Cannabis – Droge oder Medizin?

Die Hippiedroge von einst erregt wieder die Gemüter. Denn erstmals bekam eine Patientin die Erlaubnis, Cannabis als Medizin gegen ihre Multiple-Sklerose-Schmerzen einzusetzen. Gleichzeitig warnen Suchtexperten, dass Cannabis heute deutlich gefährlicher ist als vor 20 Jahren. Fest steht: In der richtigen Dosis verabreicht ist Cannabis ein hochwirksames Medikament, Missbrauch dagegen ist sehr gefährlich.
Tetrahydrocannabinol, kurz THC genannt, heißt der Wirkstoff, der aus der weiblichen Blüte der Hanfpflanze gewonnen wird. Die getrockneten Blätter werden meist geraucht, können aber auch gegessen werden. Synthetisch hergestellt ist Cannabis seit 1998 als Arznei u. a. gegen chronische Schmerzen, Schlaflosigkeit und Migräne zugelassen. Echtes Haschisch wirkt genauso gut, ist aber nach wie vor verboten. Zu recht, wie Experten betonen, denn die Konzentration von THC hat sich in den Pflanzen in den letzten zwei Jahrzehnten verzwanzigfacht. Die Folge: Die früher als harmlos geltende Droge erhöht das Risiko für psychische Erkrankungen um 41 Prozent.
Zahlreiche Studien bestätigen mittlerweile die Wirkung von Cannabis. THC kann die Ausbreitung von Krebszellen verhindern, ergab eine Studie an der Universität von Florida. Forscher der englischen Universitäten von Bristol und Bath haben festgestellt, dass Cannabis sehr gut bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wirkt. Das Gleiche konnten Wissenschaftler der US-Universität Stanford bei Parkinson nachweisen. Ärzte der Uniklinik Bonn haben herausgefunden, dass THC bei allergischen Hauterkrankungen hilft. Und kanadische Forscher melden Erfolge im Kampf gegen Depressionen.
Die gesundheitlichen Wirkungen treten aber nur dann auf, wenn die Droge optimal dosiert wird und das ist bei einer unkontrollierten Einnahme nicht möglich. Vor allem Jugendliche unterschätzen die Gefahr. Denn die deutlich erhöhten THC-Werte sorgen schneller als früher für eine Abhängigkeit und sind der Einstieg in eine harte Drogenkarriere.

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