Für schwache Venen verantwortlich sind neben der erblichen Veranlagung auch bestimmte Lebensumstände, die die Bildung von Krampfadern fördern. Vor allem Bewegungsmangel, Übergewicht, übermäßiger Alkohol- und Süßigkeitenkonsum, sitzende und stehende Berufe, chronische Verstopfung sowie zu eng anliegende Kleidung sind die Hauptgründe für Venenschwäche.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass eine ballaststoff- und vitaminreiche Ernährung, viel Bewegung und lockere Kleidung einer dauerhaften Venengesundheit förderlich sind.

Weitere venenstabilisierende Maßnahmen sind das Kaltduschen bzw. Kneippgüsse an den Unterschenkeln und das Tragen von angepassten Stützstrümpfen, vor allem wenn Betroffene oft lange sitzen müssen. Über den Tag verteilt kann man durch Wippbewegungen mit den Füßen ebenfalls die Venen stärken und ihre Pumptätigkeit anregen. Abends und wenn möglich auch nachts sollten die Beine beim Liegen hochgelagert werden, damit das angestaute Wasser über den Lymphabfluss, die Nieren und die Blutbahn wieder ausgeschieden werden kann.

Für eine naturheilkundlich medikamentöse Therapie von Venenschwäche bieten sich besonders Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) und der Steinklee (Melilotus officinalis) an.

Der Samen von Rosskastanien enthält Aescin, ein Gemisch von mehr als 30 Saponinen. Diese Substanz besitzt krampflösende, entzündungs- und ödemhemmende Eigenschaften. So verdichten Extrakte aus der Rosskastanie die Venenwände und fördern deren Straffung und verringern schon vorhandene Schwellungen. Regelmäßige  und dauerhafte Anwendungen mit Rosskastanienpräparaten bessern spürbar subjektive Symptome einer Venenschwäche wie z. B. Juckreiz oder Schwere- und Spannungsgefühl in den Beinen. Des Weiteren lassen Ödembildung und Schmerzen in den Unterschenkeln deutlich nach.

Es gibt Rosskastanienessenz, -salbe und -gel für die direkte äußere Anwendung. Dabei sollten Sie darauf achten, dass Sie die mit Krampfadern befallenen Beinen nicht kräftig massieren, sondern nur vorsichtig mit einem solchen Präparat einreiben. Denn bei Krampfadern besteht die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel in den Venen bilden, die sich durch eine Massage freisetzen und als Blutpfropfen in Richtung Lunge wandern können und damit eine lebensbedrohliche Thrombose auslösen.

Für die innere Anwendung bieten sich Rosskastanienkapseln oder -tabletten an.

Als zweite wichtige Heilpflanze gegen Venenleiden sei der Steinklee genannt. Der strauchige Steinklee wächst  – wie schon sein Name vermuten lässt – auf steinigem Untergrund wie Wegesränder, Schuttplätze oder Kiesgruben. Ein wichtiger Inhaltsstoff dieser Pflanze ist Cumarin, das blutverdünnende Eigenschaften besitzt. Ebenfalls im Steinklee enthaltene Flavonoide und Saponine regen den Blut- und Lymphfluss an.

Steinklee gibt es als Tee, Tinktur zur äußerlichen Anwendung und auch Kapseln zur Einnahme. Vor allem Tee stärkt den venösen Rückfluss und lindert so geschwollene und schwere Beine, Lymphstauungen oder Hämorrhoiden. Für eine Steinkleetee-Therapie sollten Sie am Tag morgens und mittags je eine Tasse Tee aus aufgebrühtem Steinkleekraut trinken.
Klären Sie aber zuvor mit Ihrem Hausarzt die Länge der Teekur ab, denn Steinklee kann bei Langzeitanwendung Leberstörungen verursachen.

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