Kaum ein Genussmittel ist mittlerweile so gut erforscht wie Kaffee und sein wichtigster Inhaltsstoff, das Koffein, welches in seiner Struktur dem körpereigenen Rezeptor Adenosin ähnelt, allerdings mit entgegengesetzter Wirkung. Während Koffein uns anregt, lässt Adenosin uns müde werden, indem es sich an Zellen andockt und deren Informationsaustausch blockiert.

Wenn wir nun anstatt eines Nickerchens eine Tasse Kaffee trinken, tricksen wir unseren Körper aus, denn jetzt nimmt das Koffein anstelle des Adenosins die Andockstellen der Zellen ein, ohne deren Leistung negativ zu beeinflussen.

Eine gute halbe Stunde später merken wir, wie der Kaffee uns die Müdigkeit genommen hat, die Durchblutung wieder besser geworden ist und unsere Leistungsfähigkeit zunimmt. Bei steigendem Kaffeekonsum gewöhnt sich unser Körper an diesen Effekt und daher brauchen wir immer mehr Koffein, um die anregende Wirkung zu spüren.

Schon im 18. Jahrhundert entbrannte der Streit, ob Kaffee nur ein Genussmittel oder auch unserer Gesundheit förderlich ist. Aktuelle Langzeitstudien haben mittlerweile bewiesen, dass viele Mythen um den Kaffee nicht haltbar sind. So waren Mediziner früher der Ansicht, dass regelmäßiger Kaffeegenuss den Insulinspiegel negativ beeinflusst, Blutdruck und Blutzucker in die Höhe treibt, unserem Körper zu viel Wasser entzieht und damit auch dem gesamten Herz-Kreislauf-System schadet.

Bewiesen ist bisher vor allem die anregende und damit gefäßerweiternde Wirkung auf unseren Kreislauf. Auch hat Kaffee auf jeden Fall einen harntreibenden Effekt, was aber als unschädlich eingestuft werden kann, denn unser Körper kann diesen Flüssigkeitsverlust selbst wieder ausgleichen.

Positive Auswirkungen von Kaffeegenuss sind seine Förderung der Konzentrationsfähigkeit, seine leicht antidepressive Wirkung sowie die Anregung der Verdauung. Außerdem hat die gefäßerweiternde Wirkung auch einen positiven Effekt auf die Bronchien, d. h. man kann Kaffee auch bei Asthma nutzen.

Empfohlen wird pro Tag ein Konsum von etwa 200 bis 300 mg Koffein, was etwa fünf Espresso-Tässchen oder zwei großen Tassen Filterkaffee entspricht. Denn auch bei Kaffee gilt ein Genuss in Maßen. Bei einem übermäßigen Konsum von dem allseits beliebten Heißgetränk spürt man auch oft die negativen Symptome wie Nervosität, Angstzustände, Unruhe, Zittern, Herzrasen, Schlaflosigkeit und eine leichte Abhängigkeit mit den entsprechenden Entzugserscheinungen wie Kopfweh.

Außerdem kann Kaffee bei magenempfindlichen Menschen durch die Röststoffe Magenschmerzen und Sodbrennen verursachen. Daher sollten Menschen mit sensiblem Magen entweder auf Kaffee verzichten oder sich für röststoffarmen Kaffee entscheiden. Das Koffein ist für diese Beschwerden – entgegen einiger Vermutungen – nicht verantwortlich.

Auch Schwangere sollten maßvoll mit dem Genuss von Kaffee umgehen, denn das Koffein kann die Freisetzung von Stresshormonen erhöhen, was einen gefäßverengenden Effekt auf die Gebärmutter hat, sodass der Fötus nicht mehr optimal mit Sauerstoff  und Nährstoffen versorgt wird. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Schwangeren und Müttern, die stillen, als Maximalkonsum höchstens zwei Tassen Kaffee pro Tag.

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