Die Noni-Frucht oder Indische Maulbeere (lat.: Morinda citrifolia) stammt vermutlich aus Südostasien und hat sich schließlich u. a. in die polynesische Inselwelt verbreitet. Polynesische Seeleute führten die Pflanze vor über 2000 Jahren in Hawaii ein, wo sie den Namen „Noni“ erhielt und unter diesem bekannt wurde. Der Nonibaum wächst heute auch im Afrikanischen Raum, in Süd- und Mittelamerika sowie im nördlichen Australien.

Die grünliche, etwa hühnereigroße Frucht erinnert in ihrem Aussehen an Kaktusfeigen, ihr gewöhnungsbedürftiges Aroma wird als \”faulig\” und nach \”altem Käse schmeckend\” beschrieben. Im Handel ist als Noniprodukt vor allem der Saft aus den Noni-Früchten für den Verbraucher erhältlich.

Fakt ist, dass die Noni-Frucht über viele wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine (Vitamin C, E, K), Enzyme, Fettsäuren, Aminosäuren, Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalium, Kalzium, Magnesium und Selen verfügt.

Außerdem steckt in der Frucht auch noch Xeronin, eine natürlich vorkommende, stickstoffhaltige organische Verbindung des Sekundärstoffwechsels, die auf den tierischen oder menschlichen Organismus wirkt. Und gerade diesem Inhaltsstoff werden von vielen Nonisaft-Herstellern zahlreiche Heilwirkungen zugeschrieben, obwohl Xeronin in der medizinischen und pharmazeutischen Literatur völlig unbekannt ist und daher als Werbemittel nicht verwendet werden darf.

Nach den Werbeaussagen von einigen Saftvertreibern soll Noni als Heilpflanze unschätzbar sein und eine Reihe gesundheitsfördernder Wirkungen haben.

So wurde unter anderem behauptet, dass der regelmäßige Genuss des Saftes

  • den Blutdruck senkt,
  • Diabetes positiv beeinflusst,
  • Allergien lindert oder gar heilt,
  • wirksam gegen Arthritis ist,
  • Depressionen heilt,
  • entzündungshemmend und schmerzlindernd wirkt,
  • Übergewicht reduziert,
  • sich positiv auf Herzerkrankungen auswirkt
  • sowie die Entstehung der Vorstufe von Krebs und das Wachstum von Krebstumoren hindert.

Darüber hinaus kursierten in der Vergangenheit auch Heilungsgeschichten von Krebserkrankten im Endstadium durch Nonisaft.  Mittlerweile sind Heilaussagen bei der Werbung für Nonisaft verboten.

Tatsache ist aber, dass zu den oben behaupteten Wirkungen keine wissenschaftlich gesicherten Untersuchungen und somit Beweise vorliegen. Um als Heilmittel zur Therapie von Krankheiten anerkannt zu werden, müsste der Nonisaft in der EU offiziell als Arzneimittel gesetzlich zugelassen werden, was bisher nicht der Fall ist.

Der Saft ist in der Europäischen Union nur als Novel-Food, d. h. als neuartiges Lebensmittel, anerkannt. Diese Einstufung sagt aus, dass von diesem Lebensmittel keine gesundheitlichen Gefahren für die Konsumenten ausgehen. Eine gesundheitliche Wirkung wird damit nicht impliziert.

Ende 2002 hat das wissenschaftliche Gremium für Lebensmittel der EU den Nonisaft in den empfohlenen Mengen als akzeptabel bewertet, betont aber auch, dass die Informationen über Noni keine Beweise für eine besonders gesundheitsfördernde Wirkung des Saftes, die über die Wirkungsweise anderer Fruchtsäfte hinausgeht, liefern.

Alle anderen existierenden Noniprodukte wie Noni-Tee, -Kapseln, Fruchtextrakte oder Noni-Blätter sind immer noch nicht zugelassen, weil zuerst gesicherte Untersuchungen vorliegen müssen, dass diese Produkte für den Verbraucher nicht gesundheitsgefährdend sind. Daher dürfen sie innerhalb der EU nicht verkauft werden.

One Response to “Wie gesund ist die Noni-Frucht wirklich?”

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