Das Wort Qigong setzt sich zusammen aus „Qi“ für Lebensenergie und „Gong“, der beständigen Pflege dieser Energie. Die sanfte Bewegungslehre hat ihren Ursprung im alten China. Mönche und Adelige übten die Figuren damals in geschlossenen Zirkeln – die Meister ließen sich vom Taoismus, vom Buddhismus und von der traditionellen chinesischen Medizin anregen, sodass sich Religion, Philosophie, Literatur und Heilkunde miteinander verwoben.
Schließlich gab es mehr als 2 000 Schulen. Trotz aller Unterschiede liegt den verschiedenen Richtungen eine gemeinsame Vorstellung zugrunde: Qigong will die Lebensenergie im Körper sammeln, nähren, verteilen oder ausgleichen, um den Menschen gesund zu erhalten. Denn wenn das Qi erst einmal in den gedachten Leitbahnen – Meridiane genannt – blockiert ist, wenn ein Mangel oder ein Überfluss besteht, können sich die Krankheiten entwickeln, so die östliche Vorstellung. Umgekehrt kann die asiatische Heilkunst auch helfen, wenn Menschen bereits Beschwerden haben, und das Ungleichgewicht wieder auflösen.
„In unserem Kulturkreis gibt es manchmal keine Worte für das, was die Chinesen mit ihren Bildern und Vorstellungen meinen“, erklärt der Münchener Qigong-Lehrer Meindl. „Qigong ist keine chinesische Gymnastik, sondern eine Energie-Arbeit.“ Dabei beginnen Sie mit einer Grundhaltung, gehen in die jeweiligen Figuren über und beenden den Zyklus mit einer Abschlussübung, bei der Sie die Energie im Unterbauch speichern. Wichtig ist, beim Üben auf drei Aspekte zu achten:

  • zunächst auf die Körperhaltung, die Sie einnehmen (stilles Qigong), oder die harmonische Abfolge, in der Sie sich bewegen (bewegtes Qigong);
  • dann auf die Atmung, die dem natürlichen Rhythmus folgt oder gezielt mit den Bewegungen koordiniert wird. Beispiel: Wenn sich Hände und Arme heben, atmen Sie ein. Beim Absenken atmen Sie aus;
  • drittens auf das Bewusstsein, indem Sie sich während des Übens auf Bilder aus der Natur oder innere Vorgänge konzentrieren.

„Wir arbeiten eng mit dem chinesischen Sportministerium zusammen“, erklärt Meindl. „So entstand das Gesundheits-Qigong, mit dem sich wissenschaftlich belegbare Erfolge erzielen lassen. Wer zum Beispiel regelmäßig das „Spiel der fünf Tiere“ trainiert, wird körperlich beweglicher, stärkt die Muskeln und verbessert die Atmung. Die Übungsfolgen steigern die Durchblutung und regen den Stoffwechsel an. Hinzu kommt, dass Qigong-Schüler im Lauf der Zeit mehr Selbstvertrauen gewinnen und sich vitaler fühlen.
Ob mithilfe des Qigong tatsächlich Krankheiten heilbar sind, darüber streiten sich die Experten. Dr. Gisela Hildenbrand von der Medizinischen Gesellschaft für Qigong-Yangsheng in Bonn warnt vor überzogenen Erwartungen: „Die Übungen wirken positiv auf verschiedene Beschwerden“, erklärt die Medizinerin, die in Kooperation mit der Universität Witten-Herdecke Doktorarbeiten zu Qigong bei Asthma und Migräne betreute. „Heilsversprechen bei schweren Krankheiten kann aber niemand geben.“
Unbestritten ist: Regelmäßiges Üben stärken Körper, Geist und Seele und aktiviert die Selbstheilungskräfte. Das kommt zum Beispiel Menschen mit Kopfschmerzen, Rückenproblemen, Asthma, Bluthochdruck, rheumatischen Erkrankungen oder Menstruationsbeschwerden zugute. Auch wer ständig nervös oder chronisch erschöpft ist, kann von bestimmten Haltungen oder Figurenfolgen profitieren.
Einführungskurse bieten Krankenkassen, Volkshochschulen und private Institute an. Beim Deutschen Dachverband für Qigong und Taijiquan in Göttingen erhalten Sie Adressen. Fragen Sie bei Ihrer Kasse nach, ob sie einen Teil der Kosten übernimmt.

