Jeden Tag produziert unser Verdauungssystem einen bis drei Liter Gas. Der größte Teil der Darmgase besteht aus geruchlosen Stoffen wie Stickstoff, Sauerstoff, Kohlendioxid, Wasserstoff und Methan. Nur winzige Mengen weiterer Gase verursachen die oft gefürchteten Duftnoten.

Ein Teil dieser Ausscheidungen wird gebildet, weil wir beim Essen und Trinken Luft schlucken. Bakterien der Darmflora produzieren bei ihrer Verwertung der Nahrungsreste den Großteil aller gasförmigen Ausscheidungen. Es entsteht umso mehr Gas, je mehr Kohlenhydratreiches und Ballaststoffhaltiges wir essen. Wer sich ballaststoffarm ernährt, also reichlich Zucker, Fett und Fleisch isst, produziert im Schnitt nur etwa ein Zehntel der Gasmenge wie derjenige, der hauptsächlich Vollkornbrot, Hülsenfrüchte, Obst und Gemüse auf seinem Speisezettel setzt.

Wie stark jemand von Blähungen geplagt wird, hängt auch davon ab, wie aktiv sein Darm sich bewegt und wie seine ganz persönliche Darmflora zusammengesetzt ist. Einige Bakterien produzieren bei ihrer Arbeit mehr Gas, andere weniger oder gar keins. Wer viel Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte verzehrt, weil er gesund und schlank bleiben möchte, muss mehr Darmgase in Kauf nehmen.

Was können Sie gegen Blähungen tun?

  • Die Verdauung ist so individuell wie der Charakter eines Menschen. Deshalb sollten Sie prüfen, was für Sie besser oder schlechter verträglich ist. Man sitzt schnell Vorurteilen auf und verzichtet ohne Grund auf wohlschmeckende, wichtige und gesunde Lebensmittel. Mancher verträgt beispielsweise die als blähend bekannten Bohnen nahezu folgenlos, reagiert aber auf den als harmlos geltenden Spinat mit vermehrter Gasbildung.
  • Essen und kauen Sie langsam und geduldig! Je feiner die Nahrung zerkleinert wird, desto weniger grobe Teile gelangen in den Dickdarm und werden dort unter stärkerer Gasbildung von Bakterien abgebaut.
  • Wer oft an Blähungen leidet, sollte sich aufschreiben, nach welchen Lebensmitteln die Gasbildung besonders stark ist. Solche Zutaten für mindestens vier Wochen vom Speiseplan streichen, danach nur kleine Mengen auf einmal essen und die Verträglichkeit prüfen. Wer regelmäßig ballaststoffreiche Lebensmittel isst, kann nach einer Gewöhnungszeit die Mengen steigern, weil der Körper dann mehr von den notwendigen Verdauungssäften produziert und sich im Darm die Bakterien vermehren, die von den Resten dieser Lebensmittel leben.
  • Wenn Sie nach dem Verzehr von Milch unter starken Blähungen leiden, handelt es sich um eine Verdauungsschwäche durch Enzymmangel.
  • Wenn Lebensmittel blähen, die reichlich Fruchtzucker und/oder Sorbit enthalten, handelt es sich ebenfalls um eine Verdauungsschwäche. Falls Sie bestimmte Lebensmittel im Verdacht haben, notieren Sie sich die Effekte, dann gehen Sie zu einem Facharzt und lassen sich untersuchen.
  • Wer Gasbildung scheut, sollte bestimmte Gewürze beim Kochen einsetzen. Vor allem die ätherischen Öle von Koriander, Kümmel, Ingwer, Chili, Senf und Kurkuma fördern die Bildung zusätzlicher Verdauungssäfte.
  • Wer hin und wieder von den wirklich unangenehmen gestauten Blähungen geplagt wird, der kann seinem Darm mit vielen Kräutertees helfen, die Verkrampfungen zu lösen. Lassen Sie sich beim Apotheker beraten, und testen Sie dann nach und nach selbst aus, welche dieser Kräuter Ihnen besonders gut bekommen. Günstig sind auch Kombinationen verschiedener Tees, z. B. Kardamom, Kümmel und Fenchel.

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