Sanfte Medizin liegt im Trend. Vor allem Frauen ab 40 vertrauen darauf. Sie wünschen sich eine Behandlung, bei der sie sich verstanden und aufgehoben fühlen. Für sie ist es sehr wichtig, dass der Therapeut sie als mündige Patientin behandelt. Das Angebot der als alternativ bezeichneten Heilmethoden boomt. Klassische Anbieter sind die Heilpraktiker.

Aber was sind diese sogenannten sanften Methoden oder Natur-Heilverfahren? Immerhin gibt es mehr als 400 Methoden in Deutschland. Forschende Wissenschaftler fassen die Verfahren so zusammen: Fast immer wird ganzheitlich behandelt – mit dem Ziel, die Selbstheilungskräfte anzuregen. Der Heilpraktiker sieht den ganzen Menschen statt nur des einzelnen Symptoms.

Am wichtigsten ist Vertrauen: Bei den alternativen Heilmethoden, die teils schon viele Jahrhunderte alt sind, hat sich herausgestellt: Am besten helfen sie, wenn die Patienten offen dafür sind. Wer seinem Therapeuten vertraut, dem hilft die angewandte Methode deutlich besser. Und viele Naturheilverfahren verringern Stress, der oft die eigentliche Ursache für Beschwerden ist.

Wirkung durch Forschung nachgewiesen: Die Arbeit von Heilpraktikern wird immer genauer wissenschaftlich untersucht. Dabei konzentrieren sich medizinische Studien auf die verschiedenen Natur-Heilmethoden und untersuchen, ob und wie sie wirken. Institute wie die Stiftung Warentest oder die renommierte internationale Cochrane-Gesellschaft prüfen wiederum, wie aussagekräftig diese Studien eigentlich sind und leiten daraus Empfehlungen ab. Die wichtigsten, durch geprüfte Studien anerkannten Verfahren sind Biofeedback, Osteopathie, Akupunktur und Magnettherapie.

Wie finde ich einen guten Therapeuten? Mehr als 20 000 Heilpraktiker bieten in Deutschland ihre Dienste an. Weil Heilung ganz stark von Vertrauen abhängt, sollte man auf die gute alte Mundpropaganda setzen: Menschen, denen ein Heilpraktiker etwa bei starken Schmerzen helfen könnte, sagen das gern weiter. Hören Sie sich also bei Freunden und Bekannten um. Auch in Apotheken können Sie Empfehlungen bekommen, wenn z. B. in der Nähe ein erfolgreicher Therapeut arbeitet.

Oder Sie suchen einen Heilpraktiker bequem im Internet, am besten über große Berufsorganisationen:

Fachverband Deutscher Heilpraktiker: www.heilpraktiker.org
Bund Deutscher Heilpraktiker: www.bdh-online.de

Ein guter Heilpraktiker nimmt sich Zeit, hört Ihnen aufmerksam zu, fragt gezielt nach – etwa nach ärztlichen Diagnosen und welche Medikamente Sie nehmen. Er rät nicht von verordneten Mitteln ab. Gern beantwortet er alle Ihre Fragen. Und er sagt Ihnen schließlich, welche seiner Methoden für Sie infrage kommt und warum. Danach erklärt er die Behandlungsschritte ganz genau. Und wenn die Therapie nicht wie gewünscht wirkt, hält er nicht daran fest und rät Ihnen, lieber zum Arzt zu gehen.

Was kostet die Behandlung? Heilpraktiker nehmen meist 30 bis 40 Euro für eine ausführliche Erstbefragung und Beratung. Und sie sagen, wie viel die Therapie kosten würde. Das sind meist 40 bis 100 Euro pro Behandlung – je nachdem, welche Methode angewendet wird und wie lange eine Sitzung dauert. Immer mehr Krankenkassen bezahlen anerkannte Therapien zumindest teilweise. Vorher nachfragen kann sich für Sie lohnen.

Biofeedback
Die Methode:
Damit lernt man, die heilende Kraft der Gedanken einzusetzen. Sensoren messen etwa Puls, Blutdruck, Temperatur und Muskelbewegungen. Ein Computer stellt die Werte auf einem Monitor als Figuren dar, die sich verändern – man sieht genau, wie man etwa einen Muskel entspannt.
Wirksam bei: Studien zeigen, dass Biofeedback bei Blasenschwäche und Darmbeschwerden hilft, es kann nächtliches Zähneknirschen und die Folgen wie Kiefergelenk-Schmerzen heilen. Bei Kindern ist auch bewiesen, dass dieses Verfahren Migräne lindert.

Osteopathie
Die Methode:
Ein Osteopath heilt nur mit den Händen. Die Ausbildung dauert fünf Jahre. Er tastet nach verspannten Muskeln und Gelenken, prüft auch die Bauchorgane. Durch sanfte Berührung, gezielten Druck oder Dehnung stimuliert der Heilpraktiker Nerven, Durchblutung und Stoffwechsel und stellt die Harmonie im Körper wieder her.
Wirksam bei: In den USA ist das Verfahren genauso anerkannt wie die Schulmedizin. Es lindert Rückenschmerzen ebenso gut wie Schmerzmittel. Die Methode kann auch bei chronischen Kopfschmerzen und Ohrgeräuschen (Tinnitus) helfen.

Akupunktur
Die Methode:
Akupunktur-Punkte auf der Haut, die auf Energiebahnen (Meridianen) liegen, werden mit hauchfeinen sterilen Nadeln stimuliert. Das löst Blockaden im Fluss der Lebensenergie Qi, heilt so Beschwerden und Krankheiten. Die Punkte sind jeweils mit Organen oder Körperregionen verbunden und stärken dort die Selbstheilung.
Wirksam bei: Eindeutig nachgewiesen ist die Wirksamkeit bei Fibromyalgie, Kniegelenk-Arthrose, Tennis-Ellbogen, Rückenschmerzen, Spannungskopfschmerz, Migräne. Auch gegen Zahnschmerzen kann Akupunktur gut helfen.

Magnettherapie
Die Methode:
Spezielle Geräte erzeugen pulsierende Magnetfelder. Sie regen Zellstoffwechsel, Sauerstoffversorgung, Entschlackung und Durchblutung an. Entweder liegt ein Magnetkissen etwa unter dem Arm oder dem Knie. Oder es wird eine Magnetspule über dem jeweiligen Körperteil justiert. Man spürt nur ein feines Kribbeln.
Wirksam bei: Mehrere kontrollierte Studien zeigen: Pulsierende Magnetfelder können bei Arthrose Schmerzen lindern oder sogar stoppen. Wichtig für Frauen: Die Wirkung ist auch bei chronischen Unterleibsbeschwerden nachgewiesen.

One Response to “Wie gut sind Heilpraktiker?”

  1. on 10 Mai 2009 at 18:24wilma Puhl

    Kann man mit Vitamin C Infusionen Organe aufbauen und den Köper fit bekommen? Wie teuer ist eine Infusion?
    Welche Möglichkeiten gibt es bei Borreliose und Pfeifferischem Drüsenfieber?

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