Die große Vorsicht vor der Sonne, damit sie der Haut nicht schadet und keinen Krebs auslöst – jahrzehntelang haben Ärzte uns dringend geraten: je weniger Sonne, desto gesünder. Aber heute weiß die medizinische Forschung: Das war so nicht richtig, da das Sonnenlicht lebenswichtig für uns ist. Umfassende Untersuchungen in den Vereinigten Staaten und in Europa zeigen überraschende Resultate: Auf einen Menschen, der an Hautkrebs stirbt, kommen über 50 Personen, die an anderen Krebsarten sterben, weil sie zu wenig Sonnenlicht an sich rangelassen haben.

Wohldosiert schützt uns die Sonne nicht nur vor bestimmten Krebsarten. In sonnenreichen Ländern erkranken deutlich weniger Menschen an Diabetes, Bluthochdruck oder Rheuma wegen des Vitamin D, das uns die Sonne spendet. 90 Prozent unseres Tagesbedarfs bildet die Haut. Und dazu braucht sie UV-Licht.

Wie viel Sonne ist gesund? Mediziner sind sich über eine Formel einig: 10 Minuten ohne Sonnencreme in der prallen Sonne, 20 Minuten bei bewölktem Himmel. In diesen wenigen Minuten kann Sonne schon heilen. US-Forscher entdeckten erst vor Kurzem: Menschen mit genug Vitamin D im Blut erkälten sich nur selten. Das Sonnen-Vitamin fördert Abwehrstoffe und aktiviert Fresszellen, die Viren abtöten. Aber es kann noch mehr: Wenn das Immunsystem mit Entzündungen in den Atemwegen gegen Viren und Bakterien vorgeht, reguliert der Vitalstoff diese Heilreaktionen. So sinkt das Risiko, dass etwa chronische Nebenhöhlen-Entzündungen oder Bronchitis zurückbleiben. Die Sonne stärkt das Immunsystem, wenn es zu schwach ist. Und sie hilft auch, starke Immunreaktionen zu verhindern, die etwa Rheuma verursachen. Auch das haben Forscher erst kürzlich nachgewiesen.

Je weniger Sonnenlicht man bekommt, desto höher ist das Diabetes-Risiko. Vor allem in nördlichen Ländern steigt die Zahl der Betroffenen. Forscher fanden heraus, warum: Mit Sonnenlicht bildet die Bauchspeicheldrüse genug Insulin. Dafür sorgt wieder das Vitamin D aus der sonnenverwöhnten Haut. Insulin schleust Zucker als Nahrung aus dem Blut in die Zellen. Wenn das nicht richtig funktioniert, steigt der Blutzucker-Spiegel – auf Dauer führt das zur Zuckerkrankheit. Außerdem senkt das Sonnen-Vitamin Cholesterin im Blut. Auch zu viel Cholesterin ist ein Diabetes-Risiko.

Gute Nachricht für Frauen: Genug Vitamin D im Blut schützt nach den Wechseljahren vor Brustkrebs. Das zeigen Studien des Deutschen Krebsforschungsinstitut Heidelberg. Wichtig für Männer: Der Vitalstoff senkt das Risiko für Prostata-Krebs – vor allem, wenn sie als Kinder und Jugendliche viel in der Sonne waren. Für Männer und Frauen gilt: Es gibt weniger Darmkrebs-Fälle in sonnigen Ländern. Vitamin D stimuliert die Abwehr gegen Krebszellen. Und es hemmt auch ganz direkt das unkontrollierte Wachstum von Krebszellen. Wissenschaftler vermuten nun, dass das Sonnen-Vitamin auch einen positiven Effekt bei anderen Krebs-Arten hat.

Nicht neu, aber trotzdem wichtig: Sonnenlicht macht unsere Knochen und Zähne stark. Wieder ist der Allrounder Vitamin D im Spiel. Der Vitalstoff sorgt dafür, dass im Darm viel Kalzium aus der Nahrung aufgenommen wird. Das Mineral gelangt über das Blut in die Knochen und die Zähne, lagert sich dort wie Zement ein und macht sie fest. Das Gleiche gilt für das Mineral Phosphor – zu wenig Vitamin D heißt, zu wenig Phosphor in unserem inneren Gerüst. Sonnenlicht garantiert, dass Kalzium und Phosphor im richtigen Verhältnis zueinander eingelagert werden.

Das spürt jeder ganz deutlich: Im Frühjahr steigt die Laune. Ein paar Minuten unter blauem Himmel, und wir fühlen uns beschwingt und optimistisch, Sorgen erscheinen uns in einem freundlicheren Licht. Das kommt nicht von ungefähr: Die UV-Strahlen regen über die Netzhaut und die Sehnerven das Stammhirn an. Es bildet sehr schnell mehr Serotonin – und das ist unser wichtigstes Glückshormon. Es gibt uns in Minuten den Kick und kann sogar Angstgefühle mindern. Daraus folgt eine wunderbare Vielfach-Wirkung: Wir sind weniger gestresst, deshalb können Immunsystem, Herz, Kreislauf und Verdauung besser arbeiten.

One Response to “Warum die Sonne doch gesund ist”

  1. on 17 Sep 2009 at 23:25Martin

    Casper Hauser bekam keine Sonne ab und lebte im Verließ und bei ihm äusserte sich dies extrem negativ. Nun erkennt die Wissenschaft , wie wichtig nur ein ganz bisschen Sonnenlichtam Tag ist.Genauso ist das Licht einer Sparlampe kein Ersatz

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