3 Responses to “Qigong stärkt Körper, Geist und Seele”

  1. on 01 Mrz 2008 at 14:42Isuret

    Viele Ärzte die in China Akupunktur praktizieren, „verschreiben“ ihren Patienten Qi Gong als „Hausarbeit“.

    Es existieren umfangreiche Repertoires mit Übungen für die verschiedensten Krankheiten, Organe und Lebensumstände.
    Übungen für Frauen, für ältere Menschen, für Nierenkranke oder Menschen die Beschwerden mit der Verdauung haben.

  2. on 01 Feb 2009 at 17:48Richard Friedel

    Für den Beweis, daß Qigong reeller als Schulmedizin ist, siehe http://www.lrz-muenchen.de/~s3e0101/webserver/webdata/AoB.pdf

  3. on 17 Feb 2009 at 17:34Richard Friedel

    Qigong reeller als Schulmedizin bei Asthma

    Der Schulmedizin fehlt eine Technik zur Kräftigung der Atmung wie bei den fernöstlichen Kampfsportarten (siehe nur als Beispiel http://www.youtube.com/watch?v=KFkEJf853rM und http://www.youtube.com/watch?v=EEMNzTP4o-o&NR=1). Zwar wird an eine Einstellung der Atmungsmuskeln außerhalb der Lunge mit Aufforderung zu einer größeren Beteiligung des Zwerchfells oft gedacht, mit einer detaillierten physiologischen Begründung hapert es jedoch hier. Dies könnte das Ergebnis eines falschen Verständnisses der Atmung in der Medizin sein.

    Hier führt kurzeitiges Surfen am Internet zu einer Erklärung..

    Per Google (Such-Wörter stephen-alexander The Circulation System) findet man eine PPT-Datei als anschauliche Erklärung der Atmungspumpe (respiratory pump), die mit dem Power-Point-Viewer gelesen wird. Einmal drin soll man mit der rechten Maustaste die Folie bzw. Slide Nr. 18 ansteuern und dann mit der Maustaste zwischen „weiter“ und „zurück“ hin und her schalten, damit das Auffüllen und Entleeren des Bauchraumes mit Blut im Takt mit der Atmung vorgeführt wird.

    Hiernach findet beim Einatmen ein Zusammendrücken des Bauchraumes mit Beförderung von Blut Richtung Herz aus ihm. Ein solcher Vorgang hat offensichtlich eine große Bedeutung für den Körper. Er kann kaum nur eine zufällige Begleiterscheinung der Einatmung sein.

    Diese Darstellung der Atmung bei Prof. Alexander hat viel mehr Ähnlichkeit mit klassischen fernöstlichen Auseinandersetzungen der Atmung als die Beschreibungen in Schulbüchern und einfachen medizinischen Texten, bei denen die Lunge alleine und nicht als Teil der Atmungspumpe beschrieben wird.

    Fernöstliche Atemlehren wie Qigong und in den Kampkünsten mit Fixierung auf ein Ausdehnen und Zusammenfallen des Hara, Tanden usw als Bereich etwas unterhalb des Nabels. mit der Einatmung und Ausatmung sind deshalb reeller als die schulmedizinische Ansicht, wonach die Weitung der Bronchien nicht bewusst und nur mit Arzneien gesteuert werden kann.

    Insbesondere wäre „Hara, Erdmitte des Menschen, von dem Japankenner Karlfried von Dürckheim und „Kraft strahlender Gesundheit“ von dem über 100 Jahr alten Dr. N. Shioya zu empfehlen. Wie andere japanische Autoren betont das Pressen der Atemluft in das Tanden im Bauch.

    Für eine Version dieses Textes mit Abbildung, siehe http://www.lrz-muenchen.de/~s3e0101/webserver/webdata/AoB.pdf Richard Friedel

Impressum
Nutzungsbedingungen