Das Baunscheidt-Verfahren ist eine alternative Heilmethode, bei der mit Hilfe eines speziellen Nadelungsgeräts Giftstoffe aus unserem Organismus ausgeschieden und die Durchblutung deutlich verbessert wird.

Dieses Nadelungsgerät, das sogenannte Baunscheidtiergerät , setzt sich zusammen aus einem dünnen hohlen Stab, bei dem an dem einen Ende eine Federeinrichtung eingebaut ist, die man unter Zug setzen kann. An dem anderen Ende befindet sich ein beweglicher Nadelkopf aus Metall. Wenn man nun die Zugfeder anspannt und wieder loslässt, schnellt der mit Nadeln übersäte Metallkopf nach vorne auf die Haut, sodass die Nadeln wenige Millimeter in die Haut eindringen können. Dadurch wird die Haut leicht eingeritzt. Auf diese genadelten Stellen kommt ein spezielles Öl, das durchblutungs- und entgiftungsfördernd wirkt.

Heute gibt es auch mit Nadeln überzogene Rollen, mit denen der Therapeut leichter größere Hautflächen nadeln kann.

Der ablaufende Entgiftungs- bzw. Ausscheidungsprozess zeigt sich äußerlich in Form von kleinen eitrigen Hautpickeln. Diese bilden sich nach ungefähr zwei Wochen wieder zurück. Die durch die Therapie gereizten Hautflächen fühlen sich mehrere Tage warm an, die Beschwerden durch das Sticheln sind gering bis nicht spürbar. Die Hautpickel können unter Umständen Juckreiz auslösen.

Heilende Wirkungen durch das Baunscheidtieren können einmal dadurch entstehen, dass durch die Aktivierung des Lymphgewebes in der Haut der Lymphfluss angeregt wird und so der Abtransport von Giftstoffen sich beschleunigt.

Außerdem werden durch die Nadelung und Ölbehandlung Hautnerven gereizt, die mit inneren Organen wie Leber oder Nieren in Verbindung stehen (Reflexzonen). Auch dies fördert Durchblutung und Stoffwechsel unseres Organismus und hat eine anregende, entspannende und schmerzlindernde Wirkung auf den ganzen Körper.

Die Erzeugung von künstlichen Hautentzündungen aktiviert das Abwehrsystem der gestichelten Hautbereiche und des Gewebes, das die Hautflächen umgibt.

Diese Behandlungsmethode entstand im 19. Jahrhundert und wurde von Carl Baunscheidt (1809 bis 1873) entwickelt. Er war Erfinder und Medizingeräter-Hersteller und litt selbst unter Rheuma. Eines Tages stellte Baunscheidt fest, dass seine rheumatischen Beschwerden verschwanden, nachdem er von mehreren Mücken kurz hintereinander in die Hand gestochen worden war.

Aus dieser Beobachtung heraus entwickelte er das Baunscheidt-Verfahren und auch das Öl, das auf die genadelten Hautflächen zur Entgiftung aufgetragen wurde. Dieses „Oleum Baunscheidtii\“ hatte stark hautreizende Wirkung und wurde im Laufe der Zeit wegen seiner potenziell krebserregender Inhaltsstoffe durch ein deutlich harmloseres ersetzt.

Das Baunscheidt-Verfahren wird von einigen Therapeuten besonders bei rheumatischen Erkrankungen, Arthrose, Gicht, Neuralgien wie z. B. einer Trigeminus-Nervenreizung, erhöhter Infektanfälligkeit, chronischen Entzündungen, Migräne, psychischen Erkrankungen, Schwindel und funktionellen Magen-Darm-Beschwerden angewendet.

Selbst sollte man sich am Baunscheidt-Verfahren nicht versuchen, denn für diese Therapie ist eine gewisse Erfahrung vonnöten, um die Nadeln nur so tief in die Haut zu setzen, sodass keine Narben und schlimmere Entzündungen entstehen.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen nicht die Kosten für das Baunscheidt-Verfahren. Bei privaten Krankenversicherungen sollten Sie nachfragen, da sich die Leistungen der einzelnen privaten Krankenversicherungen deutlich unterscheiden können.

Einige Versicherungen für Naturheilkunde zahlen die Ausgaben für das Baunscheidtieren. Auf folgender Seite finden Sie eine Auflistung von leistungsstarken und preisgünstigen Versicherungen für Naturheilkunde.

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