Seinen Ursprung hat der Kürbis in der Neuen Welt: Schon die Ureinwohner Perus hatten die Pflanze vor über 8000 Jahren angebaut und nach ihren Bedürfnissen weiter gezüchtet. Nach Europa kam das vielseitige Nahrungsmittel  erst Anfang des 16. Jahrhunderts. Dort begegnete man dem Neuankömmling erst skeptisch. In der Ernährung schwankte die Einschätzung des Kürbis Jahrhunderte lang je nach wirtschaftlicher Situation zwischen Delikatesse, Arme-Leute-Essen und Schweinefutter. Botaniker zählen das Fruchtgemüse zur Familie der Kürbisgewächse und wissen, dass es für einige Rekorde gut ist. Die Pflanze bringt mit ihrer Panzerbeere die größten Früchte und umfangreichsten Samen hervor. Mittlerweile gibt es mehr als 850 Sorten, die in Form, Farbe und Größe stark variieren. Typisch für die einjährige, krautige Pflanze sind die niederliegenden, oft auch rankenden Stängel mit den großen behaarten Blättern. Im Sommer fallen die intensiv goldgelben Blüten auf, die einer Glocke ähneln. Aus den weiblichen Blüten wachsen – wenn sie von Hummeln oder Bienen befruchtet wurden – die bekannten Riesenbeeren heran.

Je nach Sorte werden Kürbisse schnell mehrere Kilogramm schwer. Sie enthalten zahlreiche, flache, grünliche bis weißliche Samen. Schon im 17. Jahrhundert fanden erste Versuche statt, die Kürbissamen medizinisch anzuwenden. Ein aus unreifen Früchten gebranntes Wasser diente zur Kühlung bei hohem Fieber sowie bei Augen- und Ohrenentzündungen, Gicht und Kopfschmerzen. Auch zur Behandlung des Bandwurms mussten Pflanzenteile herhalten.

Für den therapeutischen Gebrauch kommt heute vor allem der Steirische Ölkürbis zum Einsatz, eine lokale Züchtung des Gartenkürbisses Cucurbita pepo. Außergewöhnlich an dieser Zuchtform ist, dass die Samen anstelle einer verholzten Schale ein dünnes Häutchen besitzen. Das „Steirische Gold\“ ist das Ausgangsmaterial für ein besonders wertvolles Öl. Mediziner verwenden die Samen von Cucurbita pepo zur unterstützenden Behandlung von Funktionsstörungen der Blase.

In der Apotheke gibt es die ganzen Samen, Granulate oder Fertigarzneimittel mit Kürbisextrakt. Sie wirken bei gutartigen Prostatabeschwerden und lindern in Kombinationspräparaten den häufigen Harndrang bei Frauen mit Reizblase. Die Heilkraft beruht wahrscheinlich auf sogenannten Phytosterolen, die nur im Arzneikürbis in ausreichender Konzentration vorhanden sind. Gegen bakterielle Infekte wirken die Präparate allerdings nicht. Auch in schweren Fällen und bei extremer Prostatavergrößerung können Kürbiskerne nicht mehr helfen, nur starke Medikamente beziehungsweise eine Operation verringern das Leiden.

Auch in der Küche wissen Kenner die großen Früchte zu schätzen. Kürbisfleisch ist ein sehr empfehlenswertes Gemüse. Es ist kalorienarm, reich an Ballaststoffen und an den Vitaminen A, C und E. Als typisches Wintergemüse besitzt der Kürbis außerdem die Wirkung, innerlich zu wärmen. Kürbissamen enthalten viele gesundheitlich wertvolle ungesättigte pflanzliche Fettsäuren wie Linolsäure und Alpha-Linolensäure (eine Omega-3-Fettsäure). Wer Gewichtsprobleme hat, sollte die gehaltvollen Kerne allerdings nur in Maßen genießen.

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