Depression ist die häufigste Reaktion des Gehirns auf einen Folsäuremangel. Dutzende von Berichten bringen Depressionen in Verbindung mit einem niedrigen Folsäurespiegel. Zwischen 15 und 38 Prozent aller Erwachsenen, bei denen eine Depression diagnostiziert wurde, befinden sich an der Grenze zu einem akuten Mangel oder leiden unter einem ernsten Mangel an Folsäure im Blut. Folsäuremangel steht in einem deutlicheren Zusammenhang mit Depression wie ein Mangel an Vitamin B12. Gewöhnlich ist die Depression um so schwerer und langwieriger, je größer der Folsäuremangel ist. Eine Studie an 44 Personen ergab, dass auch ein geringer Mangel mit Werten, die nur wenig unter dem Durchschnitt liegen, gelegentlich bereits auf längere Episoden von Depression hinweisen.

Ein weiteres Problem: Wenn Sie pharmazeutische Antidepressiva einnehmen, wird deren Wirkung abgeschwächt, wenn Sie gleichzeitig unter Folsäuremangel leiden. Das erklärt auch, warum einige Depressionspatienten gegen eine Antidepressiva-Therapie resistent sind. Eine Normalisierung des Folsäurespiegels bringt häufig bereits eine Linderung der Depressionen und lässt die normalen Antidepressiva wirken.

Auch Folsäure allein bringt oft erstaunliche Erfolge. Als Dr. Fava von der Harvard University 20 älteren, depressiven Patienten sechs Wochen lang eine hohe Dosis Folsäure verabreichte – ohne irgendwelche Zusätze anderer Medikamente -, besserte sich das Befinden von erstaunlichen 81 Prozent dieser Patienten.
Es ist noch nicht ganz klar, auf welche Weise die Folsäure Depressionen beheben kann, aber Experten sagen, es sei bekannt, dass Folsäuremangel die Produktion des Serotonins, des natürlichen Antidepressivums des Gehirns, behindere. Genügend Folsäure hebt erwartungsgemäß den Serotoninspiegel an und führt zu einer Besserung der Depression.
Mit zunehmenden Alter wird Folsäure besonders wichtig. Ältere Gehirne sind besonders anfällig für Schäden, die durch Folsäuremangel verursacht werden. In einer Doppelblindstudie testeten italienische Forscher Folsäure bei 30 älteren Patienten mit niedrigem Folsäureanteil im Blut und geringem bis mäßigem Gedächtnisverlust innerhalb der letzten zwei Jahre.

Die Hälfte der Gruppe erhielt eine hohe Dosis (15 Milligramm) Folsäure täglich über zwei Monate, die andere Hälfte erhielt Placebos. Diejenigen, die Folsäure erhielten, schnitten deutlich besser bei Gedächtnistests ab, und ihre Aufmerksamkeitsspanne verbesserte sich ebenfalls. Erstaunlich war, dass die Verbesserung des Gedächtnisses um so deutlicher ausfiel, je schlimmer der anfängliche Folsäuremangel war. Das Gedächtnis verbesserte sich in lediglich sechzig Tagen, was darauf hinweist, dass Folsäure verblüffend schnell zu einer Verbesserung der Gedächtnisleistung führen kann, wenn man bedenkt, dass das Gehirn bereits seit zwei Jahren stark gelitten hatte.

Die große Überraschung ist, dass Folsäure alternde Gehirne vor zerstörerischen Gefäßprozessen schützt. Dazu gehören kleine und größere Schlaganfälle und Prozesse, die mit geistigem Verfall in Verbindung gebracht werden. Derartige kleinere Korrosionen des Gehirns, die unbemerkt vonstatten gehen, sind ein viel größeres Problem, als gemeinhin angenommen. Hier kann Folsäure rettend wirken. Wissenschaftler sagen nun, dass ein Blutfaktor namens „Homocystein“, eine Aminosäure, eine zentrale Rolle bei geistigem Verfall, gefäßbedingter Demenz und Schlaganfällen spielt. Man weiß auch, dass das beste Mittel gegen Homocystein Folsäure ist. Wenn nicht ausreichend Folsäure vorhanden ist, geraten die toxischen Homocysteine völlig außer Kontrolle und sammeln sich in großen Mengen im Blut an.

Die mögliche Folge ist eine Verengung und Verstopfung der Carotidarterie und der kleinen zerebralen Gefäße, die Sauerstoff und Glukose zum Gehirn transportieren. Die Vitamine B6 und B12 helfen ebenfalls, das Homocystein in Schranken zu halten, aber Folsäure ist bei weitem das wirksamste Mittel. Daher ist es notwendig, mindestens 400 Mikrogramm Folsäure täglich in Form eines Ergänzungspräparats einzunehmen, um das Homocystein einzuschränken und das Risiko eines Schlaganfalls zu verringern.
Die meisten Experten sagen, dass 400 Mikrogramm Folsäure täglich ausreichen, um das Homocystein in Schach zu halten. Menschen, die unter Depressionen oder Gedächtnisproblemen leiden, brauchen möglicherweise mehr. Experten vertreten die Ansicht, dass eine Dosis von unter 1000 Mikrogramm (1 mg) täglich ausreicht, um das Gehirn wieder richtig funktionieren zu lassen.

Achtung: Folsäure-Ergänzungspräparate können mit krampflösenden Mitteln in Konflikt kommen, und sie können eine gefährliche Anämie „überdecken“. Nehmen Sie immer B12 zusammen mit Folsäure ein.

Fazit: Folsäure ist ein bedeutender Nährstoff für das Gehirn. Ein Mangel kann zu einer Vielzahl von Gehirnfunktionsstörungen von geringfügigen Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, bis hin zu Denkproblemen, Vergesslichkeit, schwerer Depression und Demenz führen. Eine mittlere Dosis von 400 Mikrogramm bis maximal 1000 Mikrogramm täglich kann im Allgemeinen Bedenken ausräumen. Nehmen Sie keine höheren Dosierungen ohne ärztliche Begleitung.

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