Wir führen uns mit den täglichen Mahlzeiten die nötige Energie zu, die der Körper braucht: dazu gehören Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Enzyme und weitere Substanzen. All diese Stoffe können aber von unserem Organismus nur dann genutzt werden, wenn der Darm bzw. unsere Darmflora gesund ist. Es gibt so viele Gründe, warum dies nicht der Fall ist. Daher muss jeder darauf bedacht sein, dass in seinem Darm wieder schnell harmonische Verhältnisse herrschen. Das geht einfacher, als man denkt.
Die Funktion des Darms ist vielfältig. In erster Linie hat er die Aufgabe, Nahrungsstoffe aufzunehmen, zu verwerten und nicht verwertbare Produkte aus dem Körper zu transportieren. Gleichzeitig aber – was wenige wissen – ist der Darm das größte Immunorgan des Menschen. Und dabei spielen ungefähr 100 000 Milliarden verschiedener positiver Keime und Bakterien eine wichtige Rolle. Sie gehören zur Darmflora.
Seit 1986 weiß man auch, dass die Aufnahme von Ballaststoffen nicht nur die Verdauung fördert, sondern dass sie auch zur Vermehrung dieser positiven, lebenswichtigen Bakterien im Darm beiträgt. Eine gesunde Darmflora ist sozusagen eine Schutzpolizei gegen verschiedene Infektionen und viele andere Krankheiten. Daher löst eine Störung der Darmflora unweigerlich eine Reihe von gesundheitlichen Problemen aus. Es kommt zu einem Vitaminmangel im Körper, weil nur eine gesunde Darmflora die aufgenommenen Vitamine entsprechend aufschließen und weitergeben kann. Es können Lebererkrankungen entstehen, weil in einer gestörten Darmflora anstelle von Milchsäure Alkohol gebildet wird. Und der belastet die Leber und behindert sie bei ihrer Arbeit. Eine gestörte Darmflora löst aber auch sehr oft Allergien aus. Schuld daran sind Substanzen wie Indol, Cresol, Phenol und Ammoniak, welche den Histaminhaushalt stören. Auch Hautkrankheiten können verursacht werden, wie etwa die gefürchtete Neurodermitis.
Sehr oft führt eine gestörte Darmflora auch zu hartnäckigen Pilzerkrankungen. Und da die Bakterien im Darm einen wesentlichen Beitrag zur allgemeinen Immunkraft leisten, führt eine gestörte Darmflora zu einer Schwächung der natürlichen Abwehrkräfte. Das bedeutet: erhöhte Infektanfälligkeit, vermehrte Entzündungen und Leistungsabfall.
Es gibt viele Möglichkeiten, wie es zu einer Störung der Darmflora kommen kann: Durch eine Darminfektion, durch einen grippalen Infekt oder eine Erkältung, durch die Aufnahme von zu vielen Konservierungsstoffen aus der täglichen Nahrung, durch die zunehmende Umweltbelastung, durch ungewohnte Ernährung in fremden Ländern, aber auch durch falsche Ernährung im Alltag mit zu viel Fett und zu viel Zucker, durch zu viel Stress, aber auch durch die Aufnahme von Antibiotika. Eine medizinische Behandlung mit Antibiotika tötet nicht nur die krankmachenden Bakterien im Organismus, sondern auch die gesundheitsfördernden in der Darmflora.
Wenn nun die Darmflora gestört ist, so wissen die moderne Ernährungswissenschaft und die Medizin ganz genau, wie man helfen und alles wieder in Ordnung bringen kann. Die Darmflora muss saniert werden (Symbioselenkung). In diesem Fall werden dem Darm von außen lebenswichtige Bakterienkulturen aus der Apotheke in Tablettenform oder als Tropfen zugeführt. Mit mehrwöchigen Kuren kann die geschädigte Darmflora auf diese Weise wieder regeneriert werden.
In leichteren Fällen genügt es, wenn der Betreffende sich über einen längeren Zeitraum ballaststoffreich ernährt: mit Vollkornprodukten, reichlich Obst und Gemüse, mit Müsli und Leinsamen. Ballaststoffreiche Nahrung erfordert allerdings auch die Aufnahme von besonders großen Mengen an Flüssigkeit. In gewissem Maße kann es aber auch den Aufbau der gestörten Darmflora fördern, wenn man regelmäßig normalen Joghurt, noch besser einen probiotischen Joghurt und milchsauer vergorene Gemüsesäfte aus dem Reformhaus zu sich nimmt.

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