Unser Herz ist ein echtes Konstruktionswunder: zwei leistungsstarke Pumpen, Mehrventiltechnik und integrierte Steuerungssoftware. Doch überall lauern Gefahren, die unseren Lebensmotor zum Stottern bringen können. Die meisten sind bekannt: Übergewicht, Bewegungsmangel, Stress und zu hohe Cholesterinwerte.

Was aber kaum jemand weiß: In unseren Gefäßen lauert mit dem Eiweißstoff Homocystein ein weiterer Feind. Eine zu hohe Konzentration dieser körpereigenen Aminosäure kann mit einem erhöhten Herzinfarktrisiko einhergehen. Doch es gibt Möglichkeiten sich zu schützen.

Homocystein ist ein Zwischenprodukt des Eiweißstoffwechsels. Es entsteht beim Abbau der Nahrung. Gerät es außer Kontrolle, droht Gefahr. Das zeigte die amerikanische Nurses-Health Langzeitstudie mit  80 000 Krankenschwestern. Bei der Auswertung stießen die Forscher auf eine merkwürdige Übereinstimmung: Die Frauen, die einen Herzinfarkt erlitten, hatten fast alle überhöhte Homocystein-Werte. Denn das Stoffwechselgift entfesselt einen Großangriff auf die Gefäßwände. Es verursacht Entzündungen, fördert Arteriosklerose und somit die Entstehung von Blutgerinnseln. Ob man selbst zu den Risikopatienten zählt, lässt sich schnell feststellen. Eine Blutuntersuchung reicht dafür aus. Die kritische Grenze liegt bei 10 Mikromol/Liter. Ist der Wert höher, steigt das Infarktrisiko bei Männern um 60, bei Frauen sogar um 80 Prozent.

Vor allem einseitige Ernährung mit zu wenig Folsäure und B-Vitaminen lässt den Homocystein-Spiegel in die Höhe schnellen. Betroffen sind vor allem Menschen, die häufig zu Fast Food und zuckerhaltigen Getränken greifen. Auch Alkohol und Nikotin bringen den Stoffwechsel durcheinander. In seltenen Fällen kann auch ein genetischer Defekt schuld an zu hohen Werten sein. Wer zu hohe Homocystein-Werte hat, kann sie ganz einfach senken. B-Vitamine entschärfen das Gift. Sie stecken zuhauf in Milch- und Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Bananen. Den Bedarf an Folsäure deckt man am besten mit Chicorée, Endiviensalat und Tomaten. 800 Gramm frisches Obst und Gemüse täglich sind nötig, um optimal versorgt zu sein. Eine Menge, die sich auch mit Mitteln aus der Apotheke abdecken lässt. Ideal sind Kombipräparate, die Folsäure und sogenanntes Metafolin enthalten.

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