Sie haben sicher schon davon gehört, wissen aber nicht richtig, welche Krankheit genau dahinter steckt. Dabei ist eine Gürtelrose sehr schmerzhaft. Meist hat man nicht nur starke Schmerzen am Bauch oder im Gesicht – auf der Haut bilden sich zahlreiche brennende Bläschen. Die gute Nachricht: Endlich gibt es wirkungsvolle, neue Heilmethoden. Vielfach hilft aber auch das sogenannte Besprechen – eine jahrtausendealte Heiltradition. Dazu mehr am Ende des Artikels.

Wichtig vorab: Eine Gürtelrose können Sie nur bekommen, wenn Sie in der Kindheit schon mal an Windpocken erkrankt waren. Denn deren Varicella-Zoster-Viren \”verstecken\” sich nach überstandener Krankheit in den Nervenknoten des Rückenmarks, bis sie irgendwann aktiv werden und es zum Ausbruch der Gürtelrose kommt.

Normalerweise ist das Immunsystem in der Lage, die Viren in Schach zu halten. Doch wenn die Abwehr schwach ist, etwa durch eine Grippe oder zu viel Stress, können sich die Erreger ungebremst vermehren und über die Nervenbahnen an die Hautoberfläche wandern. Die Folge ist eine sehr schmerzhafte Nervenentzündung, die von brennenden oder juckenden Hautbläschen begleitet wird.

Bei über der Hälfte der Erkrankten bricht die Krankheit an Bauch oder Rücken aus, bei jedem Fünften ist der Kopf betroffen. Die Gürtelrose kann aber auch an Schulter oder Gesicht auftreten. Eine Gefahr besteht auch fürs Augenlicht. Die Zoster-Viren können die Binde- und Hornhaut so stark schädigen, dass man erblindet.

Typische Begleiterscheinungen sind bei Krankheitsbeginn Abgeschlagenheit und Müdigkeit, manchmal auch Fieber. Wenn die Viren nach ein paar Tagen die Hautoberfläche erreicht haben, kommen Kribbeln und Schmerzen hinzu. Meist klingen die Beschwerden nach drei Wochen ab. Gelegentlich führt die Gürtelrose aber auch zu chronischen, Monate bis Jahre anhaltenden Schmerzen. Nachweisen lässt sich das Leiden durch einen Wundabstrich oder Bluttest beim Arzt.

Grundsätzlich sollte man seine Haut aufmerksam beobachten und bei kleinstem Verdacht auf eine Gürtelrose zum Arzt gehen. Je früher das Virus bekämpft wird und die Behandlung einsetzt, desto besser sind die Heilungschancen. Auf jeden Fall heißt es dann sich Ruhe gönnen. Mit den folgenden Mitteln bekommt man das Leiden meist in den Griff:

Je nach Schweregrad verordnet der Arzt sogenannte Virustatika (z. B. mit den Wirkstoffen Aciclovir, Benzocain, Famciclovir). Sie hemmen die Vermehrung der Viren. Mittelstarke bis starke Schmerzmittel stoppen die oft quälenden Schmerzen. Desinfizierende Spezialpuder lindern zusätzlich, Zinkpaste legt die Bläschen trocken.

Welche natürlichen Mittel helfen?
Hausmittel, pflanzliche oder homöopathische Arzneimittel unterstützen die medikamentöse Therapie. Hier die besten Tipps im Überblick:

Kalte Waschungen oder Auflagen mit Apfelessig beruhigen die brennende Haut, dämpfen Schmerzen und Juckreiz. Zudem wird der Heilungsprozess beschleunigt. Rezept: Etwa 5 Tropfen Apfelessig in einem Glas Wasser mischen und auf einen Lappen gießen. Im Anschluss damit 1-2mal täglich über die Hautstellen streichen. Auch lindernd: Auflagen mit Kamille- oder Ringelblumentinktur (10 Tropfen auf 1 Glas Wasser) und Kompressen mit Franzbranntwein. Im akuten Stadium der Krankheit keine parfümierten Seifen oder Duschgele benutzen. Sie können die Haut zusätzlich reizen.

Im Anfangsstadium einer Gürtelrose hilft z. B. Apis mellifica D6 bis D12. Arsenicum album D30 lindert das Brennen. Fragen Sie in der Apotheke nach. Dort berät man Sie über die richtige Dosierung.

Zur Steigerung der Abwehrkraft helfen auch Präparate mit Sonnenhutextrakt. Johanniskrautöl besänftigt die Schmerzen.

Wie schon am Anfang des Artikels erwähnt, hilft bei Gürtelrose auch das Besprechen. Doch worum handelt es sich hierbei? Das Besprechen ist eine rund 2000jährige Tradition und hat viel mit dem christlichen Glauben zu tun. Die Fähigkeit, eine Gürtelrose oder auch Warzen zu besprechen, wird immer gegengeschlechtlich – also von Frau zu Mann oder Mann zu Frau weitergegeben.
Dabei handelt es sich um eine Art Heilgebet, was von dem/der Therapeuten/in gedacht oder gemurmelt wird. Auf diese Weise sollen die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden. Am erfolgreichsten ist das Besprechen bei abnehmenden Mond. Angeblich hilft das Besprechen auch bei Nichtgläubigen und Skeptikern.

2 Responses to “Gürtelrose – was gegen die schmerzhafte Nervenentzündung hilft”

  1. on 18 Sep 2009 at 16:47Klaus Gürtel

    Vielen Dank für diesen tollen Beitrag. Habe das einem betroffenen Bekannten zukommen lassen und der hat sich für die guten Tipps bedankt.

    Weiter so !

    Klaus

  2. on 31 Jan 2013 at 22:15anja hebick

    guten abend meiner oma geht es sehr sehr schlecht sie hat schon seit ca.4monaten nervenschmerzen wegen der guertelrose sie kann sich manchmal kaum bewegen.
    gibt es denn kein nervergift was man unter die haut spritzen könnte?
    sie hat wirklich schon alles ausprobiert alles sie leidet so fuerchterlich und ich wuerd ihr so gern helfen.
    da es ja von den nerven kommt also innerlich gibt es ja nicht so viele möglichkeiten und wie sie schon im beitrag erwähnten von tabletten bekommt man andere nebenwirkungen. wuerd mich ueber eine antwort sehr freuen.
    vielleicht gibt es ja in den usa schon tests oder andere medikamente.

    Lg Anja Hebick

    ps meine oma ist schon 78jahre

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