35 Kilo reiner Zucker durchfließen durchschnittlich den Stoffwechsel eines Deutschen pro Jahr. Die walnussgroße Bauchspeicheldrüse, die Insulin produziert, das den Zucker in die Zellen transportiert, ist damit überfordert. Der hohe Zuckerverbrauch ließ auch eine neue Krankheit entstehen: Diabetes Typ II, die erworbene Zuckerkrankheit.
In fast allen Fertig- und Halbfertigprodukten steckt Zucker: vom Ketchup über Salatsoße bis zu Essiggurken, von Müslis und Cerealien über Fruchtjoghurts, Fruchtsäfte, Limonaden, Energieriegel, um nur einige zu nennen. Ein Glas Limonade kann die Menge von 16 Stück Würfelzucker enthalten. Industriell hochverarbeitete Lebensmittel haben jedoch nur wenige Vitamine und Ballaststoffe.
Die Vitamine, die der Stoffwechsel braucht, um den Zucker verarbeiten zu können, werden dem Immunsystem, Nerven und Gehirn regelrecht entzogen. Nicht weniger dramatisch für den Organismus ist, dass das Blut in kürzester Zeit mit Zuckermolekülen überschwemmt wird. Denn weißer, raffinierter Zucker besteht aus kleinen Molekülen, die ohne Probleme durch die Darmwand ins Blut eindringen können. Das Hormon Insulin hat nun die Aufgabe, den in die Höhe geschnellten Blutzucker wieder auf sein Normalniveau zu bringen und den Zucker in die Zellen zu transportieren. Sind diese gesättigt, fahren die Zellen die Schotten hoch. Das Insulin bleibt dann ohne Wirkung. Die kleine Bauchspeicheldrüse produziert dann wie hysterisch Insulin, jedoch vergeblich. Geschieht dies über Jahre hinweg, entwickelt sich zunächst eine Insulinresistenz, die Vorstufe von Diabetes Typ II.
Der Rest des Zuckers aus der Blutbahn wird in Fett umgewandelt und in die Fettzellen eingelagert. Das Hormon Insulin verrichtet diese Arbeit so gut, dass der Blutzuckerspiegel erst einmal auf ein zu niedriges Niveau abfällt. Da Nerven und Gehirn ständigen Zuckernachschub brauchen, werden Sie jetzt nervös, ungeduldig, die Laune trübt sich ein, die Leistung fällt ab, und das Gehirn gibt ein Hungersignal aus: Zuckernachschub! Sie bekommen Heißhunger auf Süßes. Das Jo-Jo-Spiel des Blutzuckers beginnt erneut.

Essen Sie Vollkorn, Obst und Gemüse
Obst, Gemüse und Vollkorn sind vitaminreich, ballaststoffreich und bestehen aus langkettigen Kohlenhydraten – 5 bis 20 Zuckermoleküle sind miteinander verbunden. Diese müssen erst mal nach und nach verdaut werden und gelangen so langsam ins Blut. Dadurch wird für einen ständigen Energieschub gesorgt, und Sie fühlen sich noch Stunden nach dem Essen voller Energie, sind konzentriert und gut gelaunt. Gleichzeitig liefern Obst und Gemüse die Vitamine mit, die sie für ihre Verarbeitung im Stoffwechsel brauchen.
An Diabetes sterben jährlich Hunderttausende. Der Grund: Zuckermoleküle in der Blutbahn können sich unter dem Beschuss von freien Radikalen mit Eiweiß verbinden, kleben dann die kleinsten Blutbahnen zu und heften sich an verschiedene Zellteile. Dadurch entstehen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, und die Transportwege in und aus den Zellen werden verklebt. Die Zellen altern dadurch schneller.
Eine Vollwerternährung senkt den Zuckerkonsum und führt gleichzeitig Antioxidanzien zu, wie Vitamin C und E sowie Beta-Karotin. Diese binden freie Radikale. Senken Sie deshalb Ihren Zuckerkonsum und achten Sie auf genügend Zufuhr der Vitamine A, C und E.

Seit Jahrzehnten will uns die Zuckerindustrie weiß machen, dass Zucker ungefährlich ist. Die Harvard-Universität hat dies nun genauer untersucht: 45 000 Männer und 65 000 Frauen zwischen 40 und 65 Jahren wurden 6 Jahre lang beobachtet. Diejenigen, die am meisten Zucker und am wenigsten Ballaststoffe aßen, hatten ein doppelt so hohes Risiko, an Diabetes zu erkranken, als der statistische Durchschnitt. Diejenigen, die sich ballaststoffreich ernährten, senkten das Diabetes-Risiko um 30 Prozent.

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