Forschungsergebnissen zufolge erkranken Menschen mit einem hohen Vitamin-D-Spiegel seltener an verschiedenen Arten von Krebs. Sie haben ein geringeres Risiko für Autoimmunkrankheiten wie Typ-1-Diabetes oder multiple Sklerose und sind gegen Infektionserreger wie zum Beispiel das Tuberkulose-Bakterium besser gewappnet.
Darüber hinaus soll Vitamin D vor Bluthochdruck schützen, die Herz-Kreislauf-Gesundheit erhalten und möglicherweise sogar das Gedächtnis fördern.
Klar ist: Vitamin D gehört eigentlich gar nicht zu den richtigen Vitaminen, denn diese muss der Mensch mit der Nahrung zu sich nehmen. Vitamin D aber kann der Körper unter dem Einfluss der Sonnenlicht in der Haut selbst herstellen. Zwar enthalten auch einige Lebensmittel die Substanz, das selbst gemachte „Vitamin\“ ist allerdings die wichtigere Quelle. Gerade einmal zehn Prozent seines Bedarfs deckt ein Bundesbürger, der sich ausgewogen ernährt, mit der Nahrung. Mehr wird es nur, wenn er täglich noch einen Löffel Lebertran zu sich nimmt oder ein angenehmer einzunehmendes Kapselpräparat aus der Apotheke. Eine Alternative besteht darin, reichlich fetten Fisch zu essen: Dorsch, Lachs, Makrele oder Hering etwa dreimal die Woche.
Einfacher ist es, den Körper regelmäßig der Sonne auszusetzen. Einen Sonnenbrand sollte man vermeiden, doch die einfache Botschaft, dass die Sonne schlecht ist, gilt heute nicht mehr. In Australien, wo aufgrund des Ozonlochs in der Atmosphäre streng auf Sonnenschutz geachtet wird, habe man eine steigende Zahl an Patienten zu verzeichnen, die sich im höheren Lebensalter den Oberschenkelhals brechen. Das hat bereits dazu geführt, dass die Empfehlungen zum Sonnenschutz inzwischen wieder verändert wurden, denn eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung beugt Knochenerkrankungen vor.
Auch in Europa diskutieren Wissenschaftler darüber, wie sich die Vitamin-D-Versorgung der Bevölkerung verbessern lässt – nicht zuletzt angesichts der auch bei uns stetig wachsenden Zahl knochenschwacher älterer Menschen, die davon profitieren könnten.
Vor allem innerhalb der älteren Bevölkerung verfügen die wenigsten Menschen über einen adäquaten Vitamin-D-Spiegel. Im Alter nimmt die Vitamin-D-Produktion in der Haut bis auf ein Viertel ab.
Insbesondere in der dunklen Jahreszeit bietet sich nur wenig Gelegenheit, den Vitamin-D-Tank aufzufüllen. Forscher aus den USA haben gezeigt, dass bei den Senioren des Bundesstaats Süd-Dakota der Vitamin-D-Spiegel im Durchschnitt so niedrig ist, dass die Knochengesundheit darunter leidet. Die Ergebnisse aus den Vereinigten Staaten lassen sich im Großen und Ganzen auch auf Deutschland übertragen. Dass Vitamin D außerdem für die Muskelkraft wichtig ist, macht einen Mangel doppelt problematisch, denn ein beeinträchtigter Knochenstoffwechsel erhöht in Verbindung mit schwacher Muskulatur die Gefahr sturzbedingter Knochenbrüche deutlich. In einer Studienübersicht konnte nachgewiesen werden, dass Senioren von einer regelmäßigen Zufuhr des Vitamins profitieren. In einer Dosierung von 700 bis 800 Einheiten am Tag kann Vitamin D etwa ein Viertel aller Hüft- und Röhrenknochenbrüche bei Menschen über 65 verhindern. Es gibt also durchaus gute Argumente dafür, dass Ärzte osteoporosegefährdeten Patienten ein Präparat empfehlen, das Kalzium in Kombination mit Vitamin D enthält.
Dagegen steht nicht fest, ob auch die Versorgung der gesunden Bevölkerung gesteigert werden sollte, zum Beispiel durch die Anreicherung von Milch und Milchprodukten mit Vitamin D, wie es in den USA üblich ist. Manche Experten stehen einer Langzeitanwendung von Vitamin D ohne medizinische Notwendigkeit skeptisch gegenüber, da zu wenig über mögliche Nebenwirkungen bekannt ist.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) sieht jedenfalls bislang keinen Grund, die derzeit gültige Empfehlung zu korrigieren, die 400 Internationale Einheiten täglich für Senioren vorsieht.
Dass von der täglichen Ergänzung in der vorgeschlagenen Dosierung eine Gefahr ausgehen könnte, halten die meisten Forscher für ausgeschlossen. Gemeinhin gelten für gesunde Erwachsene 2000 Internationale Einheiten als gut verträglich.
Diesen Wert hat auch die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz der Europäischen Kommission als sichere obere Einnahmegrenze festgesetzt. Im Vergleich zu einem ausgiebigen Sonnenbad ist das wenig: Wenn sich ein junger Mensch für 20 Minuten ungeschützt an den Strand legt, kann sein Körper 10 000 bis 14 000 Internationale Einheiten Vitamin D bilden. Die Natur hat da einen relativ weiten Rahmen vorgegeben.

2 Responses to “Vitamin D – das Sonnenvitamin”

  1. on 03 Jul 2008 at 18:04L. Bergmann

    1. Auch für Deutschland gibt es Daten zum Vitamin D-Mangel, z.B. vom Robert-Koch-Institut (RKI). Danach sind erstaunliche 60 Prozent der Bevölkerung defizitär. Ein kurzer Bericht mit Link zur Studie:
    http://photomed.wordpress.com/2007/08/11/fast-60-prozent-der-deutschen-leiden-unter-vitamin-d-mangel/

    2. Durch immer neue Entdeckungen über die Wirkungen des Vitamin D ist der traditionelle Fokus auf die Knochengesundheit (Rachitis, Osteoporose, Osteomalzie) längst „verdrängt“ worden durch belegte Zusammenhänge von Vitamin D (25 (OH)D) und verschiedene Krebsformen, Bluthochdruck, Infektionen, Autoimmunerkrankungen – vor allem Diabetes und MS – bis hin zu psychischen Erkrankungen.

  2. on 23 Jul 2008 at 12:38Heilpraktikerin Annika Großmann

    Hallo!

    Ich als Heilpraktikerin kann zum Thema Vitamin D nur raten, sich regelmäßig an der frischen Luft, wenn möglich bei Sonnenschein, zu bewegen.

    Außerdem sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. (ausgewogen kalziumreich mit Milchprodukten)

    So beugt man effektiv Osteoporose vor und bleibt jung und fit.

    Weitere Informationen zu meinen Behandlungsmethoden finden Sie auf meiner Webseite:

    http://www.heilpraktikerin-koeln.de

    Ich freue mich auf Sie!

    Annika Großmann
    Heilpraktikerin

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