Unser Immunsystem benötigt für seine optimale Funktion die Mitwirkung der Darmbakterien; nur wenn die rund 50 Quadratmeter Schleimhaut des Dickdarms mit einer Vielzahl von Mikroben besiedelt ist, verfügen wir über starke Abwehrkräfte.

Grob vereinfacht leben in unserer Darmschleimhaut drei Gruppen von Bewohnern: die \”schlechten\”, die schädliche, zum Teil krebserregende Substanzen produzieren; die \”zweigesichtigen\”, d. h. solche, die sowohl positive als auch negative Eigenschaften annehmen und unserem Körper mal schaden, aber auch nutzen können; und die \”guten\”, die unser Immunsystem stärken. Diese Bakterien sind vor allem Milchsäure- bzw. Bifidusbakterien.

Günstig ist also eine Darmflora, die zu einem möglichst hohen Anteil aus den \”Guten\”, also wahrscheinlich aus Milchsäure- und Bifidusbakterien besteht. Schon lange versuchen Wissenschaftler in aller Welt, das komplizierte Ökosystem in unserem Körperinneren zu erforschen. Doch es wird sicherlich noch einige Zeit dauern, bis alle Vorgänge in unserem Darm vollkommen verstanden werden. So ist es auch gut möglich, dass viele \”gute\” Bakterien noch gar nicht bekannt sind, weil sie in sehr geringen Mengen auftreten oder an Stellen im Darm sitzen, an die die Wissenschaft mit den heutigen Mitteln noch nicht gelangt.

Bis vor wenigen Jahren glaubte man, dass unsere Darmflora völlig stabil und von außen kaum zu beeinflussen wäre. Doch inzwischen ist klar geworden, dass die Darmflora deutlich auf äußere Einflüsse reagiert. Was wir essen und trinken, welche Medikamente wir nehmen  oder wenn wir operiert werden – alles spiegelt sich in diesem System wider.

Eingedrungene Viren und Bakterien, die Durchfall auslösen, bringen die Darmflora vorübergehend durcheinander. Auch chronische Erkrankungen und seelische Belastungen haben spürbare Auswirkungen. Und auch Hormone spielen eine wesentliche Rolle. So entdeckten Forscher bei Frauen in den Wechseljahren mehr schädliche Pilze und Bakterien in der Darmflora als bei jüngeren. Im Alter werden immer mehr nützliche Bakterien abgebaut; parallel dazu lassen auch die Abwehrkräfte nach.

Womit aber können wir unsere Darmflora dauerhaft stärken? Vor allem mit der richtigen Ernährung. So ist es wichtig, in unseren Speiseplan fermentierte, also milchsaure Lebensmittel einzubauen und diese regelmäßig zu uns zu nehmen. Immerhin beweisen die ersten großen Studien am Menschen, dass der regelmäßige Verzehr von Lebensmitteln mit lebenden Milchsäurebakterien einen messbaren Einfluss auf das Immunsystem hat. Wird beispielsweise Joghurt mit lebenden Kulturen gegessen, reagiert das menschliche Immunsystem prompt und produziert mehr Abwehrstoffe als vorher. So werden z. B. hochaktive Zellbotenstoffe wie das Interferon gebildet und freigesetzt.

Man weiß, dass Milchsäurebakterien bei ihrer Arbeit Stoffe herstellen, die diese Effekte auslösen. Und das Ganze funktioniert selbst dann noch einigermaßen, wenn man milchsaure Sachen isst, in denen keine lebenden Bakterien mehr vorhanden sind.

Folgende Eigenschaften werden Milchsäurebakterien zugesagt:

  • Sie helfen beim Verdauen von Milch.
  • Sie regen das Immunsystem an.
  • Sie regulieren die Beweglichkeit des Darms.
  • Sie regenerieren die Darmflora nach der Behandlung mit Antibiotika, Strahlen- und Chemotherapie.

Einige Stämme können noch mehr:

  • Sie stoppen Durchfall.
  • Sie verringern das Darmkrebsrisiko.
  • Und sie vertreiben Krankheitserreger.

Wichtig ist aber auch, diese milchsauren Lebensmittel dauerhaft zu sich zu nehmen. Denn die Wirkung der Bakterien lässt schnell wieder nach, wenn kein Nachschub mehr erfolgt. Wer seine Darmflora auf Dauer günstig beeinflussen möchte, muss generell ballaststoffreich essen, denn nur dann bekommen die nützlichen Mikroben im Darm auch genügend \”Futter\”.

Die wichtigsten milchsauren Lebensmittel sind Joghurt – und es müssen nicht unbedingt die \”modernen\”, mit probiotischen Bakterien versehenen Produkte sein -, Kefir, Dickmilch und milchsauer vergorenes Gemüse wie Sauerkraut.

One Response to “Darmgesundheit Teil 4: Stärken Sie Ihre Darmflora”

  1. on 18 Jan 2010 at 13:34Edwina

    Lebensmittel mit natürlichen Milchsäurebakterien, also kein Functional Food, sind mit Sicherheit die beste Quelle für Probiotika, die es gibt. Allerdings muss man auch genug davon zu sich nehmen, um der Darmflora diesen Effekt zugute kommen zu lassen. Leider entstehen durch den Verzehr großer Mengen an z.b. Joghurt oder Hülsenfrüchten wiederum Darmbeschwerden. Zudem vertragen viele Menschen keine Milchprodukte oder leiden unter einem Reizdarm. Für sie ist die Zufuhr von Probiotika in Form einer Ergänzung (z.b. http://www.laktonova.de/onlineshop/probiotika/darmfloraaktiv.php ) eine sinnvolle Lösung. Die Wirksamkeit dieser Methoden wird auch durch eine Vielzahl von Studien gedeckt. Der Aufbau und die Erhaltung einer gesunden Darmflora sollte bei der Therapie chronischer Darmbeschwerden stets vorrangig betrachtet werden.

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