Auch wenn der Blutverlust bei plötzlichem Nasenbluten dramatisch erscheinen mag, er ist nicht lebensbedrohlich. Eine Handlungsanweisung für den Ernstfall.

Wie kann man sich selbst helfen? Erst mal abwarten, empfehlen Fachärzte. Setzen Sie sich ruhig und aufrecht hin. Beugen Sie den Kopf nach vorn. Halten Sie eine Schale vor sich, in die Sie das Blut tropfen lassen. Verschlucken Sie es nicht, um Übelkeit zu vermeiden. Meistens hört die Blutung nach kurzer Zeit von allein auf. Blutet es aus dem vorderen Nasenabschnitt, kann es helfen, die Nase zuzuhalten. Dann bewirkt der Druck eine gewisse Kompression. Bei einer Blutung aus dem hinteren Nasenabschnitt nützt das aber nichts. Auch die häufig empfohlene kalte Packung im Nacken stillt das Nasenbluten nicht schneller.

In den meisten Fällen ist einmaliges Nasenbluten harmlos. Wenn die Blutung jedoch sehr stark ist oder wenn sie nicht nach spätestens 30 Minuten von allein aufhört, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Wichtig: Lassen Sie sich begleiten. Gelegentlich kann der Blutverlust so groß sein, dass Kreislaufprobleme auftreten. Wenn Sie als Erwachsener öfter unter Nasenbluten leiden, sollten Sie die Ursache von einem Arzt abklären lassen.

Welche Ursachen kann Nasenbluten haben? Trockene Luft durch Heizungen oder Klimaanlagen kann die Nasenschleimhaut austrocknen und zu kleinen Rissen führen. Als Auslöser eines Nasenblutens kommen zudem heftiges und häufiges Schnäuzen während einer Erkältung oder bei Heuschnupfen, aber auch Nasenbohren infrage.

Nicht selten verbirgt sich hinter häufigem Nasenbluten eine andere Erkrankung: Vor allem bei Bluthochdruck können die kleinen Gefäße der Nasenschleimhaut leicht reißen. Gerinnungshemmende Medikamente wie Phenprocoumon oder ASS können wiederum diffuse Blutungen der Schleimhäute auslösen. Das gilt auch für krankheitsbedingte Gerinnungsstörungen, zum Beispiel bei Morbus Osler, einer seltenen erblichen Gefäßerkrankung, oder bei Hämophilie, der Bluterkrankheit.

Wie behandelt der Arzt? Zunächst wird er einen blutstillenden, abschwellenden Tupfer in die Nase einlegen. Bei stärkeren Blutungen muss sie austamponiert werden. Dafür gibt es spezielle Tamponaden, die in der Nase aufquellen oder sich ausdehnen. Andere werden in der Nase mit Luft oder kaltem Wasser gefüllt. Sie bleiben zwei bis drei Tage dort. Der Druck auf die Gefäße bringt auch diffuse Blutungen meistens zum Stillstand. Lässt sich eine Blutung genau lokalisieren, kann der Arzt die betroffene Stelle auch veröden.

Hat Bluthochdruck das Nasenbluten ausgelöst, muss der Arzt blutdrucksenkende Mittel verordnen. Bei krankheits- oder medikamentenbedingten Gerinnungsstörungen dagegen hilft meist nur eine Tamponade zur Erstversorgung. Der HNO-Arzt wird gemeinsam mit dem behandelnden Hausarzt oder Internisten die Dosierung der Medikamente überprüfen und möglicherweise deren Menge herabsetzen. In manchen Fällen verordnet der Arzt Gegenmittel wie Vitamin K. Sie wirken aber nicht sofort. Eventuell ist auch die Umstellung der Gerinnungshemmer auf Heparin sinnvoll. Bei sehr starkem Blutverlust kann es nötig werden, diesen durch eine Infusion auszugleichen.

So beugen Sie Nasenbluten vor: Halten Sie die Schleimhäute mit einer Nasensalbe geschmeidig. Luftbefeuchter wirken einem trockenen Raumklima entgegen. Schnäuzen Sie sich nicht zu kräftig. Bluthochdruck oder krankheitsbedingte Gerinnungsstörungen muss der Arzt behandeln.

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