Die Kraft im Saft
Ein halber Liter Rote-Bete-Saft am Tag senkt bei gesunden Probanden den Blutdruck, berichten Forscher der London School of Medicine im Fachblatt Hypertension. Dies sei auf das in der Roten Bete enthaltene Nitrat zurückzuführen, das der Körper in gefäßerweiterndes Stickstoffmonoxid umwandelt. Da größere Mengen Nitrat der Gesundheit jedoch schaden können, ist die Studie kein Anlass, den Verzehr an nitratreichen Gemüsen zu erhöhen.
Cannabis gegen Krebs?
Pharmakologen der Universität Rostock haben einen bisher unbekannten Mechanismus aufgedeckt, wie Cannabinoide gegen Tumore wirken: In Zellkulturen blockieren die Inhaltsstoffe der Hanfpflanze bestimmte Enzyme – die Matrix-Metallproteinasen -, mit deren Hilfe sich Krebszellen ungehindert im Körper ausbreiten. Auch wenn die Forscher noch ganz am Anfang stehen: Cannabinoide könnten künftig in der Krebstherapie zum Einsatz kommen.
Zwei Schokoladenseiten
Dunkle Schokolade ist reich an antioxidativ wirkenden, zellschützenden Flavanolen und deshalb gut für das Herz. Wie Kardiologen des Universitätsspitals Zürich in der Fachzeitschrift Circulation berichten, erweitern 40 Gramm Zartbitterschokolade pro Tag die Herzkranzgefäße und verbessern die Durchblutung. Die Sache hat allerdings einen Haken: Manche Hersteller entfernen die bitter schmeckenden Flavanole, so dass die gesundheitsfördernde Wirkung ausbleibt, hält das britische Ärzteblatt Lancet dagegen. Außerdem enthalte Schokolade Fett und Zucker und somit viele Kalorien. Diese müsse man nach dem Genuss dunkler Schokolade unbedingt wieder einsparen.
Zitruskraft blockt Hepatitis C
Ein Extrakt aus Grapefruit und anderen Zitrusfrüchten hemmt offenbar die Vermehrung des Hepatitis-C-Virus (HCV). Wie Forscher des Massachusetts General Hospital in Boston (USA) in der Zeitschrift Hepatology berichten, verhinderte das bitter schmeckende Flavonoid Naringin im Laborversuch, dass das Virus infizierte Leberzellen verlässt. HCV verursacht eine chronische Leberinfektion, die zu einer Zirrhose und Leberkrebs führen kann. Unklar ist, ob sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen.
Gut Ding will Weile haben
Wer pflanzliche Arzneien nach Anweisung des Apothekers oder Arztes einnimmt, kann mit einer schonenden und langfristigen Besserung rechnen. Dieser Prozess braucht jedoch in der Regel seine Zeit: Die volle Wirkung von Johanniskraut oder Baldrian etwa tritt erst ein, wenn die Präparate mehrere Wochen lang regelmäßig eingenommen wurden. Wegen ihrer guten Verträglichkeit sind pflanzliche Arzneimittel ebenfalls zur Vorbeugung und langfristigen Anwendung geeignet. Aber auch in der Akuttherapie kommen sie zum Einsatz, etwa bei Erkältungen oder Verdauungsstörungen.
Die Anti-Fieber-Blüte
Der Holunder entfaltet von Mai bis Ende Juni seine weißen, duftenden Blütendolden. Als Tee werden die Blüten gerne für Schwitzkuren bei Fieber und Erkältung eingesetzt. Im August und September beginnen die anfangs roten, später schwarzen Beeren zu reifen, die reichlich Vitamin C und Kalium enthalten. Sie können als Saft, Mus oder Marmelade verzehrt werden.

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