Mit Druck gegen Schmerzen

Mittlerweile ca. fünf Millionen Menschen in Deutschland leben mit Dauerschmerzen – sie erschweren den Alltag und schränken die Lebensqualität ein. Viele kommen nur noch mit starken Schmerzmitteln über die Runden, Nebenwirkungen eingeschlossen.

Studien beweisen: Ungefähr sieben Jahre zieht ein Schmerzpatient von Arzt zu Arzt, bis er endlich Hilfe erhält. Jetzt gibt es neue Hoffnung: Mit der sogenannten Manual-Therapie lassen sich Schmerzen ganz einfach wegdrücken.

Druck statt Medikamente
Diese neue Methode wird auch als Schmerzpunktpressur bezeichnet. Entwickelt wurde sie von den Therapeuten Roland Liebscher-Bracht und seiner Frau, der Ärztin Dr. Petra Bracht. “Die traditionelle Schulmedizin geht davon aus, dass Arthrose, Bandscheibenvorfälle, Nervenreizungen oder auch Entzündungen Schmerzen verursachen”, so Liebscher-Bracht. “Wir gehen davon aus, dass es fast immer an den Muskeln liegt.”

Seine Therapie ruht auf zwei Säulen: Zum einen wird versucht, die Schmerzen durch eine spezielle Druck-Punkt-Massage im wahrsten Sinne des Wortes wegzudrücken. Zum anderen muss der Patient aktiv mitarbeiten, denn er sollte ein von den Therapeuten vorgegebenes Dehnprogramm regelmäßig selbst durchführen.

Gezielte Suche nach den Schmerzpunkten
Zunächst sucht der Therapeut nach bestimmten Schmerzpunkten in den sogenannten Golgi-Sehnenapparaten. Darunter versteht man die Übergänge von Muskeln zu Sehnen. Das menschliche Skelett ist von ungefähr 200 dieser Punkte übersät. Sie sollen den Muskel vor Überlastung schützen. Wird die Spannung zu groß, senden die Golgi-Sehnenapparate ein Signal an das Gehirn, den Muskel wieder zu entspannen.

Genau dieses Phänomen nutzt die Manualtherapie: Für rund zwei Minuten drückt der Therapeut den Muskelansatz auf dem Knochen zusammen. Als Folge wird ein Reflex ausgelöst, der den Muskel zum Entspannen zwingt. Schon nach der ersten Behandlung gehen die Schmerzen spürbar zurück. Die beiden Therapeuten gehen davon aus, dass es sich bei 80 Prozent aller Schmerzen um Warnschmerzen handelt. Nur 20 Prozent sind Schädigungsschmerzen. Ist das muskuläre Gleichgewicht wieder im Lot, heilt die Schädigung aus.

In der Nachsorge liegt der Erfolg
Wichtig ist dann aber die zweite Säule der Therapie. Um eine dauerhafte Genesung herbeizuführen, muss der Patient die Engpassdehnungen machen, und zwar kontinuierlich. Nur so ist es möglich, die zuvor verkürzten Muskeln wieder in die richtige Form zu bringen. Dann können sich die Gelenke wieder im richtigen Ausmaß bewegen. Wird das regelmäßige Training vernachlässigt, kommen die Warnschmerzen bald wieder zurück.

Zahlreiche Erfolge
Die Ergebnisse lassen Schmerzpatienten hoffen. Bisher erzielte Liebscher-Bracht bei nahezu allen Schmerzformen gute bis sehr gute Erfolge. Dazu gehören Kopf- und Arthrose-Schmerzen, ebenso wie Muskelprobleme, Nervenreizungen und Rückenleiden. Das bestätigen auch viele Patienten, die sich dieser Therapie unterzogen haben. Allerdings gibt es bislang keine wissenschaftliche Bewertung der Therapie. Auch Studienergebnisse stehen noch aus.

Kassen übernehmen die Kosten nicht
Eine Sitzung kostet zwischen 70 und 120 Euro. In vielen Fällen reicht ein einziger Termin aus. Die Kassen zahlen leider nicht. Mehr als 900 Therapeuten hat das Ehepaar Liebscher-Bracht bisher bundesweit ausgebildet. Zu finden sind diese unter anderem auch auf der Website www.Liebscher-Bracht.com.

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