Bei Wassermangel in unserem Körper tritt eine ganz bestimmte Wasserumverteilung auf, denn es wird dafür gesorgt, dass kein Organ mehr Wasser als unbedingt erforderlich erhält. Bevorzugt wird in diesem Notsystem das Gehirn, das zu 85 Prozent aus Wasser besteht. Es ist vom umgebenden Wasser vor mechanischen Störungen geschützt und benötigt eine konstante Wasserzufuhr.

Es ist zwar beeindruckend, welche Kompensationsmöglichkeiten unserem Körper bei Wassermangel zur Verfügung stehen, doch damit sind erhebliche Nachteile verbunden. Besondere Aufmerksamkeit ist der Flüssigkeitsaufnahme von Kindern zu widmen. Viele Kinder lehnen Wasser ab. Durch das häufige Trinken von stark gezuckerten Limonaden und den “gesunden” Obstsäften ist ihr Geschmack so verändert, dass sie Wasser nicht mehr mögen.

Leider ist auch die Ansicht verbreitet, dass man mit Limonaden, Cola oder Kaffee den Wasserbedarf des Körpers decken kann. Diese Getränke enthalten zwar Wasser, sie entziehen bei der Ausscheidung dem Körper aber zusätzlich noch Wasser. Außerdem ist zu bedenken, dass der Körper durch deren Verzehr mit immer mehr krankmachenden Stoffen und sogar Giften belastet wird.

Es wird inzwischen akzeptiert, dass der Mangel an Vitaminen, Mineralien und anderen Stoffen zu Beschwerden und Krankheiten führen kann und dass die Zufuhr der fehlenden Stoffe eine Besserung oder Heilung bewirkt. Leider fehlt den meisten Menschen und selbst Ärzten aber (noch) das Verständnis, dass es zu einem Mangel an Wasser kommen kann, dass dieser Mangel Beschwerden und Krankheiten hervorruft und dass die Zufuhr von Wasser dabei eine Besserung herbeiführen würde.

Von Bedeutung ist natürlich die individuelle Situation. Wenn jemand eine Blaseninfektion hat, sollte er mehr Wasser trinken, da der konzentrierte Urin unangenehmes Brennen in der Harnblase verursacht. Auch Patienten mit Nierensteinen sollten viel trinken. Bei Herzschwäche oder anderen Nierenerkrankungen dagegen darf die Flüssigkeitsaufnahme nicht ohne Absprache mit dem Arzt einfach gesteigert werden.

Außerdem können Schmerzen durch Wassermangel entstehen, wie Kopfschmerzen und Migräne, Nackenschmerzen, Kreuz- und Gelenkschmerzen. Allergien, Asthma, chronische Müdigkeit, Depression, Schlafstörungen, Schlaganfälle, Verstopfung als auch Sodbrennen sind ebenfalls oft die Folge von Wassermangel.

Ob der Körper unter Wassermangel leidet, erkennt man an dem Handfaltentest. Wenn die Hand flach auf den Tisch gelegt wird und eine Falte nach oben abgezogen wird, muss diese sofort wieder verschwinden. Je länger die Falte erhalten bleibt, umso größer ist der Wassermangel.

Die erforderliche Trinkmenge für Gesunde kann man nach der Formel “Körpergewicht in kg x 0,03″ errechnen. Das bedeutet, ein 70 kg schwerer Mensch sollte am Tag etwa 2,1 Liter vorwiegend Wasser trinken. In einigen Fällen ist es notwendig, noch mehr zu trinken. Dies ist mit einem naturheilkundlich orientierten Arzt abzusprechen. Als Mindestanforderung gelten 1,5 Liter, die selbst von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung propagiert werden.

Es ist sinnvoll, morgens, vor jeder Mahlzeit und 2,5 Stunden nach einer Mahlzeit je ein Glas Wasser mit etwa 300 ml zu trinken. Durch das morgendliche Glas Wasser wird der Stuhlgang angeregt. Vor dem Essen tritt durch das Wasser eine gewisse Sättigung auf. Zusätzlich sollte man immer trinken, wenn man Durst hat. Im Gegensatz zu Nahrungsmitteln, bei denen wir uns mit abgelagertem Fett eine Reserve schaffen können, kann unser Körper kein Wasservorrat anlegen. Deshalb müssen wir regelmäßig über den Tag verteilt trinken.
Nicht als Wasserersatz sind Kaffee, Tee , Alkohol, Cola, Limonade und Obstsaft anzusehen. Solche Getränke können eingeschränkt zusätzlich getrunken werden. In zu großen Mengen führen sie zu einer erhöhten Urinausscheidung und damit zu einem Wasserverlust. Zusätzlich sind sie meist überzuckert.

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