Durch das Wissen um die enge Verbindung vom Gehirn zum Darm wird auch klar, warum Stresssituationen in unserem Leben sich so stark auf unsere Verdauung auswirken. Wer im Beruf oder im Privatleben unter negativem Stress leidet und dieser Überbelastung lange Zeit ertragen muss, erlebt die Folgen sehr oft als Störungen des Magen-Darm-Traktes. Stress kann zu Magenbeschwerden, zu Magendrücken, Übelkeit, Völlegefühl, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung am häufigsten auftritt.
Stress übt in dreierlei Hinsicht einen Einfluss auf die Verdauung aus:
Stress ist fast immer mit Nervosität, Ärger, depressiven Zuständen, Ängsten und Zweifel verbunden. Das alles sind Impulse, die im Gehirn entstehen. Da sie aber automatisch auch an unser zweites Gehirn im Darm weitergemeldet werden, wirkt sich das auf die Verdauung aus. Diese Gefahr wird durch eine direkte Störung noch verstärkt. Wer Stress hat, nimmt sich keine Zeit für regelmäßige Mahlzeiten. Er hat dafür auch keine Muße. Die Nahrung wird hastig aufgenommen, damit aber auch schlecht verdaut. Man isst unüberlegt die falschen Sachen, die schnell Kraft geben: Süßes, Salziges, Fettes. Das alles schadet im Laufe der Zeit der Gesundheit und hat einen negativen Einfluss auf die Verdauung.
Schließlich leiden viele Berufstätige, die ständig von Stress, Hektik und Zeitmangel umgeben sind, darunter, dass sie keine Gelegenheit haben, in Ruhe die Toilette zu besuchen. Das ist ein bekanntes und vielgelittenes Problem. Die permanente Unterdrückung des Stuhlganges kann aber dramatische Folgen haben. Der Darm lernt rasch dazu, gewöhnt sich schnell an gewisse Lebensbedingungen. Wenn der Stuhl nicht regelmäßig entleert wird, bremst er den Transport und leitet damit eine Darmträgheit oder Verstopfung ein.
Wenn Stress und seelische Belastungen über unser Gehirn und in der Folge über die Nervenzentrale im Darm zu Störungen der Verdauung führen, dann spricht man in der Medizin von einer Verdauungskrise oder von einer Darmdepression.
Das bedeutet, wir müssen vorerst allein, später – wenn sich kein Erfolg einstellt – mit dem Arzt ein Krisenmanagement für den Darm aufbauen. Das kann man nur mit einem gut durchdachten körperlichen und geistigen Training.
Und so kann man aus den Erfahrungen englischer und amerikanischer Wissenschaftler ableiten: Das Verhindern von Stresssituationen oder die Bewältigung von Stressbelastungen sind ganz wesentliche Beiträge zur Behandlung von Verdauungsstörungen.

Comments are closed.

Impressum
Nutzungsbedingungen