Es ist allgemein bekannt, dass ein Zuviel an Triglyzerid – einer Art Fett im Blut – gefährlich für unser Herz sein kann, weniger bekannt dagegen ist, dass hohe Triglyzeridwerte auch gefährlich für das Gehirn sein können. Forschungsarbeiten haben ergeben, dass hohe Triglyzeridwerte in direktem Zusammenhang mit Depression, Wut, Aggression und sogar mit Hyperaktivität bei Kindern stehen. Hohe Triglyzeridwerte erzeugen Sauerstoffmangel im Gehirn, der zu kleinen Läsionen und Blutverklumpungen führen kann. Eine Studie belegte, dass eine Absenkung der Triglyzeride die Stimmung deutlich verbessern und Depressionen lindern kann. In einer Gruppe von 23 Männern und Frauen mit hohem Triglyzeridspiegel litten ungefähr 40 Prozent unter leichten Depressionen, die auf der Grundlage von standardisierten Kriterien gemessen wurden. Nachdem sie sich ein Jahr lang triglyzeridsenkend ernährt und Medikamente zu sich genommen hatten, fielen ihre durchschnittlichen Triglyzeridwerte um annähernd 50 Prozent, und ihre Depressionen waren praktisch nicht mehr vorhanden. Volle 90 Prozent der vorher depressiven Personen wurden vollständig gesund, die meisten innerhalb von sechs Wochen.
Eine Kette weiterer Anhaltspunkte weist Triglyzeride als Hauptursache für Gehirn- und Verhaltensstörungen aus. Britische Forscher fanden heraus, dass Männer mit zu hohen Triglyzeridwerten zu frauenfeindlichen Einstellungen neigen, gewalttätig werden und eine dominante Haltung an den Tag legen. Zweifellos gelten mittlerweile hohe Triglyzeridwerte als wichtigster Auslöser von Schlaganfällen, die durch Blutgerinnsel verursacht wurden, was zahlreiche Studien untermauern. Japanische Wissenschaftler stellten fest, dass Diabetiker im mittleren Alter mit hohem Triglyzerid zweimal häufiger einen Schlaganfall bekamen.
Auf welche Weise schaden Triglyzeride dem Gehirn? Ärzte sagen, dass zu hohe Triglyzeride das Blut träge machen und das Risiko von Gerinnungsbildung erhöhen, wodurch die Blut- und Sauerstoffzufuhr zu den Gehirnzellen abgeschnitten werden kann. Hohe Triglyzeride stehen darüber hinaus in Verbindung mit dem gefährlichsten Typ des Cholesterins, den LDL-Partikeln kleiner Dichte, die am ehesten die Blutgefäßwände durchdringen und die Gerinnung vorantreiben können.
Wie lassen sich die Triglyzeride senken? Laut Experten ist Omega-3-Fischöl der wirksamste, sicherste Weg, um diese Blutfette in den Griff zu bekommen; es ist sogar besser als alle bisher bekannten Medikamente.
Eine andere Studie fand heraus, dass eine tägliche Dosis, die dem Verzehr von 200 Gramm Lachs, Makrele oder Sardinen entspricht, die Triglyzeride um mehr als 50 Prozent senkt. Und es wirkt relativ schnell – normalerweise pendeln sich die Triglyzeridwerte in ein paar Wochen wieder auf das richtige Maß ein. Sogar der Ersatz der üblichen Fleisch-, Eier-, Milch- und Käseproteine durch Schalentiere kann die Triglyzeride drastisch senken, ergab eine Studie der University of Washington. Die Triglyzeridwerte sanken um 61 Prozent bei Menschen, die Jakobsmuscheln aßen, um 51 Prozent durch den Genuss von Austern und um 23 Prozent durch Krabben und Garnelen. Tipps:

  • Trinken Sie wenig Alkohol. Alkohol kann die Triglyzeride in die Höhe treiben. Ein oder zwei Glas Wein oder Bier täglich stellen jedoch kein Problem dar.
  • Schränken Sie Ihre Kohlenhydrataufnahme ein, insbesondere bei raffiniertem Zucker, zu dem auch Fruktose gehört, der vor allem in gesüßten Soft-Drinks enthalten ist.

Studien haben gezeigt, dass Zucker die Triglyzeride weitaus mehr in die Höhe treibt als Stärke-Kohlenhydrate. Stärke findet sich in Brot, Kartoffeln und Nudeln. Besonders bei „insulinresistenten“ Personen – überlicherweise angezeigt durch hohe Triglyzeride und niedriges „gutes“ HDL-Cholesterin – lässt eine zuckerreiche Ernährung die Triglyzeridwerte steil in die Höhe schnellen. Um diese in Schach zu halten, sind ganze Früchte immer besser als ballaststoffarme Bequemlichkeitskost wie Chips, fettarme, aber stark gesüßte Diät-Kekse und Süßigkeiten.

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