Die klassische Heilpflanze aus der Familie der Lippenblütler stammt aus dem Mittelmeerraum. Mit einer salbeiähnlichen Hieroglyphe wiesen die Ägypter schon vor etwa 8000 Jahren auf ein Präparat gegen Verdauungsprobleme, Zahnschmerzen und Asthma hin. Der botanische Gattungsname kommt vom lateinischen „salvare\“, was „heilen\“ bedeutet. Von den etwa 900 Arten finden bei uns aber nur der Echte Salbei (Salvia officinalis) und der Griechische oder Dreilappige Salbei (Salvia triloba) eine medizinische Anwendung.

Beide unterscheiden sich äußerlich und in der Zusammensetzung ihres ätherischen Öls. Dieses enthält jedoch mit Thujon auch einen bedenklichen Bestandteil. Auf den ersten Blick erscheint daher Salvia triloba wegen des geringeren Gehalts an diesem Stoff als die günstigere Alternative. Weniger Thujon verringert zwar einerseits die Gefahr der Nervenschädigung, andererseits mindert es aber eventuell die Wirksamkeit der Pflanze. Bei Überdosierung oder langfristiger Einnahme drohen Krämpfe.

Schwangere und Menschen, die zu Krampfanfällen neigen, sollten daher alkoholische Salbei-Extrakte strikt meiden. Teeliebhaber brauchen aber nichts zu befürchten. Ein Problem ist Thujon hauptsächlich in alkoholischen Zubereitungen, weniger in wässrigen Herstellungen. Neben dem ätherischen Öl sind Gerbstoffe die Träger der Heilwirkung. Sie töten Keime ab und schützen die Schleimhaut in Mund und Rachen. Bei Entzündungen hilft es, mit warmen Salbeizubereitungen zu gurgeln. Dafür eignen sich frische Blätter als Aufguss oder eine mit Wasser verdünnte Tinktur. Ein Mundgel, auf die Entzündungsstelle oder die Druckstelle einer Prothese aufgetragen, desinfiziert und beschleunigt die Wundheilung.

Salbei-Bonbons helfen bei Halsweh und Heiserkeit. Als Tee, Tinktur oder Frischpflanzen-Presssaft lindert Salbei Verdauungsbeschwerden, Entzündungen der Darmschleimhaut und Durchfall. Die Naturheilkunde setzt ihn ein, um den Appetit anzuregen.

In der Küche ist das aromatische Kraut gern gesehen. Dank der antioxidativen Wirkung einiger Inhaltsstoffe verzögert Salbei zum Beispiel das Ranzigwerden von Schmalz. Als Gewürz empfiehlt er sich besonders zu fettreichen Fleischgerichten.

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