Zu einer gesunden Ernährung gehören Obst und Gemüse dazu. Und doch gibt es auch Menschen, die auf die darin enthaltene Fructose (Fruchtzucker) mit bestimmten Unverträglichkeitsanzeichen reagieren. Einige leiden unter einer schlechten Aufnahmefähigkeit von Fructose im Darm, was als Fructose-Malabsorption bezeichnet wird. Darunter ist eine Art von Stoffwechselstörung zu verstehen.

Diese Beschwerden lassen sich wissenschaftlich folgendermaßen erklären: Im Gegensatz zum leicht resorbierbaren Traubenzucker existiert beim Fruchtzucker ein Transport-Mechanismus, der dessen Aufnahme vom Darm ins Blut fördert. Ein bestimmtes Transporteiweiß im Darm (GLUT-5 von GLUkose-Transporter-5) ist dabei behilflich. Ist dieses defekt oder fehlt gar ganz, wird der Fruchtzucker nicht genügend im Dünndarm aufgenommen, verbleibt somit im Dickdarm und wird dort von Bakterien vergoren. Dabei entstehen dann Stoffe, die bei den Betroffenen Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit, Blähungen, ein Rumoren im Bauch, Aufstoßen oder Krämpfen im Ober- und Unterbauch auslösen. Weitere unspezifische Symptome können auch chronische Müdigkeit, Nervosität, Schwindel, häufiger Harndrang, Kopfschmerzen, Niedergeschlagenheit oder auch Schlafstörungen sein.

Warum nimmt die Fructose-Unverträglichkeit immer mehr zu? In unserer modernen Zeit können wir das ganze Jahr über frisches Obst essen, und es kommen auch immer mehr exotische Früchte auf den Markt, so dass wir generell mehr Fruchtzucker als in früheren Zeiten zu uns nehmen und dadurch der Darm ständig Fructose im Stoffwechsel verarbeiten muss. Darüber hinaus findet sich in vielen Gerichten, Getränken und Fertigprodukten Fruchtzuckersirup, so dass man diesen Stoff auch unbemerkt in großen Mengen zu sich nimmt. Außerdem wird diesen Produkten und sogar Medikamenten Sorbit und Xylit zugesetzt, die die Fruchtzuckerabsorption im Körper hemmen und damit die Fructose-Unverträglichkeit fördern.

Doch was kann man gegen diese Unverträglichkeitsreaktionen tun? Eine medikamentöse Behandlung ist nicht notwendig, oft reicht eine Umstellung in der Ernährung schon aus. Dabei sollte man sich in den ersten vier Wochen fruchtzuckerarm ernähren. Meistens sind dann die Beschwerden verschwunden.

In der nächsten Phase, die sich über mehrere Monate erstreckt, sollte man schrittweise fruchtzuckerhaltige Lebensmittel auf seinen Speiseplan setzen, bis sich wieder die ersten Symptome zeigen. In dieser Zeit lernt dann der Betroffene seine Toleranzgrenze kennen, die er möglichst nicht mehr überschreiten sollte. Meiden sollte man vor allem Früchte und Fertigprodukte, die sehr viel Fruchtzucker im Verhältnis zu Traubenzucker enthalten. Dazu gehören u. a. Kiwis, Mangos, Äpfel, Birnen, Kirschen, Trauben und Dörrobst. Des Weiteren sollten auch Fruchtsäfte, Limonaden, Cola, Light-Produkte, Süßigkeiten, Marmelade, Honig, Eis, Quark mit Fruchtzusatz, Kompott, Senf, Mayonnaise, Ketchup, Fertigsoßen, Backwaren, Kuchen, Schokolade, Diabetiker- und Diätprodukte sowie sorbithaltige Süßstoffe vom Speiseplan gestrichen oder nur noch selten verzehrt werden. Genauso können Lauch, Kohl und Bohnen die Fruchtzuckeraufnahme im Darm hemmen, da auch sie spezielle Zucker enthalten.

Neben einer Verbesserung des Darmmilieus mit entsprechenden Präparaten hat es sich gezeigt, dass die Fruchtzuckerverträglichkeit durch die Einnahme von Traubenzucker (Glucose) verbessert wird. Als allgemeine Regel gilt: Pro Gramm Fruchtzucker sollte ein Gramm Traubenzucker zugeführt werden. Allerdings kann Traubenzucker bei Überdosierung Durchfall auslösen.

2 Responses to “Wenn Obst und Gemüse das Wohlbefinden belasten”

  1. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Hotel Seehof, mfm und Tom Schraud, Thomas Schraud erwähnt. Thomas Schraud sagte: Wenn Obst und Gemüse das Wohlbefinden belasten: Zu einer gesunden Ernährung gehören Obst und Gemüse dazu. Und doch… http://bit.ly/bR0GRh […]

  2. on 18 Jan 2011 at 12:08Obstfan

    Wenn man es nicht übertreibt, ist es doch mit Obst und Gemüse so wie mit allem anderen – zu viel ist nicht gut. Jeder der seinen Körper etwas kennt, weiß dann auch, wann Schluss sein muss.
    Grüße

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