Der Name Folat ist von dem lateinischen Wort \“folium\“ abgeleitet, was \“Blatt\“ bedeutet. Früher bezeichnete man Folat auch als Vitamin B9. Das wasserlösliche Vitamin kommt hauptsächlich in grünem Blattgemüse wie Salaten, Spinat und Mangold vor – weniger in Obst.

Folat ist extrem empfindlich: Schon 50 Prozent gehen bei einer Lagerzeit von 3 Tagen verloren. Und 90 Prozent werden durch 2-minütiges Kochen zerstört.
Für die tägliche Minimalzufuhr (400 Mikrogramm) müssten Sie etwa 1,5 Kilo Weizenvollkornbrot oder 300 Gramm Spinat oder etwa 700 Gramm Kopfsalat, möglichst in Form von Saft, verzehren. Wenn das Blattgemüse drei Tage alt ist, verdoppelt sich allerdings die Menge an Spinat oder Kopfsalat, die Sie essen müssten, um Ihren Mindestbedarf an Folat zu decken.
Kein anderes Vitamin ist so anfällig durch die Be- und Verarbeitung der Nahrungsmittel wie Folat. Gerade mal 1 Prozent der Deutschen schafft laut Statistik die minimal empfohlene Zufuhr von 400 Mikrogramm am Tag. Fehlgeburten, Missbildungen bei Neugeborenen, Herzinfarkte, Müdigkeit und Depressionen können die Folge von Folatmangel sein. Bei älteren Menschen kommen noch eventuell Blutarmut und eine erhöhte Infektanfälligkeit hinzu.

Folatmangel ruft Depressionen hervor
Bis auf die Leber enthält kein anderes Organ so viel Folat wie das Gehirn. Fällt der Folatgehalt im Gehirn, dann stellt sich schnell ein Unlustgefühl ein. Bei starkem Folatmangel stellen sich sogar Depressionen ein. Ein Viertel aller depressiven Menschen leidet unter einem Folatmangel. Vor allem bei älteren Menschen entstehen Altersdepressionen häufig aufgrund von zu wenig Folat und nicht aufgrund ihrer Lebensgeschichte.
Viel Homocystein durch Folatmangel
Folat, Vitamin B6 und B12 sind entscheidend am Auf- und Abbau von Eiweiß beteiligt. Alle drei bauen ein sehr gefährliches Zwischenprodukt im Eiweißstoffwechsel ab: das Homocystein. Hohe Homocysteinwerte sind immer ein Zeichen für einen Mangel an Vitamin B6, B12 und Folat. Hohe Homocystein-Blutwerte bedeuten eine Vedopplung des Herzinfarktrisikos sowie ein viermal höheres Risiko für Schlaganfall. Außerdem tritt vermehrt Osteoporose auf.
Folat hält die Blutgefäße frei
Jeder zweite Deutsche stirbt an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Experten schätzen, dass eine bessere Zufuhr von Folsäuretabletten 15 000 unnötige Herzinfarkte pro Jahr in Deutschland verhindern könnte. Homocystein ist rasierklingenscharf und führt zu Minirissen an den Blutbahnen. Die Folge: Eiweißmüll und Fett sammeln sich besonders leicht an den Arterienwänden an, bis die Arterien zugesetzt sind. Messungen an Patienten mit einem hohen Homocysteinwert haben gezeigt, dass die Halsschlagader deutlich verengt war. Das kleinste Blutgerinnsel kann die Blutbahn verstopfen und die Blutversorgung für Herz und Hirn blockieren.

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