Schnaufen Sie mal tief durch. Das hilft nicht nur, wenn Sie gerade gestresst sind, sondern hält auch Ihren ganzen Körper fit. 20 000 bis 30 000 Mal atmen wir pro Tag. Unser Organismus regelt das von Geburt an ganz automatisch. Babys sind noch mit vollem Körpereinsatz dabei: Ihr Bauch hebt und senkt sich. Doch mit zunehmendem Alter verlernen wir, den Sauerstoff tief in unsere Lungen strömen zu lassen. Eigentlich schade. Denn wer richtig atmet, geht viel entspannter und glücklicher durchs Leben.

Alltägliche Probleme wie Stress, gekrümmtes Sitzen am Schreibtisch oder Kleidung, die den Bauch peinigt, machen es unserer Lunge nicht leicht, an Sauerstoff heranzukommen. Auch Übergewicht und Bewegungsmangel beeinträchtigen eine ausreichende und effiziente Luftzufuhr.

Unsere Atmung ist schlichtweg verkümmert. Anstatt tief in den Bauch hinein zu atmen, gelangt die Luft nur noch in den Brustbereich. Diese flache Art der Atmung hat die Natur eigentlich nur für den Notfall vorgesehen. Denn durch sie gelangt lediglich ein Mindestmaß an Sauerstoff in unseren Körper, der uns für kurze Zeit auf Hochtouren bringen soll. Im Alltag reicht diese kurze Atmung jedoch nicht aus. Wir nehmen nur noch die Hälfte des Sauerstoffs auf, bekommen Kopfschmerzen, sind antriebslos und leiden unter Beklemmungsgefühlen oder Verspannungen.

Korrektes Atmen ist mit etwas Übung ganz leicht. Wichtig ist, dass Sie Ihren Oberkörper aufrecht halten – ganz gleich, ob im Sitzen oder Stehen. Holen Sie tief durch die Nase Luft und stellen sich vor, wie der Sauerstoff zunächst Ihren Bauch und danach die Brust ausfüllt. Um zu überprüfen, ob Sie auch wirklich mit dem Bauch atmen, einfach mit den Händen fühlen, ob er sich auf und ab bewegt. Genauso wichtig wie das Einatmen ist auch das Ausatmen. Denn sonst sammelt sich die verbrauchte Luft in unseren Lungen. Achten Sie darauf, dass Sie dem Herausströmen des Atems genauso viel Zeit einräumen wie dem Luftholen. Nur dann ist das System im Gleichgewicht. Atmen Sie ruhig mit einem kleinen Pfiff durch den Mund.

Lassen Sie Ihren Gefühlen ruhig mal freien Lauf: Denn Seufzen, Schreien oder Gähnen trainiert die Atemmuskulatur. Selbst wenn wir uns genüsslich recken und strecken, tun wir unserem Körper einen Gefallen. Sport wie z. B. Schwimmen oder Walken wirkt sich ebenfalls positiv auf den Sauerstoffkreislauf aus. Wichtig: Während der Arbeit mindestens fünf Mal pro Tag ordentlich lüften. Nur so kann frische und sauerstoffreiche Luft mit der ausgeatmeten und abgestandenen ausgetauscht werden. Der Körper dankt es mit gesteigerter Konzentrationsfähigkeit.

Studien haben gezeigt: Korrektes Atmen kann sogar Medikamente ersetzen. Wer tief und richtig durchschnauft, pumpt mehr Sauerstoff in den Blutkreislauf. Die Körperzellen können sich schneller regenerieren. Giftstoffe werden besser abgebaut. Bei der Bauchatmung bewegt sich das Zwerchfell auf und ab. Das hat nicht nur einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislauf-System, auch der Blutdruck wird gesenkt, die inneren Organe durch die tiefe Atmung zusätzlich „massiert\“, was u.a. unsere Verdauung in Schwung bringt. Und das ganz sanft.

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