Soletherapie – Heilen mit Salz

Mehr als 60 Kurorte dürfen sich in Deutschland \”staatlich anerkanntes Sole-Heilbad\” nennen. Dafür erfüllen sie strenge Auflagen: Das Wasser muss aus mindestens 30 Metern Tiefe stammen, aber Heilquellen können bis zu drei Kilometer tief sein. Das garantiert, dass sie keine organischen Substanzen oder Verunreinigungen wie Düngemittel aufweisen. Quellwasser aus solchen Tiefen wird noch von der Erdwärme erhitzt. Wo es mit mindestens 20 Grad Celsius an die Oberfläche gelangt, kann man es in Thermalbädern nutzen.
Für die staatliche Anerkennung als Solequelle gilt eine Untergrenze von 14 Gramm gelöstem Kochsalz in einem Liter Wasser, das entspricht einer 1,4-prozentigen Sole. In stärker konzentrierten Kochsalzlösungen ab rund 6 Prozent erfahren Menschen mit Gelenk- und Muskelbeschwerden durch den Auftrieb eine merkliche Linderung. Nur wenige Bäder, zum Beispiel das niedersächsische Bad Bentheim, verwenden auch hochkonzentrierte Dicksolen, etwa zur Behandlung von Psoriasis.
Ein Aufenthalt im Solebad entlastet nicht nur die Gelenke, sondern verbessert auch die Beweglichkeit. Beides mindert zudem Schmerzen – zwei positive Effekte, die sich gegenseitig steigern. Patienten mit Rheuma, Arthrose, Muskelverspannungen und anderen Beschwerden des Bewegungsapparates verordnet der Badearzt deshalb häufig Wassergymnastik. Die Erfahrung, sich leichter und mit weniger Schmerzen bewegen zu können, wirkt letztlich auch positiv auf die Psyche.
Vom warmen Wasser getragen zu werden, schätzen aber auch Menschen in stressigen Lebenssituationen. Sie empfinden die Salzwasserkur als wohltuend und tief entspannend. Zudem wirkt die Kombination von Sole und Wärme als Reiz- und Regulationstherapie auf den gesamten Organismus. Sie lindert vegetative Beschwerden und belebt den Stoffwechsel, was auch gesunden Personen zugute kommt. Das Bad im Salzwasser regt die körpereigenen Abwehrkräfte an und beugt Krankheiten vor. Wer in einem Thermalsolebad seine Runden dreht, sollte nicht länger als 20 Minuten im Wasser bleiben, da der Kreislauf etwas stärker belastet wird als im normalen Schwimmbad.
Im Rahmen einer Badekur verordnet der Arzt auch Thermal-Solewannenbäder als Teil- oder Vollbad. Verschiedene Zusätze können den erwünschten Effekt verstärken. Baldrian etwa lässt Stressgeplagte zur Ruhe kommen. Wohltuend wirken auch mit Sauerstoff oder Kohlendioxid angereicherte Sprudelbäder.
Beim Inhalieren der Sole gelangt eine Fülle gesundheitsfördernder und vitalisierender Mikropartikel in Nase und Bronchien. Sie regen die Durchblutung der Lungen und den Sauerstofftransport in das Blut an. Aerosole lösen Schleim und dämpfen Hustenreiz. Auch Pollenallergikern bringt die tiefe Reinigung spürbare Erleichterung. Selbst Patienten mit einem Lungenemphysem profitieren.
Weitere Einsatzgebiete der \”weißen Krankenschwester\”, wie die Soletherapie gelegentlich genannt wird, sind neben Hautleiden manche Frauenbeschwerden. In der Gynäkologie haben sich Bäder unter anderem bei der Nachbehandlung von Operationen bewährt. Vaginalspülungen sollen als unspezifische Reiztherapie bei anfälligen Frauen Scheidenentzündungen vorbeugen. Psoriasis-Patienten bringt die Kombination von Solebädern und anschließender UV-Bestrahlung Besserung.
Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite des Deutschen Heilbäderverbandes e. V.: www.deutscher-heilbaederverband.de.

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