Urin wird schon seit Jahrtausenden von vielen Kulturen als Heilmittel eingesetzt. Und auch wenn in der heutigen Zeit für viele Menschen der Gedanke, sich mit seinem eigenen Urin zu behandeln, eher abschreckend und unangenehm ist, so gibt es zahlreiche Anhänger dieser Therapie.

Ein erwachsener Mensch scheidet mit dem Urin täglich ca. 30 Gramm Harnstoff aus, der in der Medizin eine wichtige Rolle spielt. Harnstoff wird vor allem bei Hauterkrankungen verwendet. Ganz im Gegensatz zu unseren Vorstellungen ist Urin bei einem gesunden Menschen eine sterile Flüssigkeit, die erst in Verbindung mit Sauerstoff von Bakterien zersetzt wird. Daher sollte eine Urin- oder Eigenharnbehandlung nur mit frischem Urin erfolgen und bei einer Harnwegserkrankung gar nicht erst durchgeführt werden.

Die Urintherapie wird vor allem eingesetzt, um den Organismus zu entgiften und das Immunsystem zu kräftigen. Dabei unterscheidet man zwei Anwendungsweisen: die innere und die äußere Therapie. Bevor man sich zu einer Urinbehandlung entscheidet, sollte man Rücksprache mit seinem Hausarzt halten.

Für die innere Anwendung, also das Trinken, wird der Mittelstrahl des Morgenurins verwendet. Diesen fängt man in einem Becher auf und trinkt ihn auf nüchternen Magen. Diese Eigenurinkur zur Stärkung der eigenen Abwehrkräfte sollte man mindestens drei bis vier Wochen durchführen, indem man zwei- bis dreimal pro Tag mit reinem Urin gurgelt und morgens ein Glas Urin trinkt, entweder unverdünnt oder mit Saft vermischt. Bevor man sich für eine solche Kur entscheidet, sollte der Urin von einem Arzt auf seinen unbedenklichen Zustand untersucht werden.

Eine weitere innere Anwendungsform von Eigenurin ist das Injizieren in den Körper. Die Therapie sollte ausschließlich von einem Arzt durchgeführt werden, da hier strengstens auf die Sterilität des Urins und des Spritzenbestecks geachtet werden muss. Der Urin wird dabei in den Gesäßmuskel oder unter die Haut gespritzt. Diese Therapieform wird vor allem bei Heuschnupfen und Asthma durchgeführt.

Die äußere Anwendung erfolgt in Form von Einreibungen des ganzen Körpers oder einzelner Teilbereiche, die Krankheitssymptome aufweisen. Ebenfalls werden mit Eigenurin  Umschläge und Kompressen aufgelegt sowie Augen- und Nasenspülungen durchgeführt. Mit der äußeren Eigenurin-Anwendung  behandelt man Allergien, allergische Ekzeme, Neurodermitis, Schuppenflechte, Wundsein und Fußpilz.

Wer möchte, kann Urin auch für sein eigenes Schönheitsprogramm nutzen, denn eine regelmäßige Anwendung strafft und pflegt die Haut und verleiht ihr Geschmeidigkeit.

Generell gelten die Nebenwirkungen einer Eigenurintherapie als gering, doch Experten raten bei Krebs, Diabetes, Leber- und Nierenerkrankungen, Herz-Kreislaufschwäche und Fieber von einer solchen Therapie ab.

Zum Abschluss sollte auch noch erwähnt werden, dass bisher keine wissenschaftlichen Belege für Heilerfolge der Eigenharnbehandlung vorliegen.

9 Responses to “Urintherapie – natürliche Heilmethode zur Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte”

  1. on 13 Apr 2010 at 15:46ulf_der_freak

    Mir ist etwas schleierhaft, wie etwas, was produziert und ausgeschieden wurde, um Gifte aus dem Körper zu spülen und demzufolge voller Abfall ist, ausgerechnet zur Entgiftung wieder zugeführt werden soll.

  2. on 15 Apr 2010 at 21:05ulf_der_freak

    Kommentatoren zu vernachlässigen ist aber nicht wirklich gutes Bloggen. Ich hätte ernsthaft gerne eine Reaktion auf meinen Einwand. Das ist kein Getrolle von mir! :-/

  3. on 16 Apr 2010 at 06:02Susanne

    @ulf_der_freak
    Hallo Ulf, hier etwas verspätet meine Antwort zu Ihrer Anfrage.
    Die in diesem Artikel beschriebene Eigenharntherapie sollte man selbst nur anwenden, wenn man vor seinem eigenen Urin keinen Ekel empfindet. Ansonsten sollte man auch nicht unter einer Harnwegsinfektion leiden, damit der Urin nicht schon mit Keimen und Bakterien vorbelastet ist. Generell gilt unter Fachleuten, dass der frisch ausgeschiedene Urin eine keimfreie Flüssigkeit ist. Aber ich muss ehrlich zugeben, mein Fall wäre diese Therapie auch nicht. Da auch keine eindeutigen wissenschaftlichen Heilerfolge vorliegen, sind Ihre Zweifel auch berechtigt. Aber wie das so ist bei außergewöhnlichen Therapieformen: Überzeugte Anhänger stehen zahlreichen Zweiflern gegenüber.

  4. on 16 Apr 2010 at 19:30ulf_der_freak

    Danke!

    Mir geht es nicht um Keime, sondern um die ausgeschiedenen Gift- und Abfallstoffe.

  5. on 17 Apr 2010 at 06:52Susanne

    Warum die ausgeschiedenen Gift- und Abfallstoffe in Beschreibungen über die Urintherapie so wenig bis gar keine Beachtung finden, kann ich Ihnen leider auch nicht sagen.

  6. on 21 Apr 2010 at 08:20ulf_der_freak

    Das ist unbefriedigend. Auf der einen Seite werden solche Dinge propagiert- aber ohne korrekte Informationen zu Physiologie, Risiken und Nebenwirkungen.

  7. on 21 Apr 2010 at 12:14Susanne

    Ja, das stimmt. Für die Wirksamkeit der Therapie liegen auch keine entscheidenden wissenschaftlichen Ergebnisse vor. Vielleicht sagt das auch etwas zu der Wichtigkeit dieser Therapieform aus.

  8. on 24 Mrz 2011 at 10:27akupunktur

    Hat das mal jemand ausprobiert, jemand mit Erfahrungen? Das wäre doch mal interessant.

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