Verstopfung ist ein Tabuthema, doch Probleme mit der Verdauung sind weit verbreitet. Rund vier Millionen Bundesbürger, vor allem Frauen und ältere Menschen, leiden darunter. Doch viele haben von Verstopfung, der Arzt spricht von \“Obstipation\“, falsche Vorstellungen. In Wirklichkeit ist die Bandbreite dessen, was normal ist, sehr viel größer. Ob ein- bis dreimal am Tag oder nur dreimal die Woche, alles ist im grünen Bereich. Erst wenn der Stuhlgang seltener als dreimal wöchentlich und obendrein noch hart ist, liegt eine Obstipation vor.
Die häufigsten Ursachen für eine nicht organisch bedingte Obstipation sind:

  • Ballaststoffarme Ernährung mit Weißmehlprodukten, poliertem Reis, wenig Vollkornprodukten, zu wenig Obst und Gemüse
  • wenig Flüssigkeit trinken (unter eineinhalb Liter täglich)
  • Auslassen des Frühstücks
  • Stress und Hektik (ständiges Unterdrücken des Entleerungsreizes des Darms)
  • zu wenig körperliche Bewegung/Bettruhe
  • Schlankheitskuren
  • bestimmte Medikamente
  • Schwangerschaft
  • ungewohnte Umgebung (Reise, Umzug)
  • chronische Krankheiten, beispielsweise Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) oder Schilddrüsenunterfunktion

Auf den ersten Blick widersinnig, doch medizinisch erklärbar: Werden Abführmittel dauerhaft eingenommen, kann es zu einer chronischen Obstipation kommen – es verstärkt sich also genau das, was bekämpft werden soll. Der Grund: Abführmittel – egal, ob chemisch oder pflanzlich – stimulieren den Darm, was ihn langfristig schädigt. So kann es unter anderem zu Verlusten an Kalium kommen, das für die Darmbewegung wichtig ist. Darmaktivität und Entleerungsdrang lassen dadurch noch weiter nach und die Darmprobleme verschlimmern sich. Um überhaupt noch eine Wirkung zu erzielen, muss die Dosis an Abführmitteln erhöht werden.
In der Regel lassen sich Verdauungsprobleme mit einem gesunden Lebensstil am besten beheben bzw. verhindern. Auch Milchzucker bringt die Verdauung sanft in Schwung – natürlich und ganz ohne Nebenwirkungen. Milchzucker wird seit Generationen als zuverlässige Verdauungshilfe eingesetzt, und zwar bei Babys und Kindern ebenso wie bei Erwachsenen. Milchzucker ist ein wichtiger Bestandteil der Milch, insbesondere der Muttermilch. Das leicht süß schmeckende Kohlenhydrat setzt sich aus Glukose (Traubenzucker) und Galaktose (Schleimzucker) zusammen. Glukose liefert schnell Energie, Galaktose ist für viele wichtige Aufgaben im Körper unverzichtbar.
Milchzucker wird durch Laktase, ein Enzym, das in der Dünndarmschleimhaut entsteht, in seine zwei Bestandteile gespalten. Da die Laktase viel mehr Zeit braucht, um ein Milchzuckermolekül zu spalten, wird Milchzucker daher von unserem Körper nur sehr langsam aufgenommen – folglicherweise steigt der Blutzuckerspiegel nicht so stark an wie bei Trauben- oder Haushaltszucker – und gelangt, bei größerer Mengenzufuhr, bis in den Dickdarm, wo er seine vielfältigen positiven Wirkungen entfalten kann. Im Dickdarm wird Milchzucker von nützlichen Bakterien unter anderem zu Milchsäure abgebaut. Damit entsteht im Darm ein saures Milieu, das das Wachstum erwünschter Bakterien fördert, das Ausbreiten krank machender Keime aber unterbindet. Mit Milchzucker kommt die Darmflora wieder ins biologische Gleichgewicht und kann somit ihre Funktionen optimal erfüllen.
Die sich aus Milchzucker bildende Milchsäure wirkt außerdem wasserbindend, das heißt, der Wassergehalt im Darm wird erhöht. Der sich dadurch vergrößernde Darminhalt wird weicher, führt zu einer sanften Druckerhöhung auf die Darmwände und zur Verstärkung der Eigenbewegungen des Darms. Milchzucker bringt so auf natürliche Weise die Verdauung wieder auf Touren.

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