Pro Jahr steigt die Zahl der Kinder mit so genanntem Typ-1-Diabetes um 5 Prozent bei Vorschulkindern und um 3 Prozent bei Schulkindern und Jugendlichen. Die Gründe sind nicht völlig erforscht. Aber falsche Ernährung im Baby-Alter oder Fehler im Erbmaterial können diese unheilbare Stoffwechselkrankheit auslösen.
Typ-1-Diabetes ist eine Autoimmun-Erkrankung: Die Abwehr greift in der Bauchspeicheldrüse so genannte Beta-Zellen an, die normalerweise Insulin bilden. Dieses Hormon schleust Zucker aus dem Blut als Energiestoff in Körperzellen (z. B. in den Muskeln). Bei Insulin-Mangel steigt der Blutzucker und die Körperzellen erhalten zu wenig Nahrung.
Betroffene Kinder sind häufig müde oder werden z. B. beim Toben schnell schlapp. Sie nehmen ab, haben sehr häufig starken Durst, müssen auch sehr oft Wasser lassen. Bei solchen Alarmzeichen muss das Kind zum Arzt. Denn ist der Blutzucker dauernd erhöht, verkalken feine Blutgefäße (wie in der Netzhaut oder in den Organen). Das führt allmählich zu Organschäden, z. B. Augenerkrankungen. Aber solche Spätfolgen kann man verhindern.
Bei Typ-1-Diabetes wird dem Körper das fehlende Insulin zugeführt, mindestens zweimal pro Tag. Weil es aus Eiweiß besteht, kann man es aber nicht als Tablette nehmen, die Magensäure würde es zersetzen. Insulin muss gespritzt werden. Es gibt verschiedene Arten von Therapie-Insulin. Der Arzt sucht das richtige für das Kind aus. Eine Spritzhilfe mit winziger Nadel und Vorrat (Insulin-Pen) erleichtert Kindern das Spritzen: Sie setzen die Nadel auf den Bauch, drücken wie bei einem Kugelschreiber auf den Auslöser. Damit kann man genau dosieren.
Je nachdem, was das Kind gegessen hat, muss die Dosis manchmal erhöht werden, um den Blutzucker wieder zu senken. Sehr sicher sind Insulin-Pumpen. Die handygroßen Infusionsgeräte werden am Körper getragen, pumpen über einen dünnen Katheter und eine feine Nadel unter der Haut rund um die Uhr die richtige Dosis in den Körper.
Wichtig für Diabetes-Kinder sind die richtige Ernährung und Sport. Sie müssen viel Obst, Gemüse und Vollkorn-Produkte essen. Vitamine, Mineralien und Ballaststoffe regen den Stoffwechsel an und helfen, den Blutzucker zu regulieren. Durch Sport verbraucht der Körper viel Energie, das senkt den Blutzucker.
Eine internationale Studie mit noch gesunden Kindern zwischen 2 und 7, die aber ein hohes Diabetes-Risiko haben, weil Geschwister schon erkrankt sind, soll jetzt klären, ob eine vorbeugende Behandlung wie eine Impfung wirkt. Die Kinder bekommen Insulin als Nasenspray oder mit dem Essen als spezielles Pulver, das nicht zu früh verdaut wird. Die Therapie soll verhindern, dass das Immunsystem anfängt, falsch zu reagieren. Das Ziel der Studie ist, die beste Insulin-Dosis als Impfstoff zu finden.

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