Die aus Südamerika stammende vielblättrige Staude Stevia wird von den Einheimischen schon seit einigen Jahrzehnten wegen ihres süßen Geschmacks vor allem für Tee-Zubereitungen verwendet.

Die Blätter des Korbblütlers ähneln im Geschmack Süßholz und enthalten unterschiedliche süß schmeckende Substanzen, wie z. B. Steviosid und Rebaudiosid A. Eine 0,4-prozentige Lösung des Steviosids schmeckt ungefähr 300-mal so süß wie Zucker. Und auch die getrockneten Blätter verfügen noch über eine enorme Süße, die über dem 40-fachen von Zucker liegt.

Die Vorteile von Stevia gegenüber dem industriellen Zucker liegen auf der Hand: Die Inhaltsstoffe werden vom Körper nicht aufgenommen. Das bedeutet: Keine Kalorien und keine Bakterien im Mund, da diese verhungern. Dadurch kann auch kein Karies entstehen. Stevia-Fans sehen in der Pflanze noch mehr Vorzüge. Ihren Angaben zufolge senkt die Pflanze den Blutdruck, hilft bei Diabetes und fördert die Verdauung. Äußerlich angewendet, soll sie sogar die Wundheilung unterstützen. Wegen des hohen Gehalts an Terpenen und Antioxidantien soll sie möglicherweise auch gegen Krebs wirksam sein, besonders gegen Prostatakrebs. Bisher ist jedoch nur die ausgleichende Wirkung auf den Bluthochdruck wissenschaftlich belegt.

Noch ist Stevia von der Europäischen Union als sogenanntes \“neuartiges Lebensmittel\“ nicht zugelassen, da nach Ansicht des Wissenschaftlichen Lebensmitttelausschusses der EU die existierenden Daten über die gesundheitliche Unbedenklichkeit der Pflanze noch nicht ausreichen, um Stevia als Lebensmittel einzusetzen. Ebenfalls konnte der Verdacht auf krebserregende Effekte oder Auswirkungen auf die männliche Fruchtbarkeit von dem Inhaltsstoff Steviosid nicht ganz ausgeräumt werden. Allerdings sollte man auch erwähnen, dass gesundheitsschädliche Folgen nicht nachgewiesen werden konnten, zumal die realistische Verzehrmenge von Steviosid bei einem halben Gramm täglich sehr gering ist und dadurch kaum negative Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit zu befürchten sind.

Anhänger der Pflanze sehen in den bisher gescheiterten Zulassungsanträgen eine Verschwörung der Zuckerlobby. Dagegen ist Stevia als Nahrungsergänzung in Japan, Zentral- und Südamerika, Israel, Thailand, China und in den USA erlaubt und wird dort auch kommerziell hergestellt.

Aber auch bei uns finden Sie Stevia-Produkte im Handel – bevorzugt im Internet, obwohl die EU sich über die gesundheitlichen Wirkungen von Stevia immer noch nicht einig ist und das Produkt als illegales Lebensmittel eingestuft ist:

So bietet z. B. der Online-Shop www.blauer-planet.de zahlreiche Stevia-Produkte, wie Stevia-Sirup, Stevia-Tabletten, getrocknete Blätter oder Stevia-Dulce (eingedickter Pflanzensaft) an. Eine ähnliche Produktpalette finden Sie auf www.medherbs.de sowie auf www.steviamarkt.de. Auf letztgenanntem können Sie auch Steviasamen für die Selbstkultivierung zuhause kaufen.

Weitere Anbieter im Internet finden Sie über Google mit dem Suchbegriff \“Stevia\“.

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