Es handelt sich um einen noch recht jungen Zweig der Heilkunde u. a. zur Verbesserung der körpereigenen Immunabwehr. Vor genau 40 Jahren nämlich begründete der Doppel-Nobelpreisträger Linus Pauling (1902-1994, ausgezeichnet für Chemie und Frieden) ein neues Heilsystem, das in der Folgezeit viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen sollte. Seine \“Orthomolekulare Medizin\“ beruht auf dem Einsatz von bestimmten Stoffen, wie sie natürlicherweise im menschlichen Körper vorkommen (Aminosäuren, Spurenelemente, Co-Enzyme u. ä.). Diese entfalten, so hatte Pauling erkannt, zusätzliche therapeutische Wirkungen, wenn man sie in hohen, regulär durch die Ernährung kaum zu erreichenden Dosierungen verabreicht. Den Stein ins Rollen brachte eine uns allen bekannte Verbindung, Vitamin C. Es bildete den Anstoß für einen der ganz großen Gesundheitstrends des vergangenen Jahrhunderts und gilt seitdem zu Recht als der Immunstärker schlechthin. Vitamin C gehört tatsächlich zu den wichtigsten Waffen sowohl für die spezifische wie auch allgemeine Verbesserung der Immunabwehr.
Das Vitamin hat eine steile Karriere hinter sich: Seit den 70-er Jahren trat Linus Pauling als Ernährungsexperte und Wirkstoff-Forscher an die Öffentlichkeit und propagierte zur Stärkung des Immunsystems die tägliche Aufnahme von hoch dosierter Ascorbinsäure. Allerdings entfaltet das Supervitamin seine besonderen Eigenschaften nicht als Solist, sondern immer im Verbund mit weiteren ergänzenden Schutzstoffen.
Wichtig für ein effektives Immunsystem sind darüber hinaus besonders die Vitamine E und A sowie der Vitamin-B-Komplex. Weitere Bausteine stellen Omega-3-Fettsäuren dar. Sie finden sich nicht nur in Fisch(-Öl), sondern besonders reichlich in Leinsaat, Rapsöl und Walnüssen.
Weitere spezifisch immunstärkende Wirkstoffe der Orthomolekularen Medizin sind beispielsweise das Coenzym Q 10, ein höchst effizienter Stimulator unserer Abwehrkraft, oder L-Carnitin (eine Aminosäure). Enzymreiche Lebensmittel sind in besonderer Weise Rohkost, fermentiertes Getreide wie etwa der Brottrunk, Ananas, Papaya und Kiwi.
Bei dem relativ spät entschlüsselten Immunverstärker Beta-Glucan handelt es sich um einen Mehrfachzucker, der zuerst aus den Zellwänden der Bierhefe isoliert wurde. Wie die internationale Forschung zeigen konnte, verbessert die Substanz unser Immunsystem und aktiviert insbesondere die Makrophagen. Sie zählen zu den Hauptfeinden von krankmachenden Mikroorganismen sowie Krebszellen und anderen Risikostoffen im Stoffwechsel. Die Bedeutung dieser Abwehrkörper ist kaum zu überschätzen, denn ihre Schlagkraft gilt bei Experten als ein Indikator für die Effektivität des Immunsystems schlechthin. Von Beta-Glucan dürften vor allem Senioren profitieren. Tendenziell nimmt die Abwehrkraft nämlich mit zunehmenden Lebensjahren ab. Diesem bedrohlichen Trend lässt sich durch den Stoff aus der Bierhefe aktiv entgegentreten, Die Verbindung findet sich darüber hinaus besonders in Pilzen und Hafer.

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