Wenn es im Winter draußen düster ist, die Sonne sich rar macht und die Nächte länger sind als die Tage, leiden viele Menschen an depressiven Verstimmungen. Oft ist ihnen nicht klar, was der wahre Grund für diese Niedergeschlagenheit ist, und so wird die Ursache bei der Arbeit oder im Privatleben gesucht. Dabei ist der Mangel an natürlichem Licht der Auslöser für die typische Winterdepression. 80 Prozent der Betroffenen sind Frauen.

Viele Frauen haben regelrecht Angst vor der dunklen Jahreszeit, denn sie wissen, dass für sie jetzt eine schlimme Zeit kommt. Wenn der Organismus nur wenig natürliches Licht aufnehmen kann, treten oft folgende Auswirkungen auf:

  • Natürliches Licht gibt dem Menschen die wichtigste Orientierung, steuert seine innere Uhr, den Schlaf-Wach-Rhythmus. Kunstlicht ist nur eine schlechte Kopie des Sonnenlichtes. Es bedeutet für den Organismus biologische Dunkelheit. Empfängt unser Körper zu wenig natürliches Licht, wird schon tagsüber das Schlafhormon Melatonin ins Blut ausgeschüttet.
  • Die Betroffenen verlieren jede Lebensfreude. Berufliche Leistungen lassen nach, man ist leicht reizbar und sogar aggressiv, nervös und angespannt.
  • Wer an Lichtmangel leidet, hat ein großes Schlafbedürfnis. Dennoch fühlt er sich nach dem Schlaf nicht erholt, sondern wie gerädert.
  • Oft wird in dieser Jahreszeit vor allem zu Schokolade und Teigwaren, also einfachen Kohlehydraten, gegriffen, sodass viele über den Winter eine deutliche Gewichtszunahme erleben, was wiederum frustriert.

Doch woran erkennt man, ob jemand an einer Winterdepression oder an einer klassischen Depression leidet? Antwort: Bei der Lichtmangeldepression will man schlafen, viel essen und nimmt an Gewicht zu. Bei der klassischen Depression dagegen verliert man den Appetit, kann nicht mehr schlafen und ist sogar selbstmordgefährdet.

Experten betonen, dass es gefährlich ist, die Winterdepression nicht zu behandeln. Denn daraus können schwere organische Erkrankungen entstehen. Eine einfache Hilfe gegen diese saisonal bedingte Erkrankung ist eine Lichttherapie.

Die Wissenschaft hat es genau untersucht. Wer erfolgreich die düstere Jahreszeit aus der Seele vertreiben will, der braucht Helligkeit von mindestens 2.500 Lux. Das entspricht etwa einer Lichtmenge von 30 Glühbirnen zu je 60 Watt. So hell ist ungefähr ein Frühlingsmorgen am Fenster. Daraus wurde die sogenannte Vollspektrumlampe entwickelt, die diese Lichtstärke aufweist, aber nicht mit einer künstlichen Lichtquelle gleichzusetzen ist.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, an solch eine Lampe zu kommen:

  • Fragen Sie bei Ihrem Hausarzt nach. Vielleicht besitzt er eine in seiner Praxis.
  • Sie können aber auch in eine entsprechende Praxis überwiesen werden, die solche Lampen einsetzt.
  • Oder Sie kaufen sich selbst eine Vollspektrumlampe. Sie finden sie auch im Internet z. B. bei www.shopid.de. Die Preise sind absolut erschwinglich.

Man muss sich für eine Bestrahlung nicht ausziehen. Und es ist vollkommen ausreichend, wenn man z. B. bei einer sitzenden Tätigkeit zwei Stunden lang ins Gesicht bestrahlt wird. Die regelmäßige Bestrahlung zeigt noch weitere Vorteile: So wird die allgemeine Immunkraft gestärkt, die Krankheitsanfälligkeit geht deutlich zurück.

Zusätzlich zur Vollspektrumlampe sollten Sie noch ein paar weitere Regeln befolgen, um die Lichttherapie zu unterstützen:

  • Verbringen Sie viel Zeit in der freien Natur, besonders dann wenn es sonnig ist.
  • Verstärken Sie dabei die Lichtaufnahme des Körpers durch einen Trick: Setzen oder stellen Sie sich hin, halten Sie Ihr Gesicht der Sonne hin, schließen die Augen und öffnen den Mund. US-Forschungen haben gezeigt, dass die Zähne wie Diamanten das Licht gebündelt anziehen und verstärkt in das Körperinnere weitergeben. Dasselbe tun die Pupillen der Augen hinter den geschlossenen Lidern.
  • Verringern Sie den Fleischverzehr im Winter. Hoher Fleischkonsum führt zu verstärkten Depressionen.
  • Essen Sie viel Naturprodukte, die das Sonnen-Vitamin D enthalten, wie Meeresfisch, Hirse oder Champignons.
  • Bestrahlungen im Solarium sind kein Ersatz für die Vollspektrumlampe. Im Umgang mit diesen Geräten sollten Sie vorsichtig sein.

One Response to “Lichttherapie gegen Winterdepressionen”

  1. on 19 Dez 2009 at 13:41L. Bergmann

    Der Beitrag ist hilfreich – bis auf den letzten Satz.

    Zwar sind Solarien in der Tat kein „Ersatz“ für Sonnenlicht oder Vollspektrumlampen bei der Behandlung saisonaler Depression.
    Dennoch wird die Sonnenbank nicht nur gegen die saisonale sondern gegen jede Form der Depression eingesetzt.

    Die Wirkung resultiert weniger aus Entspannung und allgemeines Wohlgefühl bei der Besonnung sondern durch die Bildung des Vitamin D in der Haut (bis zu 90 Prozent der Vitamin D-Versorgung geschieht in unseren Breiten durch die UVB-Strahlen der Sonne und im Solarium).

    Die Wirkungen des „Sonnenschein-Vitamins“ auf Gehirnfunktion und -Stoffwechsel ist in den letzten Jahren umfassend erforscht worden.
    Hier als Beispiel ein Bericht über zwei dieser Studien:
    http://www.sonnennews.de/wordpress/2008/09/23/licht-und-sonnenbank-gegen-den-winter-blues/

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