Vorbeugen, Lindern und Heilen – mit Heilpflanzen ist wirklich alles möglich. Denn Pflanzen sind in einer Beziehung einmalig: Sie haben eine Art zweiten Stoffwechsel, produzieren Substanzen, die sie eigentlich gar nicht benötigen. Und dazu gehören auch arzneilich hochwirksame Verbindungen. Aber ihr größtes Plus: Naturheilmittel helfen sanft und schonend – und haben praktisch keine Nebenwirkungen. Trotzdem leisten sie sogar als Schmerzmittel ganze Arbeit. Es spricht also nichts dagegen, Schmerzen und kleine Verletzungen selbst zu behandeln. Tritt jedoch nach drei Tagen keine Besserung ein, sollte man unbedingt zum Arzt gehen.
Nachfolgend finden Sie zehn \“Naturschmerzmittel\“ gegen Alltagsbeschwerden:
Zwiebeln gegen Ohrenschmerzen
Praxistests von Kinderärzten zeigen, dass bei Ohrenschmerzen Zwiebelkompressen besonders gut helfen. Denn sie lindern den Schmerz und sind gleichzeitig entzündungshemmend. Rezept: 2 Zwiebeln kleinschneiden, etwa 1 Zentimeter dick auf ein Leintuch geben, auf Ohrgröße zusammenklappen und über Wasserdampf erwärmen, dann eine Stunde aufs Ohr legen.
Zitronen gegen Halsschmerzen
Dr. Christiane Lentz (München) empfiehlt bei Halsschmerzen statt Tabletten frischen Zitronensaft. Der wirkt antiviral, desinfiziert die Mandeln, dämmt Entzündungen ein und hilft, die Erreger auf den Schleimhäuten zu bekämpfen. Rezept: 1 Stück Würfelzucker über eine unbehandelte Zitrone reiben. Die ätherischen Öle gehen in den Zucker über. Tagesdosis: Mehrmals am Tag ein Stück lutschen.
Artischocken gegen Völlegefühl
In einer Anwenderstudie mit 553 Patienten konnte nachgewiesen werden, dass Artischocken-Extrakt die Fettverdauung beschleunigt, bei Völlegefühl, Übelkeit und Bauchschmerzen hilft. Denn die Bitterstoffe regen den Gallefluss an – und entschärfen Kalorienbomben wie z. B. Gänsebraten. Tagesdosis: 3mal 2 Kapseln.
Pfefferminze gegen Magenprobleme
Naturmediziner empfehlen bei Magenbeschwerden Pfefferminze. Ihre ätherischen Öle, Bitterstoffe und das Cholin wirken krampflösend, verhindern Erbrechen und beruhigen den Verdauungstrakt. Rezept: Einen Teelöffel Pfefferminzblätter mit heißem Wasser überbrühen, zehn Minuten ziehen lassen, abseihen. Tagesdosis: vier Tassen.
Zucker gegen Schnittwunden
Klinische Untersuchungen zeigen: Nichts beschleunigt die Wundheilung besser als Zucker und Honig. Sie entziehen Bakterien den Nährboden, verhindern Entzündungen, wirken antiseptisch. Anwendung: Wunde unter Wasser reinigen, mit 2 Teelöffeln Zucker bestreuen oder messerdick mit Honig bestreichen. Mull mit Pflaster aufkleben. Verband öfter wechseln, ohne den Zucker zu entfernen.
Öl-Massage gegen Kopfschmerzen
Eine Studie der Uni Kiel sorgte für Überraschung: Pfefferminzöl lindert Schmerzen genauso gut wie Tabletten. Grund: Das im Pfefferminzöl enthaltene Menthol regt die Kälterezeptoren an – und nimmt den Schmerz. Anwendung: drei Tropfen zehnprozentiges Öl mit leichtem Druck in die Schläfenregion einmassieren. Nach 15 Minuten wiederholen. Achtung: Darf nicht auf Schleimhäute oder in die Augen gelangen. Nicht für Kleinkinder geeignet.
Nelken gegen Zahnschmerzen
Der Geheimtipp gegen Zahnweh kommt aus Fernost. Studien aus China zeigen, dass Nelken antiseptisch und schmerzbetäubend wirken. Anwendung. Mehrmals täglich drei Tropfen auf den pochenden Zahn geben oder auf eine Gewürznelke beißen.
Kamillentee gegen Bauchschmerzen
Bauchschmerzen – da setzt die Hamburger Kinderärztin Gisela Brehmer auf die Heilkraft der Kamille. Zu Recht, denn ätherisches Öl, Flavonoide, Cumarine und Salicylate wirken entzündungshemmend, beruhigend und krampflösend. Anwendung: Alle 30 Minuten eine Tasse warmen Kamillentee trinken.
Mariendistel gegen Leberprobleme
Prof. Dr. Detlef Schuppan von der Uni Erlangen gelang jetzt in einer Studie mit knapp 1000 Patienten der Nachweis, dass Mariendistelfrüchte-Extrakt die Regeneration der Leber fördert. Der Wirkstoff Silymarin hilft auch bei typischen Leber-Symptomen wie Übelkeit, Müdigkeit und Juckreiz. Tagesdosis: 3 Kapseln.
Milch gegen leichte Verbrennungen
Kleine Brandwunden kann man selbst behandeln – am besten mit kalter Milch. Anwendung: Tuch in Milch tauchen, auswringen und als Kompresse auflegen. Nach einer Stunde erneuern. Zusätzlich 2mal täglich Wundsalbe auftragen.

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