Ganz klar ist, dass wir ohne Vitamine nicht leben können. Doch wie sinnvoll ist das Einnehmen von zusätzlichen Vitaminpräparaten. Oder reicht eine gesunde Ernährung schon aus, um den Körper ausreichend mit Vitaminen zu versorgen.

Dazu hier ein paar Expertenmeinungen:

Sind wir ausreichend versorgt?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt eine Mischkost, die sich aus fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag zusammensetzt. Mit dieser Ernährung sind die meisten schon ausreichend mit Vitaminen versorgt. Wer allerdings nicht genügend Obst und Gemüse auf seinen täglichen Speiseplan setzt, wird mit Vitamin C unterversorgt. Und gerade jetzt in der kalten Jahreszeit stärkt Vitamin C unser Immunsystem.

Aber auch in besonderen Lebenssituationen entstehen Vitaminmängel. So leiden viele Schwangere unter Folsäuremangel, ein Vitamin, das das Risiko für Frühgeburten und Missbildungen reduziert. Senioren haben dagegen oft einen Vitamin-D-Mangel, was zu Knochenschwund und damit zu Knochenbrüchen führt.

Liefern Obst und Gemüse die besten Vitamin-Quellen?
Nach wie vor sind Obst und Gemüse die sichersten Vitamin- und Mineralstoff-Lieferanten, vor allem wenn es sich um Bio- und Saisonware handelt. Wichtig ist aber auch, nur frisches und möglichst unbehandeltes Obst und Gemüse zu essen.

Wann sollte man zu Vitaminpräparaten greifen?
Die Extrazugabe macht Sinn in bestimmten Lebenssituationen, wie bei Schwangerschaft, im  Alter und bei vermehrten sportlichen Aktivitäten. Allerdings können Vitaminpräparate frisches Obst und Gemüse nicht ersetzen. Denn eine ausgewogene Ernährung enthält außer den Vitaminen noch andere wichtige Nährstoffe wie z. B. Mineralien, die im Zusammenspiel mit den Vitaminen sich gegenseitig in ihrer Wirkung verstärken.

Woran erkennt man eine gute Qualität?
Bevor man sich Vitaminpräparate zulegt, sollte man sich mit seinem Hausarzt beraten, welches Mittel man kauft. Denn auch hier gibt es Unterschiede in der Vitaminkonzentration und der Erhältlichkeit – so sind manche Produkte apothekenpflichtig. Wichtig ist, dass die Dosierung entsprechend auf Alter, Gesundheitszustand und Lebensgewohnheiten angepasst wird.

Kann eine Vitamin-Überdosierung schaden?
Gerade eine Überdosierung von Vitamin A, D, E, K und B-Vitaminen führt zu Kopfschmerzen, Sehstörungen oder gar Bluthochdruck. Diese übermäßige Zufuhr ist aber nur mit Vitaminpräparaten möglich, nicht mit einer normalen Ernährungsweise.

Wie gesund sind Obst- und Gemüsesäfte?
Verbraucherzentralen warnen vor Produkten mit angereichertem Vitamin A und E, weil die Dosierung häufig zu hoch ist. Gesundheitliche Auswirkungen können Magen-Darmprobleme, Übelkeit, Kopfweh und Müdigkeit sein. Am besten frisch gepresste Säfte trinken oder die Frucht mitsamt ihren Ballaststoffanteilen verzehren. Das kommt vor allem der Verdauung zugute.

Wie schütze ich die Vitamine in den Lebensmittel?
Der Vitaminverlust in Obst und Gemüse geht schnell daher. So verlieren Äpfel schon nach drei Tagen bei Zimmertemperatur fast die Hälfte an Vitamin C, Spinat ca. 70 Prozent seiner Folsäure.
Um die Vitalstoffe länger in den Lebensmitteln zu bewahren, sollten Sie möglichst frische Ware oder Tiefkühlprodukte verwenden. Die enthalten meist noch mehr Biostoffe als frische Produkte. Auch das Aufbewahren im Kühlschrank schützt vor einem zu schnellen Vitaminabbau. Essen Sie bei Obst und Gemüse auch die Schale, denn dort sitzen die meisten Vitamine. Und halten Sie gekochtes Essen nicht zu lange warm, auch das laugt wertvolle Inhaltsstoffe aus. Daher Gemüse am besten bissfest dünsten sowie Kartoffeln mit Schale garen.

One Response to “Wie viel Vitamine braucht der Mensch?”

  1. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Ralf Hellbart, Ingrid Gerhard erwähnt. Ingrid Gerhard sagte: RT @RalfHellbart: Wie viel Vitamine braucht der Mensch (wirklich)? http://bit.ly/4Ll2zt […]

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