27 Sep 2010 at 07:00Werner Winkler

    Guter Artikel – finde nur die Empfehlung „alle zwei Stunden 25mg“ Zink zu nehmen bei einer Erkältung ein bisschen übertrieben und undeutlich (wie lange soll das gehen?).

    Eine Tagesdosis von 200-250mg sollte nicht überschritten werden, das entspricht ca. 12 Austern und ist damit noch im Rahmen dessen, was mit man normalen Lebensmitteln zu sich nehmen kann.

    Vermisst habe ich den Hinweis darauf, dass Zinkpräparate eine Stunde vor dem Essen (oder drei danach) eingenommen werden müssen, damit die Resorption (im Dünndarm) auch klappt.

    Wer sein Zinkmangelrisiko testen will, kann das übrigens gratis auf http://www.zinktest.de

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