Es wird wieder kühler draußen und unsere dicken Pullover und Jacken wandern aus dem Schrank, um uns zu wärmen. Und auch die Temperaturgegensätze zwischen draußen und drinnen nehmen stetig zu. Dicke Kleidung sowie starke Temperaturschwankungen – all das tut unserer Haut nicht gut. Die Folge ist: Sie schränkt die Talgproduktion ein, wird trocken, fängt an zu schuppen – und juckt.

Experten schätzen, dass schon mehr als 33 Prozent der Deutschen unter behandlungsbedürftigen Hauterkrankungen leiden. Wenn sich die Haut entzündet, ständig juckt und Schuppen bildet, vermuten viele eine Allergie. Doch es kommen noch weitere Erkrankungen in Betracht.

Neben allergischen Reaktionen können Neurodermitis, Nesselsucht oder Schuppenflechte oder extrem trockene Haut die Ursache für Juckreiz sein.  Und auch das Alter spielt eine große Rolle, denn mit steigendem Lebensalter verliert die Haut kontinuierlich an Feuchtigkeit und an Elastizität und wird dadurch anfälliger für Infektionen.

Auch bestimmte Medikamente wie Mittel gegen Bluthochdruck, Herzschwäche oder Rheuma können die Haut belasten und als Nebenwirkungen zu Hautproblemen führen. Und so sollte gerade Juckreiz nicht unterschätzt werden, denn er kann innere Ursachen haben und chronisch werden.

Um die Haut vor Austrocknung, einem der häufigsten Gründe für Juckreiz,  zu schützen, sollte man sie ausgiebigst pflegen. Verwenden Sie regelmäßig eine rückfettende und feuchtigkeitsspendende Basiscreme – vor allem in der kalten Jahreszeit. Bei starker Austrocknung an Ellenbogen, Knien, Schienbeinen oder Füßen kann der Zusatz von Harnstoff (Urea) sinnvoll sein. Außerdem sollten Sie zu langes Duschen und Baden vermeiden und statt Duschgel hautschonende Syndets verwenden.

Zeigt die Haut schon erste Entzündungen, helfen Pflegeprodukte auf Salbenbasis mit entzündungshemmenden Wirkstoffen. Des Weiteren sollten Sie leichte, luftdurchlässige Kleidung aus Naturfasern bevorzugen. Zu warme, kratzige oder synthetische Fasern überhitzen die Haut und reizen sie. Auch die Raumtemperatur sollte nicht zu hoch sein. Eine kühle Dusche, feuchte Umschläge oder spezielle Cremes mit Menthol oder Kampher lindern schnell. Auf keinen Fall Franzbranntwein oder alkoholische Kräutertinkturen auf die juckende und trockene Haut reiben, diese Hausmittel laugen sie noch mehr aus.

Auch Hautverletzungen durch Kratzen sollten Sie tunlichst vermeiden, denn so können Bakterien sehr leicht in den Körper eindringen und Entzündungen hervorrufen. Juckende Stellen besser nur abklopfen, auch das beruhigt.

Wenn auch nach Tagen intensiver Pflege die Hautreizungen schlimmer werden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dabei ist die Ursachenforschung wichtig. Je nach Krankheitsbild können verschiedene äußerliche Therapien angewandt werden: Salben mit Hydrocortison lindern Entzündungen und Juckreiz schnell. Auch Capsaicin aus Chilischoten oder Polidocanol, ein lokales Oberflächen-Anästhetikum, helfen gut gegen Juckreiz.

Bei schweren Erkrankungen können auch innerliche Medikamente wie Antibiotika oder Antihistaminika eingesetzt werden.

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