Wenn Minusgrade uns zum Frösteln bringen, gibt es für knapp 30 Millionen Deutsche kaum etwas Schöneres als ein Schwitzbad. Und das aus gutem Grund: Denn Saunieren bringt nicht nur uns auf Wohlfühlkurs, sondern auch unser wintergestresstes Immunsystem. Und so funktioniert es: Die Hitze erhöht die Körpertemperatur um ein Grad. Um sie zu senken, pumpt das Herz vermehrt Blut in Haut und Muskeln. Die Gefäße weiten sich, alle Organe werden extrem gut mit Sauerstoff versorgt. Die Zahl der Abwehrstoffe nimmt sprunghaft zu, Verspannungen und verengte Bronchien lösen sich. Um fit zu bleiben, sollte man alle sieben Tage saunieren.
Hier ein paar Varianten:
Finnische Sauna
Sie ist der Klassiker unter den Schwitzbädern und bringt es auf Temperaturen von bis zu 100 Grad. Die Luft im Holzraum ist trocken, aber sehr angenehm. Aufgüsse erhöhen für kurze Zeit die Luftfeuchtigkeit und sorgen für einen spürbaren Hitzeschub. Kräuterextrakte in Wasser verdünnt beruhigen. Weil die heiße Luft Richtung Decke wandert, herrschen auf den verschiedenen Sitzbankhöhen unterschiedliche Temperaturen: auf der obersten 90 Grad, auf der untersten 40 Grad. Die finnische Sauna ist sowohl für Erwachsene als auch für Kinder geeignet.
Römisches Dampfbad
Größter Unterschied zur klassischen Sauna: Die Luftfeuchtigkeit liegt bei 100 Prozent, die Temperatur durch Fußboden- und Wandheizung gleichmäßig bei 40-50 Grad. Schon beim Betreten der Kabine wird man von Nebelschwaden umhüllt. Dampfstöße mit Eukalyptus beugen einer Erkältung vor. Der Dampf wirkt schleimlösend und befeuchtet die Atemwege. Das römische Dampfbad ist für alle mit stabilem Kreislauf geeignet, denn durch die hohe Luftfeuchtigkeit kann der Körper nicht richtig schwitzen und angestaute Wärme abgeben und das macht auf Dauer schlapp. Daher ist es am besten, mit dem Dampfbad zu beginnen und danach in die Sauna zu gehen. Umgekehrt ist der Körper schon zu sehr erhitzt und wird unnötig belastet.
Hamam
Wer die bunt gefliesten kleinen Kuppelhallen betritt, fühlt sich sofort wie in 1001 Nacht. Das Hamam dient vor allem zur Reinigung und Pflege der Haut. Die Temperatur liegt bei rund 45 Grad. An den Wänden befinden sich Waschbecken mit heißem und kaltem Wasser, mit dem man sich regelmäßig übergießt. Im Hamam bittet der Saunameister zur Seifenanwendung auf den Nabeltisch, einer erwärmten Marmorplatte in der Mitte des Raumes. Dabei wird der Körper gepeelt, mit Wasser übergossen und in weiche Schaumberge gepackt. Zusätzlich gibt es oft auch Massagen. Manche Hamams bieten auch Heilerde-Packungen an, die die Haut straffen und reinigen.
Biosauna
Bei 45 bis 60 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 40-55 Prozent ist die Saunawirkung schön sanft, daher sauniert man mit 15-30 Minuten deutlich länger als in der klassischen Variante.
Ätherische Öle, wechselndes Licht und Naturgeräusche wie Vogelzwitschern oder Wasserplätschern erhöhen den Entspannungseffekt. Die Biosauna eignet sich vor allem für Saunaanfänger, um sich an die Temperaturwechsel heranzutasten. Außerdem schont sie den Kreislauf.

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