Auch wenn die Bezeichnung für das Wegerichgewächs nicht gerade sympathisch und vertrauenserweckend klingt, so sind seine Samenkörner wirksame Helfer bei Verstopfung und Durchfall.

Das Flohsamenkraut (botanischer Name: Plantago afra) ist eine einjährige Pflanze, die bis zu einem halben Meter hoch werden kann. An ihren weit verzweigten Stängeln bilden weiße kleine Blüten kugelähnliche Ähren. Die Pflanze kommt vor allem im Süden Europas, genauer gesagt im Mittelmeerraum und auf den Kanarischen Insel vor. Aber auch in einigen Gebieten Asiens wächst das Flohsamenkraut.

Es gibt neben Plantago afra auch noch der Indische Flohsamen (Plantago ovata), der in den afrikanischen Mittelmeerländern, auf der Halbinsel Arabiens sowie in Vorderasien bis nach Afghanistan und Pakistan gedeiht. Er unterscheidet sich von dem europäischen \“Verwandten\“  durch seine unverzweigten Stängel.

Die Samen beider Varianten ähneln sich dagegen. Sie haben eine ovale Form, sind gerade mal zwei bis drei Millimeter lang und weisen in der Samenmitte eine Einkerbung auf, sodass sie an winzige Schiffchen erinnern. Die Samenkörner von Plantago afra sind dunkelbraun, während die von Plantago ovata deutlich heller in der Farbe sind, sie variiert von hellrosa bis gelblich braun.

Und auch in ihrer Quellfähigkeit unterscheiden sich die Samen der beiden Flohsamenkraut-Arten. Plantago afra nimmt mehr Flüssigkeit auf als die Samenkörner des Indischen Flohsamens. Die Samen können das Zehnfache ihres Gewichts an Wasser aufnehmen, wobei sie sich in eine schleimige Masse verwandeln. In ihren Zellen steckt eine trockene Schleimsubstanz, die sich bei Flüssigkeitzufuhr vollsaugt und die Zellwände platzen lässt. So quillt diese gallertähnliche Masse dann aus den kleinen Körnern heraus.

Dieses Gel besteht hauptsächlich aus unverdaulichen Kohlenhydraten, die unser Körper nicht verwerten kann und deshalb unverändert durch den Darm hindurch wandert. Außerdem erhöht der aufgequollene Flohsamen das Volumen des Darminhalts, was zu einem Dehnungsreiz an der Darmwand führt und schließlich einen Reflex zur Darmentleerung auslöst.

Bei einer Durchfallerkrankung bildet das Flohsamengel eine schützende Schicht auf der Darmschleimhaut. So können die Bakterien, die die Erkrankung ausgelöst haben, nicht mehr dort eindringen. Auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa kann die regelmäßige Einnahme von Flohsamen zu einer Erleichterung der Beschwerden führen.

Bevor Sie Flohsamen gegen Verstopfung oder Durchfall einnehmen wollen, sollten Sie ihn immer ausreichend quellen lassen. Empfehlenswert ist es, die kleinen Körner in Joghurt oder unter Obst unterzumischen und nach dem Verzehr noch ein bis zwei Gläser Wasser zu trinken, damit genügend Flüssigkeit im Magen-Darm-Trakt für das Aufquellen vorhanden ist. Denn wenn Sie nach der Einnahme von Flohsamen zu wenig trinken, können Verstopfungsbeschwerden sich verstärken. Die Tagesdosis sollte zwischen zehn und dreißig Gramm Flohsamen liegen und bei Verstopfung mindestens eine Woche lang eingenommen werden.

Was die Verträglichkeit der Flohsamen angeht, so wurden bisher nur wenige Fälle mit Überempfindlichkeitsreaktionen wie Bauchschmerzen festgestellt.

Sie erhalten Flohsamen – auch den indischen –  in der Apotheke und in Online-Shops wie zum Beispiel bei der VfG-Versandapotheke, der Bodyguard-Apotheke oder Pharmafuxx, um nur eine kleine Auswahl von Internet-Angeboten zu nennen.

One Response to “Flohsamen – kleine Körner gegen Verstopfung und Durchfall”

  1. on 30 Jun 2010 at 08:30Arno

    Auch wenn man über dieses Thema nicht gern spricht, ist es doch wichtig, informiert zu sein, damit man eben weiß was man tun kann.
    Ich habe mit diesem Problem öfter zu kämpfen und das ist nicht angenehm.

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