Die Römer ließen sich ein Gemüse schmecken, das sie Caulorapa nannten, Stielrübe. Die Ähnlichkeit mit dem heutigen Kohlrabi war verblüffend. Wie dieser dann allerdings in unsere Küchen kam, weiß niemand so genau. Alte Schriftstücke zeigen nur, dass er hier bereits vor 450 Jahren aufgetischt wurde. Bis vor kurzem war Deutschland größter Erzeuger und Konsument, inzwischen dürften uns die Spanier mit jährlich rund 35 Millionen Exemplaren dieser Kohlpflanze überrundet haben.

Mehr Vitamin C als die Orange, mehr Magnesium als die meisten Gemüsesorten, Spitzenwerte beim Energievitamin Niacin – Kohlrabi besitzt eine hohen Gesundheitsfaktor. Zusätzlich unterstützt er das Immunsystem mithilfe jener kohlig duftenden Senfölverbindung, die jedem schon beim Aufschneiden und später beim Garen in die Nase steigt.

Die blauvioletten Sorten bieten sogar noch eine Extraportion Anthozyane, Pflanzenstoffe, denen viele Experten eine Schutzfunktion für Herz und Kreislauf nachsagen. Zudem beweist die Knolle echte Schlankmacher-Qualitäten: Sie bringt es nur auf 24 Kalorien pro 100 Gramm, sättigt aber gut und eignet sich hervorragend für die leichte Küche.

Bei all den Vorteilen darf aber nicht verschwiegen werden, dass das Gemüse viel Nitrat speichert. Gerade Pflanzen, die unter Glas oder Folie gezogen werden und denen das Sonnenlicht fehlt, können das aus dem Boden aufgenommene Nitrat nicht abbauen. Es stört bei Kleinkindern den Sauerstofftransport im Blut. Außerdem besteht ein geringes Risiko, dass sich krebsverdächtige Nitrosamine bilden. Es lohnt sich also, auf Bioware umzusteigen, die im Schnitt weit weniger Nitrat enthält.

Wenn Sie Kohlrabi nicht sofort verarbeiten, können Sie ihn für eine Woche im Gemüsefach des Kühlschranks verstauen. Vorher sollten Sie die Blätter abtrennen und die Knolle in ein leicht feuchtes Tuch einpacken, um das Austrocknen zu verzögern – sie kann bei zu langer Lagerzeit holzig werden.

Falls Ihr Garten mehr Kohlrabi liefert, als Sie in wenigen Tagen verbrauchen, können Sie ihn für einige Wochen im kalten, dunklen Keller aufbewahren. In der Tiefkühltruhe hält er sich problemlos neun Monate. Sie sollten ihn aber zuvor schälen, zerkleinern und kurz in kochendem Salzwasser blanchieren. Das erhält die frische Farbe und zerstört sämtliche Enzyme, die sonst sogar bei Tiefkühltemperaturen langsam die Vitamine abbauen.

Am besten schmecken die zarten Knollen natürlich knackfrisch. Das Kohlrabifleisch lässt sich, dünn geschält, sehr gut raspeln und mit etwas Walnussöl und Zitronensaft als Rohkostsalat genießen. Bei dieser Art der Zubereitung gehen keine der wertvollen und gesunden Inhaltsstoffe verloren. Wenn Sie auch beim Garen auf die Nährstoffe achten wollen, sollten Sie das Gemüse im Ganzen etwa 30 Minuten in Salzwasser kochen und erst dann schälen und klein schneiden oder aushöhlen, füllen und unter dem  Grill kurz gratinieren. Muss es mal schnell gehen, dünsten Sie den geschälten, klein geschnittenen Kohlrabi am besten bei hohen Temperaturen wenige Minuten in der Pfanne. Auch dabei gehen kaum Vitamine verloren, und Aromen und Farbe bleiben erhalten.

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