Ist Soja wirklich so gesund?

Soja ist seit mehreren Jahrhunderten ein wichtiges Grundnahrungsmittel im asiatischen Raum. Und auch in den letzten Jahren haben sich in Europa zahlreiche Sojaprodukte auf dem Markt breitgemacht, sei es nun Sojamilch, Tofu oder mit Phytohormonen angereicherte Nahrungsergänzungsmittel aus Soja, um nur eine kleine Auswahl zu nennen.

Auch wenn Soja über hochwertiges Eiweiß verfügt, so sind mittlerweile kritische Stimmen laut geworden, die den Rundumschlag, dass Soja unumschränkt gesund sei, in Frage stellen.

Hier drei häufige Behauptungen und ihr \“Wahrheitsgehalt\“:

1. Soja hilft gegen Wechseljahrsbeschwerden

Die im Soja enthaltenen Phytohormone sind bei Frauen sehr beliebt, denn sie sollen übliche Wechseljahrsbeschwerden wie Hitzewallungen lindern. Zuerst wurde vermutet, dass die Phytohormone damit positiv in Verbindung stehen, weil Asiatinnen, die ja bekanntlicherweise viel Soja essen, kaum Probleme mit der Menopause haben. Doch die Konzentration dieser Stoffe – sogenannte Isoflavone, die dem weiblichen Hormon Östrogen gleichen und auch so wirken sollen – sind in Soja selbst nur sehr niedrig dosiert vorhanden. Größere Konzentrationsmengen bieten erst Nahrungsergänzungspräparate aus Soja. Diese Präparate mit den Soja-Phytohormonen sind in unterschiedlichen Dosierungsstärken erhältlich. Da bisher keine klare Aussagen sowie Angaben über optimale Wirkung und Behandlungsdauer vorliegen, hat das Bundesinstitut für Risikobewertung von einer längeren Einnahme dieser Phytohormone abgeraten.

Und auch wissenschaftliche Studien haben noch nichts Positives bewiesen. Die Ergebnisse können nicht aufzeigen, dass solche Nahrungsergänzungsmittel bei starken und schwächeren Wecheljahrsbeschwerden wirklich helfen.

2. Soja schützt vor Krebs
Angeblich sollen die Phytohormone, die in der Sojabohne enthalten sind, vor Brustkrebs als auch weiteren Krebsarten schützen. Wissenschaftlich belegt ist dieser Zusammenhang noch nicht. Experten weisen sogar darauf hin, dass Frauen, in deren Familien Brust-, Gebärmutterhals- oder Eierstockkrebs vorkommen, die Einnahme von Phytohormonen meiden sollen, denn die Wirkung dieser Phytoöstrogene kann das Risiko, an diesen Krebsarten zu erkranken, erhöhen. Also besser keine Eigentherapie mit Phytohormonen durchführen. Gegen den Verzehr von puren Sojaprodukten ist nichts einzuwenden.

3. Soja tut jedem gut
Dass die Sojabohne äußerst hochwertiges Eiweiß enthält, ist unumstritten. Auf dem Markt gibt es mittlerweile eine fast unüberschaubare Anzahl an Sojaprodukten, sogar Babynahrung findet sich darunter. Doch hier sollte man Vorsicht walten lassen, denn noch ist nicht klar, inwieweit die Soja-Phytohormone die Gesundheit von Säuglingen beeinflussen können. Ebenso warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung vor einer Babynahrung auf Sojabasis. Da kleine Kinder im Gegensatz zu Erwachsenen sehr viel Cholesterin benötigen, ist das cholesterinfreie Soja für sie ungeeignet, diesen Bedarf zu decken.

Auch Erwachsene sollten acht geben, denn viele reagieren mit Allergien auf das pflanzliche Eiweiß, wie erste Studien ergaben. Andererseits ist Sojaeiweiß für alle, die kein Fleisch essen, ein optimaler Fleischersatz. Und wer keine Probleme mit dem darin enthaltenen Eiweiß hat, kann Soja bedenkenlos verzehren.

One Response to “Ist Soja wirklich so gesund?”

  1. on 25 Feb 2010 at 14:37martin

    Diese „Vorwürfe“ gegen Soja sind überholt und beruhen fast ausschließlich auf falschen Berechnungen (so wird bspw. gerne ignoriert, dass sich verschiedene Inhaltstoffe der Sojabohne bei ihrer Bearbeitung zu einem Sojaprodukt ändern).
    Ausführlicher unter http://tierrechtsforen.de/soja

Impressum
Nutzungsbedingungen