Es könnte so einfach sein: Ein paar Tabletten schlucken und weg sind die lästigen Begleiterscheinungen der Wechseljahre. Doch viele Frauen stehen den Medikamenten skeptisch gegenüber – zwar offensichtlich mit Recht.
Denn seit einiger Zeit ist die Hormon-Ersatztherapie in die Schlagzeilen geraten: Sie soll Krebs auslösen, die Gefahr für Herzinfarkt, Schlaganfall und Thrombosen erhöhen. Die neuesten Studien belegen: Seitdem immer weniger Frauen Hormone nehmen, sinkt die Zahl der Brustkrebsfälle. Für viele Frauen stellt sich die Frage: Muss ich mit Östrogen-Tabletten gegensteuern oder lässt sich die Berg- und Talfahrt der Hormone auch anders ausgleichen?
Das Wichtigste vorab: Das Kommen und Gehen der Hormone ist ein ganz natürlicher Vorgang. Die Hirnanhangdrüse, unsere hormonelle Schaltzentrale im Gehirn, produziert das so genannte follikelstimulierende Hormon (FSH): Es regt die Eierstöcke an, Östrogen herzustellen und ein Ei reifen zu lassen. Mit dem Eisprung in der Mitte des Zyklus kommt Progesteron zum Einsatz. Folge: Die Schleimhäute der Gebärmutter wachsen, ein befruchtetes Ei kann sich einnisten. Wird das Ei nicht befruchtet, sinken die Hormonwerte, die Gebärmutterschleimhaut bildet sich zurück. Es kommt zur Monatsblutung und der Zyklus beginnt von neuem.

Was im Körper bei den Wechseljahren passiert
Doch irgendwann, meist im Alter zwischen Mitte 40 und Mitte 50, geht im Körper einer Frau jener Vorrat an Eizellen zur Neige, der schon im weiblichen Säugling angelegt ist. Die Östrogenproduktion lässt langsam nach, doch darauf ist die Hirnanhangdrüse nicht eingestellt. Deshalb schwanken auch die Hormonwerte: Manchmal vergehen zwischen zwei Regelblutungen nur zwei Tage, dann wieder viele Wochen oder gar Monate. Die hormonelle Achterbahnfahrt wirkt sich auf viele Körperfunktionen aus – psychisch wie physisch. Sie beeinflusst vor allem die Wärmeregulation des Körpers. Die Blutgefäße weiten sich, es kommt zu Hitzewallungen und Schlafstörungen. Rund ein Drittel der Frauen ist besonders stark davon betroffen. Doch das ist nicht alles: Das Absinken des Herzschutz-Hormons Östrogen im Blut steigert bzw. verstärkt das Risiko an Herz-Kreislaufleiden zu erkranken. So das Ergebnis der Berliner Frauengesundheitsstudie. Hinzu kommen depressive Verstimmungen, Knochen- und Gelenkprobleme, bei einigen Frauen fallen die Haare aus.
Fest steht: Der Schwund der körpereigenen Hormone löst bei einem Drittel der Frauen Nebenwirkungen aus, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Ein weiteres Drittel leidet gelegentlich, der Rest kommt ohne Probleme durch die Menopause.

Die natürlichen Wechseljahre sind deshalb auch kein Grund, Hormone zu verschreiben. Aber wer unter den bekannten Symptomen stark leidet, über die Risiken eingehend aufgeklärt ist und Hormone verlangt, wird sie auch bekommen. Die Therapie indes hat sich aufgrund neuer Erkenntnisse verändert: Hormone werden nur noch über eine möglichst kurze Dauer und niedrig dosiert eingesetzt. Hin und wieder werden sie abgesetzt, um zu sehen, ob bereits eine Besserung eingetreten ist. Außerdem stehen die Frauen unter besonderer Beobachtung. So können eventuelle Risiken für die Patientin gering gehalten werden.
Neueste Studien belegen, dass Frauen, die in ihrem Beruf aufgehen, weniger unter den Wechseljahren leiden als Hausfrauen. Mögliche Ursache: Für nicht berufstätige Frauen kann es belastend sein, wenn die Kinder das Haus verlassen und der Alltag neu gestaltet werden muss. Sie empfinden eine innere Leere, die die Wechseljahre-Symptome verstärken.

