Zu einer gesunden und vollwertigen Ernährung gehört auch das Minikorn Hirse, das wegen seines sehr hohen Kieselsäure- und Mineralstoffgehaltes als äußerst gesundheitsfördernd eingeschätzt wird. Außerdem fehlt der Hirse das Klebereiweiß, auch Gluten genannt, wodurch das Mehl für unter Zöliakie leidende Menschen zum Backen von Brot besonders gut geeignet ist.

Doch meistens handelt es sich in den Rezepten wie Hirsebrei oder Hirseauflauf und in Kochbüchern um die Goldhirse, deren Samen klein-rundlich und goldgelb aussehen. Dieses Korn wird bei der Verarbeitung geschält, was zu einem Verlust an wertvollen Inhaltsstoffen führt, denn gerade in der Außenschale befinden sich hauptsächlich sekundäre Pflanzenstoffe und Vitalsubstanzen.

Braunhirse, um die es hier in diesem Artikel geht, gilt als eine Wildform von Hirse. Schon seit einiger Zeit wird sie auch in Deutschland nach ausgewählten ökologischen Kriterien angepflanzt und weiter verarbeitet. Das Korn kommt ungeschält in den Handel.

Um das breite Spektrum der kostbaren Inhaltsstoffe vollständig auszuschöpfen, sollte man Braunhirsemehl roh, also unerhitzt, verwenden. Ungefähr zwei Esslöffel Mehl pro Tag sollte man zu sich nehmen. Dabei bietet es sich an, das Mehl über Speisen zu streuen oder auch in Gerichte einzurühren. Eine kleine Warnung, was das Mahlen der Braunhirse angeht, sollte noch hinzugefügt werden: Das Korn wird in speziellen Mühlen zu Mehl gemahlen, für eine gewöhnliche Haushaltsgetreidemühle ist das Korn zu hart. Daher ist zu empfehlen, Braunhirse schon in gemahlener Form zu kaufen.

Was sind die wichtigsten Inhaltssubstanzen der Braunhirse? Wie schon zu Beginn des Textes erwähnt ist Braunhirse reich an Kieselsäure, die für den Aufbau und Erhalt unseres Knochengerüsts eine wichtige Rolle spielt. In 100 g Braunhirse sind ungefähr 550 mg Kieselsäure enthalten. Darüber hinaus stecken in den kleinen Körnchen wichtige sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide und Polyphenole. Braunhirse ist im Rohzustand basenbildend und beugt somit der Übersäuerung unseres Organismus vor.

Dennoch warnt die Bundesforschungsanstalt für Ernährung und Lebensmittel vor einem übermäßigen Verzehr, da die gesundheitliche Wirkung der sekundären Pflanzenstoffe ernährungswissenschaftlich noch nicht vollständig erforscht sei. Menschen mit empfindlichem Magen und Darm sollten daher auf den Verzehr von rohem Braunhirsemehl verzichten. Befürworter der Braunhirse weisen dagegen darauf hin, dass die beanstandeten sekundären Pflanzenstoffe gesundheitsfördernd und nicht -schädigend seien.

Zusätzlich enthält Braunhirse in geringen Spuren Oxalsäure, die auch in Rharbarber sowie Sauerampfer steckt, und deren häufiger Genuss kann zu Bildung von Nierensteinen führen. Inwieweit diese ganzen Warnungen berechtigt sind, sei dahingestellt.

Wer den Unsicherheiten aus dem Weg gehen möchte, kann statt rohem Braunhirsemehl auf fermentierte Braunhirse zurückgreifen, die aufgrund des aufwändigen Herstellungsprozesses als noch effektiver für die Gesundheit gilt. Während der Fermentierung wird die Braunhirse zum Ankeimen gebracht und die so entstandenen Getreidekeimlinge werden schließlich zusammen mit dem Korn fermentiert. Die oben als eventuell gesundheitsschädlich bezeichneten Inhaltsstoffe werden dabei abgebaut, andere wertvolle Enzyme wie z. B. Milch- und Orotsäure entstehen.

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