Natur-News kurz und kompakt

Fettgewebe produziert Hormone
\“Das kommt bestimmt von den Hormonen\“ – diese bisher meist als faule Ausrede eingestufte Erklärung übergewichtiger Menschen stimmt in vielen Fällen offenbar tatsächlich. In den letzten zehn Jahren sind nämlich weltweit mehr als 100 Hormone entdeckt worden, die vom menschlichen Fettgewebe (vor allem Bauchfett) produziert werden, berichtet Prof. Dr. Martin Wabitsch, Leiter der Sektion Pädiatrische Endokrinologie und Diabetologie am Universitätsklinikum Ulm. Deshalb sei die Fettzelle nicht nur als ein Energiespeicher zu betrachten, sondern als eine klassische Drüse. Das Fettgewebe sei ein Hormone bildendes Organ, das viele hochaktive Botenstoffe in den Blutkreislauf freigibt. Diese Botenstoffe kommunizieren mit dem Gehirn, der Leber, der Bauchspeicheldrüse und anderen Organen. \“Auf dieser Basis verstehen wir heute das Übergewicht aus einer völlig anderen Sicht\“, so der Wissenschaftler. Das Körpergewicht sei hauptsächlich biologisch reguliert und nicht nur vom Willen des Einzelnen abhängig wie bislang angenommen. Die Arbeitsgruppe von Prof. Wabitsch versucht nun herauszufinden, wie das Hormonorgan \“Fettzelle\“ gesteuert wird. Durch die Aufklärung dieser Vorgänge würden sich neue Möglichkeiten zur Behandlung des Übergewichts ergeben.

Antibiotika: Starke Wirkung dank Grüntee
Die Wirkung von Antibiotika lässt sich erheblich verbessern, wenn gleichzeitig zur Einnahme des entsprechenden Medikaments Grüntee getrunken wird. Das haben ägyptische Wissenschaftler herausgefunden. Mervat Kassem von der Universität Alexandria und seine Kollegen testeten die Wirkung von Antibiotika in Kombination mit grünem Tee bei 28 verschiedenen Infektionskrankheiten. In allen Fällen habe der Grüntee die antibakterielle Aktivität der Antibiotika teilweise massiv verbessert, sagt Kassem. Laut dem Pharmakologen ließ sich so beispielsweise die Wirksamkeit von Chloramphenicol um 100 Prozent steigern. Sogar resistente Krankheitserreger konnten dank Grüntee wieder verwundbar gemacht und somit bekämpft werden.

 Zehennägel als Indikator für Nikotinbelastung
Eingeatmeter Zigarettenrauch dringt bis in die Fußnägel. Diese Entdeckung machten jetzt amerikanische Forscher an der University of California. Aufbauend auf dieser Erkenntnis stellten sie einen Zusammenhang zwischen erhöhtem Nikotingehalt in den Hornspänen und einem gesteigerten Risiko für Herzkrankheiten fest – so berichtet das \“American Journal of Epidemiology\“. Verglichen mit den Zehennägeln gesunder Frauen, enthielten die Hornproben bei Frauen mit Herzerkrankungen gleich zweimal so viel Nikotin. Übrigens: Auch die Belastung durch Passivrauchen lässt sich über die Nagelprobe ermitteln.

Joghurt mit Schutzeffekt
Der regelmäßige Verzehr von Joghurt und Dickmilch scheint das Blasenkrebsrisiko zu verringern. Forscher des Karolinska-Instituts im schwedischen Stockholm hatten die Daten von rund 82 000 Personen ausgewertet, die 1997 einen Fragebogen zu ihrem Essverhalten ausgefüllt hatten. Über das schwedische Krebsregister erfassten die Wissenschaftler in den Folgejahren alle in der Gruppe diagnostizierten Fälle von Blasenkrebs. Wie sie im American Journal of Clinical Nutrition berichten, erkrankten die Teilnehmer umso seltener, je mehr Produkte mit Milchsäurebakterien sie verzehrt hatten. Milch und Käse hatten dagegen keinen Einfluss. Der Schutzeffekt geht offenbar von den Bakterien aus.

Bei Reizdarm: Bananen statt Äpfel essen
Patienten mit Reizdarmsyndrom leiden oft auch an Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Wie Professor Jürgen Stein von den Katharina-Kasper-Kliniken in Frankfurt/Main betont, sollten sie Speisen mit fermentierbaren Kohlenhydraten meiden. Dazu gehören beispielsweise Artischocken, Knoblauch, Zwiebeln, Spargel, Lauch, Erbsen, Bohnen, Kohl und Pilze, aber auch Weizen, Roggen und Gerste. Die Kohlenhydrate werden von Darmbakterien abgebaut, das fördert die Bildung von Darmgasen. Bei 70 Prozent der Reizdarm-Patienten bessern sich die Beschwerden zudem durch eine fruchtzuckerarme Kost. Günstig sind hier Bananen, Pflaumen und Erdbeeren; dagegen enthalten Äpfel, Birnen und Trauben besonders viel davon.

Comments are closed.

Impressum
Nutzungsbedingungen