Was Phytoöstrogene leisten
Die sanfteste Art, eventuelle Turbulenzen auszugleichen, kommt aus der Natur: so genannte , hormonähnliche Substanzen aus Pflanzen. Besonders Sojabohnen und Rotklee-Präparate enthalten reichlich Isoflavone. Diese Pflanzenstoffe können die Zahl der Hitzewallungen halbieren. Extrakte aus dem Wurzelstock der Traubensilberkerze (Cimicifuga racemosa) sind ebenfalls in der Lage, Schweißausbrüche zu lindern. Auch bei Nervosität, Stimmungsschwankungen und Menstruationsbeschwerden zeigen sie Wirkung. In der Frühphase der Wechseljahre können Mönchspfefferpräparate aus der Apotheke helfen. Sie sind in der Lage, das hormonelle Ungleichgewicht – der Östrogenspiegel bleibt noch hoch, der Gestagenspiegel sinkt – auszugleichen. Bei Schweißausbrüchen helfen Tees oder Fertigarzneimittel aus Blättern der Salbeipflanze. Die darin enthaltenen ätherischen Öle wirken auf das Temperaturzentrum im Gehirn und beruhigen die Schweißdrüsen.

Wie Ernährung jetzt helfen kann

Sich gesund ernähren, spielt natürlich in jedem Lebensalter eine wichtige Rolle. In den Wechseljahren nimmt die Bedeutung weiter zu. Nicht nur, weil es dann leichter ist, das Gewicht zu halten, sondern auch um das Wohlbefinden zu steigern und die Gesundheit zu erhalten. Denn im Alter steigt die Gefahr, Osteoporose und Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken. Obst und Gemüse sowie Vollkornprodukte gehören am besten täglich auf den Tisch. Fettreiche Fleisch- und Wurstwaren dagegen nur selten. Stattdessen lieber öfter Seefisch mit seinem hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren essen. Leinsamen und Leinöl, einheimische Hülsenfrüchte, Weizen, grüner Tee sowie Äpfel und Karotten liefern Pflanzenhormone in geringer Konzentration. Vorsicht dagegen bei scharfen Gewürzen, Kaffee, Tee und Alkohol: Sie können Hitzewallungen verstärken. Trinken ist dagegen wichtig. Am besten Mineralwasser. Die Knochen stärken Lebensmittel mit hohen Kalzium-, Magnesium-, Kupfer- und Zinkanteilen wie Milch, Milchprodukte und Hartkäse. Gute Kalziumlieferanten sind auch Grünkohl, Brokkoli, Lauch und Petersilie.

Warum Sport jetzt so wichtig ist
Regelmäßig Joggen, Walken, Schwimmen oder Radeln beruhigt das Nervensystem und den Hormonhaushalt. Das zeigte eine spanische Studie der Universität Grenada. Mit regelmäßigem Sport konnten starke Beschwerden gelindert werden. Rat von Professor Peter Billigmann, Sportmediziner an der Universität Landau: „Lieber mehrmals wöchentlich 20 bis 30 Minuten bewegen, als einmal die Woche für zwei Stunden.“ Genauso wichtig wie Ausdauersport ist ein sanfter Muskelaufbau. Dieser hat einen direkten und positiven Einfluss auf die Hirnanhangdrüse, die die Hormone in Balance hält. Ideal sind zwei Trainingseinheiten pro Woche.

2 Responses to “Wechseljahre ohne Hormone bewältigen”

  1. on 25 Mrz 2009 at 04:39jeline

    Warum Sport jetzt so wichtig ist
    Regelmäßig Joggen, Walken, Schwimmen oder Radeln beruhigt das Nervensystem und den Hormonhaushalt. Das zeigte eine Bank Vergleich
    spanische Studie der Universität Grenada. Mit regelmäßigem Sport konnten starke Beschwerden gelindert werden. Rat von Professor Peter Billigmann, Sportmediziner an der Universität Landau: „Lieber mehrmals wöchentlich 20 bis 30 Minuten bewegen, als einmal die Woche für zwei Stunden.“ Genauso wichtig wie Ausdauersport ist ein sanfter Muskelaufbau. Dieser hat einen direkten und positiven Einfluss auf die Hirnanhangdrüse, die die Hormone in Balance hält. Ideal sind zwei Trainingseinheiten pro Woche.

  2. on 06 Apr 2009 at 08:50melina

    Vorsicht dagegen bei scharfen Gewürzen, Kaffee, Tee und Alkohol: Sie können Hitzewallungen verstärken. Trinken ist dagegen wichtig. Am porno besten Mineralwasser. Die Knochen stärken Lebensmittel mit hohen Kalzium-, Magnesium-, Kupfer- und Zinkanteilen wie Milch, Milchprodukte und Hartkäse. Gute Kalziumlieferanten sind auch Grünkohl, Brokkoli, Lauch und Petersilie

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